Blogs ARTE TV : Aktuelle Beiträge des Blogs uswahlen http://blogs.arte.tv/ Aktuelle Beiträge des Blogs uswahlen. fr Wed, 5 Nov 2008 14:53:30 +0100 Blogs ARTE TV : Aktuelle Beiträge des Blogs uswahlen http://blogs.arte.tv/images/podcast/blogs.png http://blogs.arte.tv/ no Yes, you did it! http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=52528&blogName=uswahlen Wed, 5 Nov 2008 14:19:30 +0100 Yes, you did it!<br \><div>Stra&szlig;burg, 5. November 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>yes, you did it! Wie konnte ich daran zweifeln. Wenn sich jemand neu erfinden kann, dann seid Ihr es. Amerika. Wenn jemand den Mut zur Hoffnung hat, dann seid Ihr es. Amerika. Und wenn jemand seine Tr&auml;ume leben kann, dann seid Ihr es. Amerika. Yes, you did it. Ich gratuliere Euch von ganzem Herzen zu Eurer Wahl. Ihr habt Geschichte geschrieben. Ihr habt in einer Nacht die Herzen der Welt zur&uuml;ckerobert. Den Glauben an Eure Kraft. Meine Briefe waren nicht umsonst. Na gut, vielleicht lag es nicht nur an meinen Briefen. Kleiner Scherz, um das Pathos zu brechen. Ich stehe immer noch unter dem Eindruck der Rede, die Barack Obama heute Nacht gehalten hat. Ich hab Sie mir erst heute Morgen angesehen und ich sch&auml;me mich nicht, zuzugeben, dass ich eine G&auml;nsehaut hatte und Tr&auml;nen in den Augen. Und selbst als die Menschen sein &bdquo;Yes, we can&ldquo; wiederholten wie das &bdquo;Herr, erbame Dich&ldquo; in der Kirche, wirkte das mehr ergreifend als befremdend. </div> <div>Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die ganze Nacht aufzubleiben und alles live im Fernsehen zu verfolgen. Aber irgendwann bin ich dann doch vor Aufregungsersch&ouml;pfung eingeschlafen. Vorher hab ich mir die Wahl&uuml;bertragung mit einer alten Dame zusammen angesehen. Das war eine lustige Konstellation. Ich habe die Nacht in Stra&szlig;burg verbracht, wo ja Arte seinen Hauptsitz hat, weil wie gestern Abend noch eine Dokumentation zu den beiden Kandidaten gesendet haben, die ich anmoderiert habe. Interessant &uuml;brigens, darin den Werdegang Obamas noch einmal zu sehen. Wir sagen ja immer, er sei aus dem Nichts gekommen und es sei absolut &uuml;berraschend, dass er die Kandidatur &uuml;berhaupt erringen konnte. Aber das stimmt nicht. Bei seiner scheinbar so zur&uuml;ckhaltenden und so gar nicht aggressiven Art, hat Barack Obama seine Karriere doch mit allem Kalk&uuml;l und cooler Strategie verfolgt und durchaus auch die Ellbogen eingesetzt. Sp&auml;testens als er sich die Kandidatur zum US-Senat gegen eine alt gediente innerparteiliche Konkurrentin sicherte, um nicht zu sagen, er schubste sie bei Seite. Das war erst 2004. Und mit einer unglaublichen Chuzpe warf er dann nur zwei Jahre sp&auml;ter seinen Hut in den Ring f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftskandidatur, mit dem Kalk&uuml;l eben, dass es keine anderen unverbrauchten Kandidaten gibt. Auch Hillary konnte ja nicht f&uuml;r einen hoffnungsvollen Neuanfang stehen, sondern allenfalls f&uuml;r ein sentimentales Zur&uuml;ck in die Clinton-Jahre. </div> <div>Anyway, nach der Sendung bin ich in mein kleines Hotel gefahren, in dem ich immer &uuml;bernachte, wenn ich in Stra&szlig;burg bin. Es ist wirklich sehr klein, eines dieser alten windschiefen H&auml;user im Petite France-Viertel, ganz versteckt gelegen. Ich mag das. Die Besitzerin kommt urspr&uuml;nglich aus dem Iran und die alte Dame war ihre Mutter. Mit ihr sa&szlig; ich also ganz allein im Salon vor dem einzigen Fernseher und schaute die halbe Nacht CNN. Sie war deshalb so an den Wahlen interessiert, weil sie seit Jahrzehnten in den USA lebt und gerade bei ihrer Tochter zu Besuch war. Sie hatte den Iran vor der Revolution verlassen, zusammen mit ihrem Mann, der im Schah-Regime Oberbefehlshaber der iranischen Streitkr&auml;fte war, erz&auml;hlte sie mir. Sie flohen erst nach Stra&szlig;burg und dann weiter nach Los Angeles. Ihre Tochter, meine Hotelbesitzerin also, wollte aber lieber in Frankreich bleiben und so kam es also, dass wir gestern Nacht zusammen sa&szlig;en. Sie hat inzwischen die amerikanische Staatsb&uuml;rgerschaft und nat&uuml;rlich fragte ich sie, ob sie denn schon gew&auml;hlt habe. &bdquo;Obama&ldquo;, sagte sie sofort, &bdquo;ich habe Obama gew&auml;hlt&ldquo;. McCain sei ein alter Mann, sagte sie und das war etwas am&uuml;sant angesichts ihres eigenen Alters. Nat&uuml;rlich habe ich nicht gefragt, wie alt sie ist und ich will es hier auch gar nicht sch&auml;tzen, sie ist n&auml;mlich trotz ihrer Jahre von einer so w&uuml;rdevollen Sch&ouml;nheit, dass sich das verbietet. &bdquo;Und au&szlig;erdem muss sich wirklich etwas &auml;ndern und f&uuml;r einen wirklichen Wechsel steht glaubw&uuml;rdig nur Obama&ldquo;, das f&uuml;gte sie noch hinzu und dann starrten wir wieder auf den Fernseher und warteten auf die ersten Ergebnisse. Als Pennsylvania dann an Obama ging, waren wir zum ersten Mal etwas beruhigt. Das Erm&uuml;dende trotz aller Spannung war ja, dass man dann immer wieder eine Stunde warten musste, bis zeitzonenm&auml;&szlig;ig die n&auml;chsten Wahllokale schlossen. Und, na ja, wir schauten ja in Frankreich und da trinkt man nat&uuml;rlich auch einen guten Wein dazu und das machte dann auch mal m&uuml;de. Jedenfalls bin ich dann irgendwann nach drei Uhr ins Bett gegangen, w&auml;hrend die alte Dame weiter CNN schaute. Und als ich dann heute morgen nach dem Aufwachen nat&uuml;rlich sofort nachschaute, ob Obama denn nun auch wirklich gewonnen hatte und - yes, he did - w&auml;re ich am liebsten sofort ins Zimmer meiner neuen Freundin gest&uuml;rzt, um sie zu umarmen. Aber das ging nat&uuml;rlich nicht. Dear Americans, wir danken Euch, jetzt beginnt eine neue Zeit. </div> <div></div> <div>My very best regards</div> <div></div> <div>Thomas</div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Yes, you did it!