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Tag und Nacht auf crime mit Tobias Gohlis


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Krimis bei Suhrkamp - Igitt?

Insidern war es schon länger bekannt: Im Mai startet Suhrkamp ein Taschenbuch-Krimiprogramm.
Ja genau: die Speerspitze des Zeitgeistes, der Verlag, der sich zuletzt mit einem neuem "Verlag der Weltreligionen" anschickte, dem worldwide Glaubensboom ein Textfundament zu geben.

 

Suhrkamp oder...

 


Auf den ersten Blick sind die ersten sechs Titel nicht von anderen Krimis zu unterscheiden. Die Cover, die jetzt in einem Reader für Presse und Buchhandel vorgestellt werden, sind kaum von Heyne, Goldmann oder ähnlichen zu unterscheiden. Das Sixpack sieht aus wie ein Querschnitt des Taschenbuch-Mainstreams: Blut, Kälte, Kirche, cozy. Mitten hinein in den Markt.
Rezensieren ist bis Mai verboten.

 

.. kein Suhrkamp?

 


Erstaunlich: Das Programm gibt sich voll international - no germans - und erstaunlich innovativ. Zumindest importativ. Alle sechs Autoren sind neu auf dem deutschen Markt - und mir war bisher nur einer vorher namentlich bekannt.
Also doch kein Mainstream? Wenn schon Krimis, dann richtig?

 

 

Man darf gespannt sein.

 

