Ab dem 10. Juni ist Venedig wieder Biennale-Stadt. Die 52. Internationale Kunstausstellung eröffnet den Reigen der Festivals in der Lagunenstadt, die sich bis November den Kunstgattungen Tanz, Film, Musik und Theater widmen.
Monika Sosnowska - 1:1
Der polnische Pavillon ist mein Favorit beim Wettlauf um den Goldenen Löwen fuer den besten Länderpavillon.
Die polnische Künstlerin Monika Sosnowska ist bekannt fuer ihre architektonischen Interventionen.
Wie auch in frueheren ihrer Arbeiten greift sie auch hier in die architektonische Wirklichkeit ein, blockiert beinahe die Bewegungslogik innerhalb des Raumes und verwirrt dadurch.
‘It seems to me that what I do is somehow in opposition to what architecture stands for. I also think that my art is a completely different discipline, even though I focus on the same problems as architecture does: the forming of space. Utilitarianism is architecture’s fundamental attribute. Architecture organises, introduces order, reflects political and social systems.
http://www.labiennale.art.pl
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Am 26/06/2007 um 09:25
Russen-Disco
Die Russen kommen, besser gesagt die neureichen Russen. Jedenfalls war das mein erster Eindruck als ich der Kuratorin des russischen Pavillons bei der Eröffnung zuhörte. Bevor irgend ein Künstler zu Wort kam, wurde mindestens hundert mal das Wort "New Russia" wiederholt, gefolgt von "New Russian captial" und "with the new Russia we will have soon the most beautiful pavillion"... dann folgte eine lange Liste von privaten Sponsoren ( immer wieder wurde auf das "Neue Russland" hingewiesen.
Daneben stand ein Künstler, der sich als weibliche Puppe verkleidet hatte. Ob dies eine Anspielung auf die gewaltsamen Festnahmen durch die Polizei während der Moskau Gay Pride war, bezweifle ich.
Was meinte die Frau mit "New Russia" wohl? Die Putin'sche Oligarchie ? die Gaz-Prom-Society ? Keine Ahnung.
Nur als ich die Video-Arbeit "LAST RIOT" des Animations-Kollektivs AES+F gesehen hatte, ging es mir kalt ueber den Ruecken. Ich fand ihre Arbeit gewaltverherrlichend und fast faschistoid und ueberladen mit zweifelhafter Symbolik.
Auf ihrer Internetseite schreiben sie zum Projekt:
"The last riot , where all are fighting against all and against themselves, where no difference exists any more between victim and aggressor, male and female. This world celebrates the end of ideology, history and ethic." Na denn...wenn man das "celebration" nennen kann... .
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Am 22/06/2007 um 21:27
Paolo Canevari - meine Ueberraschung
Es ist jedes Mal dasselbe - egal ob es sich um die Mostra del Cinema handelt oder um die Kunst-Biennale: Irgendwann entsteht im Stiefelstaat die Polemik rund um das Thema: Warum so wenig Italiener, obwohl wir in Italien sind.
Das war auch dieses Jahr nicht viel anders und so waren die an nicht einmal zwei Händen abzählbaren Künstler made in Italy Gegenstand zahlreicher Debatten in den italienischen Feuilletons.
Nun gab es aber doch eine Überraschung: Die wenigen Italiener fielen auf - wegen der Qualität ihrer Werke. Über Vezzoli und Penone habe ich weiter unten schon geschrieben, über Paolo Canevari schreibe ich jetzt.
Seine Videoarbeit "Bouncing Skull" (2007) ist erst auf den zweiten Blick erschütternd. Ein Junge spielt Fußball, vor einem zerbombten Gebäude: dies ist der erste Eindruck. Bei genauerem Hinschauen erkennt man erst, dass der Junge nicht mit einem Ball spielt, sondern mit einem Schädel. Drehort fuer Canevaris Film war das einstige, von der NATO bombardierte Generalquartier von Slobodan Milosevic. Mit einem Totenkopf-Fussballspielenden Jungen wird uns bewusst, wie sehr wir uns an "Kriegsbilder" gewoehnt haben und unter welchen Umstaenden Kinder in Kriegsgebieten aufwachsen muessen.
www.paolo-canevari.com
"Bouncing Skull" (2007), Paolo Canevari
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Am 19/06/2007 um 00:02