<br \><div>Stra&szlig;burg, 5. November 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>yes, you did it! Wie konnte ich daran zweifeln. Wenn sich jemand neu erfinden kann, dann seid Ihr es. Amerika. Wenn jemand den Mut zur Hoffnung hat, dann seid Ihr es. Amerika. Und wenn jemand seine Tr&auml;ume leben kann, dann seid Ihr es. Amerika. Yes, you did it. Ich gratuliere Euch von ganzem Herzen zu Eurer Wahl. Ihr habt Geschichte geschrieben. Ihr habt in einer Nacht die Herzen der Welt zur&uuml;ckerobert. Den Glauben an Eure Kraft. Meine Briefe waren nicht umsonst. Na gut, vielleicht lag es nicht nur an meinen Briefen. Kleiner Scherz, um das Pathos zu brechen. Ich stehe immer noch unter dem Eindruck der Rede, die Barack Obama heute Nacht gehalten hat. Ich hab Sie mir erst heute Morgen angesehen und ich sch&auml;me mich nicht, zuzugeben, dass ich eine G&auml;nsehaut hatte und Tr&auml;nen in den Augen. Und selbst als die Menschen sein &bdquo;Yes, we can&ldquo; wiederholten wie das &bdquo;Herr, erbame Dich&ldquo; in der Kirche, wirkte das mehr ergreifend als befremdend. </div> <div>Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die ganze Nacht aufzubleiben und alles live im Fernsehen zu verfolgen. Aber irgendwann bin ich dann doch vor Aufregungsersch&ouml;pfung eingeschlafen. Vorher hab ich mir die Wahl&uuml;bertragung mit einer alten Dame zusammen angesehen. Das war eine lustige Konstellation. Ich habe die Nacht in Stra&szlig;burg verbracht, wo ja Arte seinen Hauptsitz hat, weil wie gestern Abend noch eine Dokumentation zu den beiden Kandidaten gesendet haben, die ich anmoderiert habe. Interessant &uuml;brigens, darin den Werdegang Obamas noch einmal zu sehen. Wir sagen ja immer, er sei aus dem Nichts gekommen und es sei absolut &uuml;berraschend, dass er die Kandidatur &uuml;berhaupt erringen konnte. Aber das stimmt nicht. Bei seiner scheinbar so zur&uuml;ckhaltenden und so gar nicht aggressiven Art, hat Barack Obama seine Karriere doch mit allem Kalk&uuml;l und cooler Strategie verfolgt und durchaus auch die Ellbogen eingesetzt. Sp&auml;testens als er sich die Kandidatur zum US-Senat gegen eine alt gediente innerparteiliche Konkurrentin sicherte, um nicht zu sagen, er schubste sie bei Seite. Das war erst 2004. Und mit einer unglaublichen Chuzpe warf er dann nur zwei Jahre sp&auml;ter seinen Hut in den Ring f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftskandidatur, mit dem Kalk&uuml;l eben, dass es keine anderen unverbrauchten Kandidaten gibt. Auch Hillary konnte ja nicht f&uuml;r einen hoffnungsvollen Neuanfang stehen, sondern allenfalls f&uuml;r ein sentimentales Zur&uuml;ck in die Clinton-Jahre. </div> <div>Anyway, nach der Sendung bin ich in mein kleines Hotel gefahren, in dem ich immer &uuml;bernachte, wenn ich in Stra&szlig;burg bin. Es ist wirklich sehr klein, eines dieser alten windschiefen H&auml;user im Petite France-Viertel, ganz versteckt gelegen. Ich mag das. Die Besitzerin kommt urspr&uuml;nglich aus dem Iran und die alte Dame war ihre Mutter. Mit ihr sa&szlig; ich also ganz allein im Salon vor dem einzigen Fernseher und schaute die halbe Nacht CNN. Sie war deshalb so an den Wahlen interessiert, weil sie seit Jahrzehnten in den USA lebt und gerade bei ihrer Tochter zu Besuch war. Sie hatte den Iran vor der Revolution verlassen, zusammen mit ihrem Mann, der im Schah-Regime Oberbefehlshaber der iranischen Streitkr&auml;fte war, erz&auml;hlte sie mir. Sie flohen erst nach Stra&szlig;burg und dann weiter nach Los Angeles. Ihre Tochter, meine Hotelbesitzerin also, wollte aber lieber in Frankreich bleiben und so kam es also, dass wir gestern Nacht zusammen sa&szlig;en. Sie hat inzwischen die amerikanische Staatsb&uuml;rgerschaft und nat&uuml;rlich fragte ich sie, ob sie denn schon gew&auml;hlt habe. &bdquo;Obama&ldquo;, sagte sie sofort, &bdquo;ich habe Obama gew&auml;hlt&ldquo;. McCain sei ein alter Mann, sagte sie und das war etwas am&uuml;sant angesichts ihres eigenen Alters. Nat&uuml;rlich habe ich nicht gefragt, wie alt sie ist und ich will es hier auch gar nicht sch&auml;tzen, sie ist n&auml;mlich trotz ihrer Jahre von einer so w&uuml;rdevollen Sch&ouml;nheit, dass sich das verbietet. &bdquo;Und au&szlig;erdem muss sich wirklich etwas &auml;ndern und f&uuml;r einen wirklichen Wechsel steht glaubw&uuml;rdig nur Obama&ldquo;, das f&uuml;gte sie noch hinzu und dann starrten wir wieder auf den Fernseher und warteten auf die ersten Ergebnisse. Als Pennsylvania dann an Obama ging, waren wir zum ersten Mal etwas beruhigt. Das Erm&uuml;dende trotz aller Spannung war ja, dass man dann immer wieder eine Stunde warten musste, bis zeitzonenm&auml;&szlig;ig die n&auml;chsten Wahllokale schlossen. Und, na ja, wir schauten ja in Frankreich und da trinkt man nat&uuml;rlich auch einen guten Wein dazu und das machte dann auch mal m&uuml;de. Jedenfalls bin ich dann irgendwann nach drei Uhr ins Bett gegangen, w&auml;hrend die alte Dame weiter CNN schaute. Und als ich dann heute morgen nach dem Aufwachen nat&uuml;rlich sofort nachschaute, ob Obama denn nun auch wirklich gewonnen hatte und - yes, he did - w&auml;re ich am liebsten sofort ins Zimmer meiner neuen Freundin gest&uuml;rzt, um sie zu umarmen. Aber das ging nat&uuml;rlich nicht. Dear Americans, wir danken Euch, jetzt beginnt eine neue Zeit. </div> <div></div> <div>My very best regards</div> <div></div> <div>Thomas</div> no Thomas Kausch Jetzt oder nie http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=52424&blogName=uswahlen Tue, 4 Nov 2008 13:17:04 +0100 Jetzt oder nie<br \><div><font size="2">Berlin, 4. November 2008</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Dear Americans,</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>ich hab alles gegeben. </font></div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Ich hab Euch 20 Briefe geschrieben. </font></div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Now it's your turn to make history.</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Bitte versemmelt es&nbsp;nicht.</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>All the best</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Thomas</font></div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Jetzt oder nie<br \><div><font size="2">Berlin, 4. November 2008</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Dear Americans,</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>ich hab alles gegeben. </font></div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Ich hab Euch 20 Briefe geschrieben. </font></div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Now it's your turn to make history.