Verfasst von Tobias Gohlis | diary | Kommentare (13) | | +

Am 08/01/2009 um 19:45



Kommentare


1 - Am 09/01/2009 um 13:19, von Elchmörder
Hallo Herr Gohlis, ich wei ja nicht, welcher der Autoren Ihnen schon bekannt war. Ich kenne bislang nur Dorph und Pasternak und bin erfreut, dass deren Roman endlich auf deutsch erscheint. Seltsam allerdings, dass Suhrkamp mit dem zweiten Band aus deren Krimiserie beginnt. "Rand des Abgrunds" (so waere die woertliche Uebersetzung) ist ein Polizeiroman in bester Sjoewall/Wahloeoe-Tradition. (Ich habe das daenische Original gelesen.) Beste Gruesse, JH
2 - Am 09/01/2009 um 16:31, von bernd ( Website )
"Rezensieren ist bis Mai verboten." Das ist doch jetzt ein guter Scherz
3 - Am 11/01/2009 um 19:47, von ToGo
Lieber Elchmörder, warum suhrkamp mit Bd. 2 beginnt, weiss ich natuerlich auch nicht. Ich hatte schon von winslow gehoert.
4 - Am 11/01/2009 um 19:49, von ToGo
Lieber Bernd, was an einer Sperrfrist scherzhaft sein soll, versteh ich nicht und deshalb Ihren Beitrag auch nicht.
5 - Am 11/01/2009 um 22:38, von bernd ( Website )
Seien Sie doch 'mal ehrlich, in den heutigen Zeiten (zum Beispiel der digitalen Freizguegigkeit) ist so eine Sperrfrist schon beinahe ein Atavismus. Zumindest versprueht sie einen gewissen Nierentischcharme. Der Verlag kann Sie ja wohl kaum daran hindern, sich das englischsprachige Original von Don Winslows Pacific Private (Dawn Patrol) zu besorgen und zu rezensieren (nur grundstaetzlich gesprochen), und natuerlich verwiesen Sie dann nebenbei auf die kommende deutsche Ausgabe. Ich glaube ja nicht einmal, dass der Verlag, Ihnen dann zukuenftig keine Rezensionsexemplare mehr zukommen lassen wuerde. Und ueberhaupt "Verbot", grosses Wort oder nicht ?
6 - Am 12/01/2009 um 15:53, von dpr ( Website )
Na, "verboten" wird es einem ja nicht direkt. Man wird nur gebeten, die Sperrfrist zu beachten. Und ist auch in Ordnung (obwohl mans auf die geschilderte Art elegant umgehen koennte...). Ich halte mich schon an diese Sperrfrist, weil ich ihren wirtschaftlichen Sinn anerkenne (Interessent liest Kritik, will Buch kaufen - Buch noch nicht verfuegbar - Interessent vergisst Buch) und mich freue, das Buch vorab zu bekommen und lesen zu koennen. Ich nehme auch an, dass die Suhrkamptitel noch nicht an Rezensenten ausgeliefert worden sind...waer ein wenig arg lang bis Mai. bye dpr
7 - Am 12/01/2009 um 16:01, von Elchmörder
Doch, lieber dpr, die Rezensionsexemplare sind schon ausgeliefert. Ich habe jedenfalls auf Anfrage eines bekommen - und zwar superschnell (einen Tag nachdem ich per Mail angefragt habe). Sperrfristen bei Rezensionen sind doch allseits ueblich und auch verstaendlich. Allerhoechstens ist hier die Zeitspanne zwischen Vorankuendigung und Erscheinen relativ gross. Beste Gruesse JH
8 - Am 12/01/2009 um 23:08, von bernd ( Website )
In den USA scheint es ueblich zu sein, dass Rezensionen Monate vor dem Buch erscheinen, Olen Steinhauer berichtet z.B. aktuell ueber die Rezensionen seines naechsten Buches, The Tourist das im Maerz erscheint. Fuer mich macht das dortige Vorgehen Sinn. Ich habe gelesen, dass man ueblicherweise mehrmals ueber ein Buch liest bis man es kauft.
9 - Am 14/01/2009 um 10:44, von tkl ( Website )
Die US-Rezensionen lange vor Erstverkaufstag sind zwar einerseits dem Wettbewerb der Medien geschuldet: "Erster!" Aber vielleicht braucht ein anderer Markt sogar solche Rezensionen. In USA entscheiden die Einkaeufer der Buchsupermarktketten ueber Wohl und Wehe (manchmal gar: ueber die Veröffentlichung) eines Titels. Insofern könnte ein reges positives Presseecho hilfreich sein, wenn fuer noch gar nicht gedruckte Titel Bestellmengen und Regalpositionierungen ausgehandelt werden.
10 - Am 15/01/2009 um 08:30, von Hannibal Lecter
Ach, ueber was fuer Petitessen hier diskutiert wird. Allen voran der Herr Bernd, der durch seine Kommentare zeigt, dass er nicht wirklich etwas ueber das Verlagswesen versteht, auch wenn er dies uns auf seinem Blog immer weiss machen will. HL
11 - Am 16/01/2009 um 01:47, von ToGo ( Website )
Mich wundert, dass sich keiner ueber Suhrkamp wundert. Sondern nur ueber Sperrfristen. Die dienen hierzulande - danke tkl fuer die Aufklaerung - meist zu nichts, aber manchmal zum Schutz des hoch bezahlten Rechts auf Vorabdruck. Zum Beispiel soll Rowohlt den Bruch der Sperrfrist von Kehlmanns "Ruhm" mit 250.000 Euro Strafe belegt haben. Und die Justiziare fragen sich, ob der Spiegel blechen soll oder Rowohlt nur ein bisschen Ruhm bleibt.
12 - Am 16/01/2009 um 10:42, von dpr ( Website )
Warum sollen wir uns ueber Suhrkamp wundern, lieber ToGo? Die machen, was zur Zeit angesagt ist, naemlich in Krimi. Ob es allerdings eine "Suhrkamp Krimikultur" geben wird, wage ich - auch im Blick auf die bisherigen Titel - ordentlich zu bezweifeln. Wahrscheinlich werden wir uns bald mit dem schönen Begriff des "literarischen Krimis" und des "mehr als Krimis" herumplagen muessen, it's Suhrkamp, you know... Es geht, so auch die Verlagsverlautbarung, um "gut verkaeufliche Krimis". Natuerlich; nachvollziehbar. Damit ist aber absehbar, dass notwendige Wagnisse aussen vor bleiben. Fuer die sind nach wie vor die Kleinen verantwortlich. bye dpr
13 - Am 19/01/2009 um 21:12, von billabong
Winslows Dawn Patrol und Hylands Diamond Dove haben mich als hochkaraetige Kriminalromane begeistert. Ich hoffe, sie bleiben verschont von dem unsinnigen Label des "literarischen Krimis". Dawn Patrol erschien heute auf der Shortlist fuer den Dilys Award der Independent Mystery Booksellers Association.

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