</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Bitte versemmelt es&nbsp;nicht.</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>All the best</font> </div> <div>&nbsp; </div> <div><font size="2"><defanghtml_span></defanghtml_span>Thomas</font></div> no Thomas Kausch Auswanderer-Stimmen http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=52269&blogName=uswahlen Mon, 3 Nov 2008 09:48:20 +0100 Auswanderer-Stimmen<br \><p>Berlin, 3. November 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p><br /> morgen ist es also soweit. Nach fast zwei Jahren Vorwahlkampf und Wahlkampf f&auml;llt endlich die Entscheidung. Alle Argumente sind hinl&auml;nglich ausgetauscht. Es gibt nichts mehr zu sagen. Wir k&ouml;nnen nur noch warten. Das ist aber zerm&uuml;rbend, deshalb habe ich mir ein wenig die Zeit vertrieben und noch einmal gechattet. </p> <p>Ein guter Freund von mir, Thies Sponholz, ist der Direktor des &bdquo;Hotel de Rome&ldquo;, eines gro&szlig;en Berliner 5-Sterne-Hotels. Er kennt sich aus in der Welt, denn er ist rumgekommen. Wie das so ist in der Hotelbranche. Aber jetzt kommt das Beste: Er hat einen Onkel in Amerika, Uwe Sponholz! Wow! Ihr m&uuml;sst wissen, das ist der Traum eines jeden Jungen hier im alten Europa, jedenfalls in Deutschland. Einen Onkel in Amerika zu haben. Der seinem Neffen tolle Sachen schickt, die es nur in Amerika gibt und den man in den Ferien besuchen kann. Die Tante nat&uuml;rlich auch. Thies hat mir ihre E-mail-Adresse gegeben, weil ich wissen wollte, was Deutsche in Amerika jetzt so &uuml;ber Amerika denken in diesen bewegten Zeiten. </p> <p>TK: Hallo Herr Sponholz, entsprechen Sie auch dem Klischee? Der reiche Onkel in Amerika, der seinem Neffen immer ganz tolle Geschenke geschickt hat?<br /> US: Ab und zu haben wir ihm mal etwas geschickt, worauf er sich immer sehr gefreut hat.<br /> TK: Wie und wann hat es Sie nach Amerika verschlagen? Und wo leben Sie eigentlich?<br /> US: Ich bin 1951 ausgewandert, urspr&uuml;nglich aus Kiel, zu meiner Tante in North California.&nbsp; Wir wohnen jetzt etwas s&uuml;dlich von San Francisco in San Mateo.<br /> TK: Und warum sind Sie ausgewandert?<br /> US: Es waren schlechte Zeiten in Deutschland damals, gerade nach Kriegsende. Und Amerika war und ist das Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten.&nbsp; Meine Tante, die Schwester meiner Mutter, hatte mich eingeladen und ich habe sofort &quot;Ja&quot; gesagt.&nbsp; Habe es nie bereut.<br /> TK: Was beeindruckt Sie besonders an Amerika und den Amerikanern?<br /> US: Amerika bietet einem viele berufliche M&ouml;glichkeiten, das gro&szlig;e und offene Land, das Leben &uuml;berhaupt.&nbsp; Die Amerikaner sind sehr gastfreundlich, lebhaft, flexibel, gro&szlig;z&uuml;gig.&nbsp; &quot;Live and let live&quot;.&nbsp; Wer hart arbeitet, kann es hier immer noch zu etwas bringen.<br /> TK: Welchen Beruf haben Sie denn? <br /> US: Ich will noch hinzuf&uuml;gen, dass es damals gar nicht einfach war f&uuml;r mich, ein Visum zu bekommen, denn in den Augen der Amerikanischen Regierung war ich ein ehemaliger Nazi, denn ich geh&ouml;rte der Deutschen Jugend an, als ich 10 Jahre alt war.<br /> TK: Haben die Amerikaner Sie das sp&uuml;ren lassen, ich meine nicht die Beh&ouml;rden, die Menschen?<br /> US: Nein &uuml;berhaupt nicht, sie haben mich mit offenen Armen empfangen.<br /> TK: Was ist also Ihr Beruf?<br /> US: Ich was fast mein ganzes Leben lang selbst&auml;ndig, in verschieden Branchen, der Pharma Branche, In- und Export, und der Electronic. Schon im Alter von 20 Jahren war ich Mitinhaber einer kleinen Firma.<br /> Mit 14 habe ich&nbsp;das Visum f&uuml;r Amerika beantragt und als ich 17 Jahre alt war, habe ich es endlich bekommen.<br /> TK: So fr&uuml;h wussten Sie schon, dass Sie nach Amerika wollten?! Wie alt waren Sie denn dann, als Sie auswanderten?<br /> US: Ja, ich hatte leider keine sch&ouml;ne Jugend, bin 1934 geboren, als ich dann so zur Besinnung kam, fing der Zweite Weltkrieg an.&nbsp; Die Kriegsjahre in Kiel waren nicht gerade sch&ouml;n, und dann kamen die schlimmen Nachkriegsjahre, nur ein kleines Zimmer f&uuml;r meine Mutter und uns 4 Kinder, (mein Vater war in englischer Kriegsgefangenschaft), der ewige Hunger, ein langer Fu&szlig;weg zur Schule, usw.&nbsp;Als uns dann 1947 meine Tante aus Amerika besuchte, hat sie mir angeboten, mich zu sponsern, was ich sofort annahm. Mit 17 bin ich dann ausgewandert. Meine Zeit in Deutschland war nicht sch&ouml;n.&nbsp; Bin auch erst 1965 das erste Mal wieder zu Besuch gekommen.&nbsp; Danach aber jedes Jahr wieder, jetzt liebe ich Deutschland. <br /> TK: Morgen ist der Tag der Entscheidung in den USA. D&uuml;rfen Sie auch w&auml;hlen? Haben Sie einen amerikanischen Pass?<br /> US: Ja, meine Frau und ich sind US-B&uuml;rger.&nbsp; Ich wurde schon 1956 Amerikaner und Ingrid vor zwei Jahren.&nbsp; Wir haben beide schon per Briefwahl gew&auml;hlt.&nbsp; Ingrid konnte ihre Deutsche Staatsb&uuml;rgerschaft behalten, damals musste ich meine aufgeben.<br /> TK: Jetzt bin ich nat&uuml;rlich neugierig &ndash; darf ich Sie fragen, wen Sie gew&auml;hlt haben?<br /> US: Ja, ich habe McCain und Ingrid Obama gew&auml;hlt<br /> TK: Das ist ja interessant! Haben Sie dar&uuml;ber gestritten?<br /> US: Nein, wir respektieren die Meinungen des Partners.&nbsp; Und es hilft sowieso nicht, dar&uuml;ber zu streiten, denn hier in California wird McCain sowieso keine Chance haben. <br /> TK: Haben Sie keine Sorgen, dass McCain zu alt ist? Stellen Sie sich vor, Frau Palin m&uuml;sste &uuml;bernehmen. Um Gottes Willen, das geht doch nicht!<br /> US: Ich bin der Meinung, dass Frau Palin genau so qualifiziert ist wie Obama.&nbsp; Sie ist eine Governeurin, und er hat noch kein hohes Amt au&szlig;er Senator gehabt. Aber meine Frau ist genau Ihrer Meinung.<br /> TK: Dann richten Sie Ihrer Frau schon mal meine besten Gr&uuml;&szlig;e aus! Was gef&auml;llt Ihnen denn an McCain? <br /> US: Da m&uuml;sste ich ein Buch schreiben, aber kurz gefasst, er ist f&uuml;r wenig Government, er ist f&uuml;r freie Wirtschaft, f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung unserer Soldaten im Irak, um ein gutes Ende zu erzielen, f&uuml;r freiwillige Krankenversicherungen mit Hilfe des Staates, usw. <br /> TK: Und was gef&auml;llt Ihrer Frau an Obama?<br /> US: Und, nicht zu vergessen, gegen den Sozialismus der Obama, Pelosi, Boxes, etc. -Klicke<br /> TK: Oh, jetzt habe ich Sie aber ins Rollen gebracht. Was mag Ihre Frau an Obama?<br /> US: Das sollte sie selbst schreiben.<br /> Ingrid Sponholz: Seine Intelligenz, seine Dynamik, seine Ausstrahlung und Menschlichkeit, seine Jugend verglichen mit McCain.<br /> TK: Oh, Frau Sponholz, Sie sind auch da! Ich bewundere Ihr politisches Gesp&uuml;r!<br /> IS: Danke.<br /> TK: Dass Sie Ihren Mann nicht davon &uuml;berzeugen konnten!<br /> IS: Mir ist Amerika wichtiger.<br /> US: Ich bin nicht so einfach zu &uuml;berzeugen.<br /> TK: Bekommen die Amerikaner, also auch Sie, eigentlich mit, dass die ganze Welt Obama w&auml;hlen w&uuml;rde? So gesehen tragen Sie eine globale Verantwortung, wenn sie ihre Stimme abgeben.<br /> US: Wir w&auml;hlen f&uuml;r unser Land.&nbsp; Wir werden sehen, ob die ganze Welt Recht hatte in den n&auml;chsten Jahren.<br /> TK: Vielen Dank f&uuml;r dieses wirklich sehr interessante Gespr&auml;ch. Nur schade, dass Sie Ihren Brief mit Ihrer McCain-Stimme schon abgeschickt haben, Herr Sponholz, sonst h&auml;tte ich sie noch zu &uuml;berzeugen versucht, auf Obama umzuschwenken. Aber wenn Ihre Frau das schon nicht geschafft hat... Aber wie sagten Sie vorhin: live and let live. In diesem Sinne: Vielen Dank und alles Gute f&uuml;r Sie beide.<br /> US und IS: Wir danken Ihnen auch und w&uuml;nschen Ihnen alles Gute. </p> <p><br /> Tja, da sieht man es, zwei zuf&auml;llig ausgew&auml;hlte Stimmen und die eine ist f&uuml;r McCain, die andere f&uuml;r Obama. Es wird bestimmt noch spannender morgen, als wir denken.</p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Auswanderer-Stimmen<br \><p>Berlin, 3. November 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p><br /> morgen ist es also soweit. Nach fast zwei Jahren Vorwahlkampf und Wahlkampf f&auml;llt endlich die Entscheidung. Alle Argumente sind hinl&auml;nglich ausgetauscht. Es gibt nichts mehr zu sagen. Wir k&ouml;nnen nur noch warten. Das ist aber zerm&uuml;rbend, deshalb habe ich mir ein wenig die Zeit vertrieben und noch einmal gechattet. </p> <p>Ein guter Freund von mir, Thies Sponholz, ist der Direktor des &bdquo;Hotel de Rome&ldquo;, eines gro&szlig;en Berliner 5-Sterne-Hotels. Er kennt sich aus in der Welt, denn er ist rumgekommen. Wie das so ist in der Hotelbranche. Aber jetzt kommt das Beste: Er hat einen Onkel in Amerika, Uwe Sponholz! Wow! Ihr m&uuml;sst wissen, das ist der Traum eines jeden Jungen hier im alten Europa, jedenfalls in Deutschland. Einen Onkel in Amerika zu haben. Der seinem Neffen tolle Sachen schickt, die es nur in Amerika gibt und den man in den Ferien besuchen kann. Die Tante nat&uuml;rlich auch. Thies hat mir ihre E-mail-Adresse gegeben, weil ich wissen wollte, was Deutsche in Amerika jetzt so &uuml;ber Amerika denken in diesen bewegten Zeiten. </p> <p>TK: Hallo Herr Sponholz, entsprechen Sie auch dem Klischee? Der reiche Onkel in Amerika, der seinem Neffen immer ganz tolle Geschenke geschickt hat?<br /> US: Ab und zu haben wir ihm mal etwas geschickt, worauf er sich immer sehr gefreut hat.<br /> TK: Wie und wann hat es Sie nach Amerika verschlagen? Und wo leben Sie eigentlich?<br /> US: Ich bin 1951 ausgewandert, urspr&uuml;nglich aus Kiel, zu meiner Tante in North California.&nbsp; Wir wohnen jetzt etwas s&uuml;dlich von San Francisco in San Mateo.<br /> TK: Und warum sind Sie ausgewandert?<br /> US: Es waren schlechte Zeiten in Deutschland damals, gerade nach Kriegsende. Und Amerika war und ist das Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten.&nbsp; Meine Tante, die Schwester meiner Mutter, hatte mich eingeladen und ich habe sofort &quot;Ja&quot; gesagt.&nbsp; Habe es nie bereut.<br /> TK: Was beeindruckt Sie besonders an Amerika und den Amerikanern?<br /> US: Amerika bietet einem viele berufliche M&ouml;glichkeiten, das gro&szlig;e und offene Land, das Leben &uuml;berhaupt.&nbsp; Die Amerikaner sind sehr gastfreundlich, lebhaft, flexibel, gro&szlig;z&uuml;gig.&nbsp; &quot;Live and let live&quot;.&nbsp; Wer hart arbeitet, kann es hier immer noch zu etwas bringen.<br /> TK: Welchen Beruf haben Sie denn? <br /> US: Ich will noch hinzuf&uuml;gen, dass es damals gar nicht einfach war f&uuml;r mich, ein Visum zu bekommen, denn in den Augen der Amerikanischen Regierung war ich ein ehemaliger Nazi, denn ich geh&ouml;rte der Deutschen Jugend an, als ich 10 Jahre alt war.<br /> TK: Haben die Amerikaner Sie das sp&uuml;ren lassen, ich meine nicht die Beh&ouml;rden, die Menschen?<br /> US: Nein &uuml;berhaupt nicht, sie haben mich mit offenen Armen empfangen.<br /> TK: Was ist also Ihr Beruf?<br /> US: Ich was fast mein ganzes Leben lang selbst&auml;ndig, in verschieden Branchen, der Pharma Branche, In- und Export, und der Electronic. Schon im Alter von 20 Jahren war ich Mitinhaber einer kleinen Firma.<br /> Mit 14 habe ich&nbsp;das Visum f&uuml;r Amerika beantragt und als ich 17 Jahre alt war, habe ich es endlich bekommen.<br /> TK: So fr&uuml;h wussten Sie schon, dass Sie nach Amerika wollten?! Wie alt waren Sie denn dann, als Sie auswanderten?<br /> US: Ja, ich hatte leider keine sch&ouml;ne Jugend, bin 1934 geboren, als ich dann so zur Besinnung kam, fing der Zweite Weltkrieg an.&nbsp; Die Kriegsjahre in Kiel waren nicht gerade sch&ouml;n, und dann kamen die schlimmen Nachkriegsjahre, nur ein kleines Zimmer f&uuml;r meine Mutter und uns 4 Kinder, (mein Vater war in englischer Kriegsgefangenschaft), der ewige Hunger, ein langer Fu&szlig;weg zur Schule, usw.&nbsp;Als uns dann 1947 meine Tante aus Amerika besuchte, hat sie mir angeboten, mich zu sponsern, was ich sofort annahm. Mit 17 bin ich dann ausgewandert. Meine Zeit in Deutschland war nicht sch&ouml;n.&nbsp; Bin auch erst 1965 das erste Mal wieder zu Besuch gekommen.&nbsp; Danach aber jedes Jahr wieder, jetzt liebe ich Deutschland. <br /> TK: Morgen ist der Tag der Entscheidung in den USA. D&uuml;rfen Sie auch w&auml;hlen? Haben Sie einen amerikanischen Pass?<br /> US: Ja, meine Frau und ich sind US-B&uuml;rger.&nbsp; Ich wurde schon 1956 Amerikaner und Ingrid vor zwei Jahren.&nbsp; Wir haben beide schon per Briefwahl gew&auml;hlt.&nbsp; Ingrid konnte ihre Deutsche Staatsb&uuml;rgerschaft behalten, damals musste ich meine aufgeben.<br /> TK: Jetzt bin ich nat&uuml;rlich neugierig &ndash; darf ich Sie fragen, wen Sie gew&auml;hlt haben?<br /> US: Ja, ich habe McCain und Ingrid Obama gew&auml;hlt<br /> TK: Das ist ja interessant! Haben Sie dar&uuml;ber gestritten?<br /> US: Nein, wir respektieren die Meinungen des Partners.&nbsp; Und es hilft sowieso nicht, dar&uuml;ber zu streiten, denn hier in California wird McCain sowieso keine Chance haben. <br /> TK: Haben Sie keine Sorgen, dass McCain zu alt ist? Stellen Sie sich vor, Frau Palin m&uuml;sste &uuml;bernehmen. Um Gottes Willen, das geht doch nicht!<br /> US: Ich bin der Meinung, dass Frau Palin genau so qualifiziert ist wie Obama.&nbsp; Sie ist eine Governeurin, und er hat noch kein hohes Amt au&szlig;er Senator gehabt. Aber meine Frau ist genau Ihrer Meinung.<br /> TK: Dann richten Sie Ihrer Frau schon mal meine besten Gr&uuml;&szlig;e aus! Was gef&auml;llt Ihnen denn an McCain? <br /> US: Da m&uuml;sste ich ein Buch schreiben, aber kurz gefasst, er ist f&uuml;r wenig Government, er ist f&uuml;r freie Wirtschaft, f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung unserer Soldaten im Irak, um ein gutes Ende zu erzielen, f&uuml;r freiwillige Krankenversicherungen mit Hilfe des Staates, usw. <br /> TK: Und was gef&auml;llt Ihrer Frau an Obama?<br /> US: Und, nicht zu vergessen, gegen den Sozialismus der Obama, Pelosi, Boxes, etc. -Klicke<br /> TK: Oh, jetzt habe ich Sie aber ins Rollen gebracht. Was mag Ihre Frau an Obama?<br /> US: Das sollte sie selbst schreiben.<br /> Ingrid Sponholz: Seine Intelligenz, seine Dynamik, seine Ausstrahlung und Menschlichkeit, seine Jugend verglichen mit McCain.<br /> TK: Oh, Frau Sponholz, Sie sind auch da! Ich bewundere Ihr politisches Gesp&uuml;r!<br /> IS: Danke.<br /> TK: Dass Sie Ihren Mann nicht davon &uuml;berzeugen konnten!<br /> IS: Mir ist Amerika wichtiger.<br /> US: Ich bin nicht so einfach zu &uuml;berzeugen.<br /> TK: Bekommen die Amerikaner, also auch Sie, eigentlich mit, dass die ganze Welt Obama w&auml;hlen w&uuml;rde? So gesehen tragen Sie eine globale Verantwortung, wenn sie ihre Stimme abgeben.<br /> US: Wir w&auml;hlen f&uuml;r unser Land.&nbsp; Wir werden sehen, ob die ganze Welt Recht hatte in den n&auml;chsten Jahren.<br /> TK: Vielen Dank f&uuml;r dieses wirklich sehr interessante Gespr&auml;ch. Nur schade, dass Sie Ihren Brief mit Ihrer McCain-Stimme schon abgeschickt haben, Herr Sponholz, sonst h&auml;tte ich sie noch zu &uuml;berzeugen versucht, auf Obama umzuschwenken. Aber wenn Ihre Frau das schon nicht geschafft hat... Aber wie sagten Sie vorhin: live and let live. In diesem Sinne: Vielen Dank und alles Gute f&uuml;r Sie beide.<br /> US und IS: Wir danken Ihnen auch und w&uuml;nschen Ihnen alles Gute. </p> <p><br /> Tja, da sieht man es, zwei zuf&auml;llig ausgew&auml;hlte Stimmen und die eine ist f&uuml;r McCain, die andere f&uuml;r Obama. Es wird bestimmt noch spannender morgen, als wir denken.</p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> no Thomas Kausch Wehmut http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=52028&blogName=uswahlen Fri, 31 Oct 2008 12:22:04 +0100 Wehmut<br \><div>Berlin, 31. Oktober</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div>nur noch vier Tage. Das letzte Wochenende vor der Entscheidung. Einmal noch zur Kirche gehen am Sonntag und beten, dass alles gut geht. Erinnert Ihr Euch? Ich habe einem meiner ersten Brief an Euch einen Chat mit meinem ehemaligen Kollegen in New York, dem ZDF-Korrespondenten Joachim Holtz, beigef&uuml;gt. Jetzt habe ich ihn wieder angefunkt.</div> <div>TK: Hi Joachim, drei Wochen ist es her, seit wir zuletzt gechattet haben. Was ist Dir inzwischen aufgefallen?<br /> JH: Ich &auml;rgere mich immer mehr &uuml;ber Palin, werde fast traurig,<br /> dass Hillary es nicht geschafft hat. Wenn ich mir vorstelle, dass dem alten Herrn McCain die Puste ausgeht, woah, Thomas, kaum vorstellbar, dann zieht diese Frau ohne Politik-Wissen ins White House. Ich f&uuml;rchte, die verwechselt als erstes den Atomkoffer des Oberbefehlshabers mit ihrem Schminkk&ouml;fferchen.<br /> TK: Aber mit Hillary h&auml;tten wir keinen Obama. Das kann man sich auch nicht mehr vorstellen. Die Welt hat Obama l&auml;ngst gew&auml;hlt. Das w&auml;re ein globaler Schock, wenn er doch noch verliert.<br /> JH: Es wird so still in Deutschland, kaum jemand wagt eine Prognose &uuml;ber den Wahlausgang in den USA, keiner wagt ein bisschen Euphorie.<br /> Eher Hoffnung, Hoffnung auf einen Sieg von Obama. Und ich gr&uuml;ble manchmal, was Angela Merkel wohl denkt, wenn sie von Obamas guten Aussichten liest. Ja Ja, die CDU steht den Republikanern n&auml;her, den Konservativen, und daher wollte die Kanzlerin Obama im Juli angeblich nicht am geschichtstr&auml;chtigen Brandenburger Tor reden lassen. Kennedy-Erinnerungen. Jetzt ahnt sie vielleicht, dass sie etwas falsch gemacht hat. Obama trat an der Siegess&auml;ule auf, klingt heute passend. Yes, we can.</div> <div><br /> TK: Ja, das war kleinlich mit dem Brandenburger Tor. Kein Gef&uuml;hl f&uuml;r den Moment. Apropos kleinlich: Obama hat fast 800 Millionen Dollar Spenden eingesammelt, McCain nicht mal die H&auml;lfte. Gibst Du denen Recht, die sagen, man k&ouml;nne sich die Pr&auml;sidentschaft in den USA kaufen?<br /> JH: Ehrlich gesagt, ich will so gern an Obama glauben.<br /> Daher z&ouml;gere ich, JA zu sagen. Wir werden es an den politischen Entscheidungen des neuen Pr&auml;sidenten erkennen.<br /> TK: Er wird bei Einigen in der Schuld stehen. <br /> JH: Auch er ist ein Amerikaner, wenn auch ein etwas anderer. <br /> TK: Immerhin kann er sich zur Not im Keller des Wei&szlig;en Hauses Geld holen. Hast Du gelesen? Da steht ein Geld-Automat der White House Credit Union, oder so &auml;hnlich!<br /> JH: Hoffentlich findet er da auch etwas anderes als Pizza.<br /> TK: Ja, Obama ist kein Pizza-Typ. Das ist ein Kultur-Mensch. Schon merkw&uuml;rdig, dass wir uns so sehr in einen Politiker in einem fernen Land verlieben k&ouml;nnen, den wir in Wirklichkeit &uuml;berhaupt nicht kennen.<br /> JH: Was meinst du, werden die vielen jungen Amerikaner, die jetzt wahlberechtigt sind, auch den j&uuml;ngeren Kandidaten w&auml;hlen? Wenn sie alle im Internet sind, werden sie dort ja am meisten Obama begegnen, Cyber-Obama. <br /> TK: Hoffen wir es. Aber merkst Du es, Joachim? Irgendwie bin ich ein bisschen wehm&uuml;tig. Knapp zwei Jahre h&auml;lt uns der Wahlkampf jetzt in Atem, inklusive Vorwahlkampf. Ich werde es vermissen. Die Hoffnung ist ja oft erquickender als die Realit&auml;t des Alltags, der dann bald beginnt. So oder so. Ich glaube, es ist auch alles gesagt. Lass uns jetzt festlegen: Ein Erdrutsch-Sieg f&uuml;r Obama, ein knapper Sieg f&uuml;r Obama oder ein knapper Sieg f&uuml;r McCain?<br /> JH: Ich lass mich von der Hoffnung leiten, ein Erdrutsch-Sieg f&uuml;r Obama.<br /> TK: Ich w&uuml;rde Dir gern zustimmen, aber ich f&uuml;rchte es wird knapp. </div> <div></div> <div>In diesem Sinne, dear Americans, nutzt den Sonntag und betet!</div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas</div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Wehmut<br \><div>Berlin, 31. Oktober</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div>nur noch vier Tage. Das letzte Wochenende vor der Entscheidung. Einmal noch zur Kirche gehen am Sonntag und beten, dass alles gut geht. Erinnert Ihr Euch? Ich habe einem meiner ersten Brief an Euch einen Chat mit meinem ehemaligen Kollegen in New York, dem ZDF-Korrespondenten Joachim Holtz, beigef&uuml;gt. Jetzt habe ich ihn wieder angefunkt.</div> <div>TK: Hi Joachim, drei Wochen ist es her, seit wir zuletzt gechattet haben. Was ist Dir inzwischen aufgefallen?<br /> JH: Ich &auml;rgere mich immer mehr &uuml;ber Palin, werde fast traurig,<br /> dass Hillary es nicht geschafft hat. Wenn ich mir vorstelle, dass dem alten Herrn McCain die Puste ausgeht, woah, Thomas, kaum vorstellbar, dann zieht diese Frau ohne Politik-Wissen ins White House. Ich f&uuml;rchte, die verwechselt als erstes den Atomkoffer des Oberbefehlshabers mit ihrem Schminkk&ouml;fferchen.<br /> TK: Aber mit Hillary h&auml;tten wir keinen Obama. Das kann man sich auch nicht mehr vorstellen. Die Welt hat Obama l&auml;ngst gew&auml;hlt. Das w&auml;re ein globaler Schock, wenn er doch noch verliert.<br /> JH: Es wird so still in Deutschland, kaum jemand wagt eine Prognose &uuml;ber den Wahlausgang in den USA, keiner wagt ein bisschen Euphorie.<br /> Eher Hoffnung, Hoffnung auf einen Sieg von Obama. Und ich gr&uuml;ble manchmal, was Angela Merkel wohl denkt, wenn sie von Obamas guten Aussichten liest. Ja Ja, die CDU steht den Republikanern n&auml;her, den Konservativen, und daher wollte die Kanzlerin Obama im Juli angeblich nicht am geschichtstr&auml;chtigen Brandenburger Tor reden lassen. Kennedy-Erinnerungen. Jetzt ahnt sie vielleicht, dass sie etwas falsch gemacht hat. Obama trat an der Siegess&auml;ule auf, klingt heute passend. Yes, we can.</div> <div><br /> TK: Ja, das war kleinlich mit dem Brandenburger Tor. Kein Gef&uuml;hl f&uuml;r den Moment. Apropos kleinlich: Obama hat fast 800 Millionen Dollar Spenden eingesammelt, McCain nicht mal die H&auml;lfte. Gibst Du denen Recht, die sagen, man k&ouml;nne sich die Pr&auml;sidentschaft in den USA kaufen?<br /> JH: Ehrlich gesagt, ich will so gern an Obama glauben.<br /> Daher z&ouml;gere ich, JA zu sagen. Wir werden es an den politischen Entscheidungen des neuen Pr&auml;sidenten erkennen.<br /> TK: Er wird bei Einigen in der Schuld stehen. <br /> JH: Auch er ist ein Amerikaner, wenn auch ein etwas anderer. <br /> TK: Immerhin kann er sich zur Not im Keller des Wei&szlig;en Hauses Geld holen. Hast Du gelesen? Da steht ein Geld-Automat der White House Credit Union, oder so &auml;hnlich!<br /> JH: Hoffentlich findet er da auch etwas anderes als Pizza.<br /> TK: Ja, Obama ist kein Pizza-Typ. Das ist ein Kultur-Mensch. Schon merkw&uuml;rdig, dass wir uns so sehr in einen Politiker in einem fernen Land verlieben k&ouml;nnen, den wir in Wirklichkeit &uuml;berhaupt nicht kennen.<br /> JH: Was meinst du, werden die vielen jungen Amerikaner, die jetzt wahlberechtigt sind, auch den j&uuml;ngeren Kandidaten w&auml;hlen? Wenn sie alle im Internet sind, werden sie dort ja am meisten Obama begegnen, Cyber-Obama. <br /> TK: Hoffen wir es. Aber merkst Du es, Joachim? Irgendwie bin ich ein bisschen wehm&uuml;tig. Knapp zwei Jahre h&auml;lt uns der Wahlkampf jetzt in Atem, inklusive Vorwahlkampf. Ich werde es vermissen. Die Hoffnung ist ja oft erquickender als die Realit&auml;t des Alltags, der dann bald beginnt. So oder so. Ich glaube, es ist auch alles gesagt. Lass uns jetzt festlegen: Ein Erdrutsch-Sieg f&uuml;r Obama, ein knapper Sieg f&uuml;r Obama oder ein knapper Sieg f&uuml;r McCain?<br /> JH: Ich lass mich von der Hoffnung leiten, ein Erdrutsch-Sieg f&uuml;r Obama.<br /> TK: Ich w&uuml;rde Dir gern zustimmen, aber ich f&uuml;rchte es wird knapp. </div> <div></div> <div>In diesem Sinne, dear Americans, nutzt den Sonntag und betet!</div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas</div> no Thomas Kausch Müll trennen http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51989&blogName=uswahlen Thu, 30 Oct 2008 14:09:27 +0100 Müll trennen<br \><p>Berlin, 30. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>dies ist schon mein 18. Brief an Euch und ich habe immer noch keine Antwort bekommen. Manchmal frage ich mich, ob Ihr meine Briefe &uuml;berhaupt lest. Allerdings habe ich jetzt gerade irgendwo gelesen, dass ich nicht der einzige Journalist bin, der sich in diesem Wahlkampf in einer Sinnkrise befindet. Dass ich nicht mal mehr wei&szlig;, wo ich das gelesen habe, ist ein guter Beleg daf&uuml;r. Noch nie haben so viele Menschen &uuml;ber einen amerikanischen Wahlkampf berichtet wie diesmal. Das liegt am Internet, falls Ihr Euch gefragt habt, woran das liegt. Jeder kann da ja schreiben, was er will. Selbst ein deutscher Arte-Journalist, der gerade ein bisschen quer durch Europa reist, der sich so gesehen im Grunde verfahren hat, denn eigentlich m&uuml;sste er ja mit den Kandidaten im Wahlkampftross unterwegs sein, einer von den &bdquo;Boys on the Bus&ldquo;, nach dem Titel des legend&auml;ren Buches von Timothy Crouse &uuml;ber den Wahlkampf 1972, der zeigte, dass am Ende alle Washingtoner Star-Journalisten, die mit dem Kandidaten im Bus unterwegs waren, das gleiche schrieben. Logisch ja eigentlich. Ich erinnere mich an meine Eins&auml;tze als Kriegsreporter. Manchmal fassten mein Team und ich morgens den Entschluss, an den Ort xy zu fahren, wo keine Pressekonferenz anberaumt war. In Bosnien, oder Ruanda oder Somalia oder sonst wo. Man hatte dann aber doch immer ein verdammt bl&ouml;des Gef&uuml;hl, wenn man da ganz alleine war. Exklusivgeschichte hin oder her.&nbsp; Verpasst man am Ende nicht wichtige Ereignisse an einem anderen Ort? Da wo alle waren? Meistens sind wir deshalb dann doch dem Herdentrieb gefolgt und es ist schon so: Im Grunde haben dann alle das gleiche berichtet. Apropos Somalia. Das werde ich nie vergessen. Von wegen amerikanischer Vorzeige-Journalismus. Die Invasion 1993 &ndash; ja, ich glaube es war 93, oder? Sp&auml;ter in &bdquo;Black Hawk Down&ldquo; verfilmt. Schon vor George Bush wollten Eure Pr&auml;sidenten ja immer die Welt retten. Jedenfalls kommen wir da zum Strand, wo die Invasion erwartet wird, und oben auf der D&uuml;ne steht ein News-Anchorman neben dem anderen: Dan Rather, Tom Brakow, Peter Jennings selig, ich stand neben Ted Koppel. Damals habe ich als Producer f&uuml;r den ZDF-Korrespondenten Joachim Holtz gearbeitet. Und weil das ZDF kein Geld hatte, extra einen Producer mit zu schicken, war ich offiziell als Tonmann dabei. Jedenfalls stehe ich also da, es ist dunkel, und wie&rsquo;s der Zufall will, um Punkt halb sieben amerikanischer Zeit, wenn an der Ostk&uuml;ste die abendlichen Nachrichten beginnen, beginnt auch die Invasion, die&nbsp; Scheinwerfer flammen auf und die Anchormen reden alle gleichzeitig los: &bdquo;As you can see behind me, the invasion of Somalia has just begun...&ldquo; Und Kameraleute st&uuml;rzen sich auf die ranrobbenden&nbsp;Navy Seals&nbsp;und leuchten ihnen in die lehmverschmierten Tarngesichter. Das war ganz gro&szlig;es Kino. Hatte allerdings mit echtem Journalismus nicht viel zu tun. Alles war abgesprochen. Letztlich das Gleiche wie Bushs Sturzflug im Kampfjet auf den Flugzeugtr&auml;ger, nachdem der Krieg im Irak &bdquo;gewonnen&ldquo; war. &bdquo;Mission accomplished&ldquo;, Ihr erinnert Euch, der Oberkommandierende fliegt an die Front, nur das der Flugzeugtr&auml;ger gar nicht im Golf war, sondern vor der kalifornischen K&uuml;ste, also vor der K&uuml;ste Hollywoods. Und die Fernsehsender waren im Top Gun-Feeling und &uuml;bertrugen alles v&ouml;llig unkritisch 1:1. Anyway, wo war ich? Die Boys on the Bus. Ja, die glauben also manchmal, sie sind falsch zugestiegen. So nah dran und doch so fern der Kandidaten. Die geben n&auml;mlich oft lieber den Bloggern am Stra&szlig;enrand Interviews, weil die alles, aber auch alles sofort online stellen. Das wiederum lesen wieder Abertausende Blogger daheim und die schreiben Ihre Kommentare dazu, was wiederum Abertausende... und so potenziert sich das. Einige der hei&szlig;esten Wahlkampf-News, vor allem die Ausrutscher, wurden ja nicht von den Profis, sondern von Amateuren eingefangen und sofort ins Netz gestellt. Ob das ein Fortschritt ist? Keine Ahnung. Demokratie pur, der Filter f&auml;llt halt weg. So unprofessionell die Berichte dadurch manchmal werden, so professionell m&uuml;ssten dann die Leser auf der anderen Seite damit umgehen k&ouml;nnen, um alles richtig einordnen zu k&ouml;nnen. Und die Massenkonkurrenz f&uuml;hrt nat&uuml;rlich auch zu Info-M&uuml;ll, den man dann wieder trennen muss. Aber Ihr trennt ja keinen M&uuml;ll, so wie wir hier in Deutschland. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das auf die n&auml;chsten Wahlen n&auml;chstes Jahr bei uns hier auswirken wird. Wir machen Euch ja alles nach. Neulich habe ich mit einem Berater der SPD gesprochen, dass ist in etwa das, was bei Euch die Demokraten sind, und der sagte, man werde auch schwer auf&rsquo;s Internet setzen. Das wird interessant. Im M&uuml;lltrennen macht uns so schnell keiner was vor. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Müll trennen<br \><p>Berlin, 30. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>dies ist schon mein 18. Brief an Euch und ich habe immer noch keine Antwort bekommen. Manchmal frage ich mich, ob Ihr meine Briefe &uuml;berhaupt lest. Allerdings habe ich jetzt gerade irgendwo gelesen, dass ich nicht der einzige Journalist bin, der sich in diesem Wahlkampf in einer Sinnkrise befindet. Dass ich nicht mal mehr wei&szlig;, wo ich das gelesen habe, ist ein guter Beleg daf&uuml;r. Noch nie haben so viele Menschen &uuml;ber einen amerikanischen Wahlkampf berichtet wie diesmal. Das liegt am Internet, falls Ihr Euch gefragt habt, woran das liegt. Jeder kann da ja schreiben, was er will. Selbst ein deutscher Arte-Journalist, der gerade ein bisschen quer durch Europa reist, der sich so gesehen im Grunde verfahren hat, denn eigentlich m&uuml;sste er ja mit den Kandidaten im Wahlkampftross unterwegs sein, einer von den &bdquo;Boys on the Bus&ldquo;, nach dem Titel des legend&auml;ren Buches von Timothy Crouse &uuml;ber den Wahlkampf 1972, der zeigte, dass am Ende alle Washingtoner Star-Journalisten, die mit dem Kandidaten im Bus unterwegs waren, das gleiche schrieben. Logisch ja eigentlich. Ich erinnere mich an meine Eins&auml;tze als Kriegsreporter. Manchmal fassten mein Team und ich morgens den Entschluss, an den Ort xy zu fahren, wo keine Pressekonferenz anberaumt war. In Bosnien, oder Ruanda oder Somalia oder sonst wo. Man hatte dann aber doch immer ein verdammt bl&ouml;des Gef&uuml;hl, wenn man da ganz alleine war. Exklusivgeschichte hin oder her.&nbsp; Verpasst man am Ende nicht wichtige Ereignisse an einem anderen Ort? Da wo alle waren? Meistens sind wir deshalb dann doch dem Herdentrieb gefolgt und es ist schon so: Im Grunde haben dann alle das gleiche berichtet. Apropos Somalia. Das werde ich nie vergessen. Von wegen amerikanischer Vorzeige-Journalismus. Die Invasion 1993 &ndash; ja, ich glaube es war 93, oder? Sp&auml;ter in &bdquo;Black Hawk Down&ldquo; verfilmt. Schon vor George Bush wollten Eure Pr&auml;sidenten ja immer die Welt retten. Jedenfalls kommen wir da zum Strand, wo die Invasion erwartet wird, und oben auf der D&uuml;ne steht ein News-Anchorman neben dem anderen: Dan Rather, Tom Brakow, Peter Jennings selig, ich stand neben Ted Koppel. Damals habe ich als Producer f&uuml;r den ZDF-Korrespondenten Joachim Holtz gearbeitet. Und weil das ZDF kein Geld hatte, extra einen Producer mit zu schicken, war ich offiziell als Tonmann dabei. Jedenfalls stehe ich also da, es ist dunkel, und wie&rsquo;s der Zufall will, um Punkt halb sieben amerikanischer Zeit, wenn an der Ostk&uuml;ste die abendlichen Nachrichten beginnen, beginnt auch die Invasion, die&nbsp; Scheinwerfer flammen auf und die Anchormen reden alle gleichzeitig los: &bdquo;As you can see behind me, the invasion of Somalia has just begun...&ldquo; Und Kameraleute st&uuml;rzen sich auf die ranrobbenden&nbsp;Navy Seals&nbsp;und leuchten ihnen in die lehmverschmierten Tarngesichter. Das war ganz gro&szlig;es Kino. Hatte allerdings mit echtem Journalismus nicht viel zu tun. Alles war abgesprochen. Letztlich das Gleiche wie Bushs Sturzflug im Kampfjet auf den Flugzeugtr&auml;ger, nachdem der Krieg im Irak &bdquo;gewonnen&ldquo; war. &bdquo;Mission accomplished&ldquo;, Ihr erinnert Euch, der Oberkommandierende fliegt an die Front, nur das der Flugzeugtr&auml;ger gar nicht im Golf war, sondern vor der kalifornischen K&uuml;ste, also vor der K&uuml;ste Hollywoods. Und die Fernsehsender waren im Top Gun-Feeling und &uuml;bertrugen alles v&ouml;llig unkritisch 1:1. Anyway, wo war ich? Die Boys on the Bus. Ja, die glauben also manchmal, sie sind falsch zugestiegen. So nah dran und doch so fern der Kandidaten. Die geben n&auml;mlich oft lieber den Bloggern am Stra&szlig;enrand Interviews, weil die alles, aber auch alles sofort online stellen. Das wiederum lesen wieder Abertausende Blogger daheim und die schreiben Ihre Kommentare dazu, was wiederum Abertausende... und so potenziert sich das. Einige der hei&szlig;esten Wahlkampf-News, vor allem die Ausrutscher, wurden ja nicht von den Profis, sondern von Amateuren eingefangen und sofort ins Netz gestellt. Ob das ein Fortschritt ist? Keine Ahnung. Demokratie pur, der Filter f&auml;llt halt weg. So unprofessionell die Berichte dadurch manchmal werden, so professionell m&uuml;ssten dann die Leser auf der anderen Seite damit umgehen k&ouml;nnen, um alles richtig einordnen zu k&ouml;nnen. Und die Massenkonkurrenz f&uuml;hrt nat&uuml;rlich auch zu Info-M&uuml;ll, den man dann wieder trennen muss. Aber Ihr trennt ja keinen M&uuml;ll, so wie wir hier in Deutschland. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das auf die n&auml;chsten Wahlen n&auml;chstes Jahr bei uns hier auswirken wird. Wir machen Euch ja alles nach. Neulich habe ich mit einem Berater der SPD gesprochen, dass ist in etwa das, was bei Euch die Demokraten sind, und der sagte, man werde auch schwer auf&rsquo;s Internet setzen. Das wird interessant. Im M&uuml;lltrennen macht uns so schnell keiner was vor. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> no Thomas Kausch Paris Blues http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51925&blogName=uswahlen Wed, 29 Oct 2008 11:47:20 +0100 Paris Blues<br \><p>Paris - Berlin, 29. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>bin unterwegs Richtung Berlin. Erstmal ein dickes P.S. zu meinem Brief von gestern, wo ich doch Paris so gelobt habe. Abends habe ich dann in einer stinknormalen Brasserie, eigentlich war es nur ein ungem&uuml;tliches Bistro, es regnete pl&ouml;tzlich, es war nur ein Zwischenstopp, da jedenfalls einen stinknormalen Wein getrunken und f&uuml;r das Glas 18 Euro gezahlt. Noch einmal: Es regnete, ich stoppte in einem schlechten Bistro, ich habe f&uuml;r ein Glas, 0,25 Liter, durchschnittlichen Rotweins 18 Euro zahlen m&uuml;ssen. Achtzehn. Der Kellner war beleidigt, als ich ihm sagte, dass ich nicht w&uuml;tend sei, sondern das einfach nur zum Sch&auml;men l&auml;cherlich f&auml;nde. Ich meine, Sie erinnern sich vielleicht, in meinem Hotel haben zwei Amerikaner ihren Job verloren wegen der Finanzkrise und Bruce hatte nicht mal angerufen und die nehmen 18 Euro f&uuml;r ein Glas Rotwein. Nur weil Chanel in der N&auml;he ist. Und beim Mittagessen vorher in einer anderen Brasserie, in die ich eigentlich immer gerne gegangenen war, wenn in Paris, bestelle ich das Tagesmen&uuml;, ein Kalbsschnitzel und Dessert hinterher, und der Garcon erkl&auml;rt mir vorher, das kostet 23,50 Euro und am Ende soll ich 28 Euro bezahlen und das kommt so: Das Schnitzel des Tages kostet 19 Euro. Wenn ich es als Menu kombinieren will, zahle ich einen Grundaufschlag von 2 Euro daf&uuml;r, damit ich das erstmal &uuml;berhaupt darf, dann zahle ich f&uuml;r das Dessert einen weiteren Aufschlag von 2,50 Euro. Macht zusammen - seid Ihr noch bei mir? &ndash; 23,50 Euro. Voil&agrave;, der Preis des Menus. Aber jetzt, sagt der Garcon, soll ich die 2 Euro Kombinationserlaubnisgeb&uuml;hr und die 2,50 Dessertgeb&uuml;hren nicht auf die 19 Euro Schnitzelgrundgeb&uuml;hr zahlen, sondern auf die 23,50 Euro Men&uuml;gesamtgeb&uuml;hr. Gesamt-Gesamt also 28 Euro. Und zwar h&auml;nge das auch damit zusammen, dass ich mir das Dessert mit meiner Tischbegleitung geteilt habe. In dem Falle geh&ouml;re es also nicht mehr direkt in mein Men&uuml; und h&auml;tte extra &aacute; la carte bestellt werden m&uuml;ssen, was noch teurer gewesen w&auml;re, n&auml;mlich 10 Euro f&uuml;r das Dessert alleine, plus die 19 Euro f&uuml;r das Schnitzel, macht zusammen 29, da sei ich doch mit den 28 Euro gut weggekommen. Ich &uuml;bertreibe nicht, wir haben das vollkommen ausdiskutiert, es kamen noch mehrere Kellner dazu, die alle gegen mich waren, mich, den Gast, den K&ouml;nig, und ich habe am Ende nur deshalb kapituliert, weil auch die Dame des Hauses kam und die sah wirklich Furcht erregend aus und mein cooler Hinweis, sie h&auml;tten jetzt f&uuml;r immer einen Kunden verloren, wurde mit einem Achselzucken quittiert. Chez Flottes, hei&szlig;t das Gesch&auml;ft, Rue Cambon/Ecke Rue St. Honor&eacute;, nur falls Ihr mal da vorbeikommt. Erst heute, mit ein bisschen Abstand, ist mir klar, dass die Pariser vermutlich derart hart von der Finanzkrise getroffen sind, dass sie den Leuten jetzt auf Biegen und Brechen das Geld aus der Tasche ziehen m&uuml;ssen. Da ist Berlin anders, arm, aber sexy, wie der&nbsp; B&uuml;rgermeister mal sagte, weniger elegant, daf&uuml;r aber ehrlich. Und wo bitte ist Barack Obama denn aufgetreten, um seine gro&szlig;e Rede f&uuml;r change in der Welt zu halten, der gr&ouml;&szlig;te Auftritt au&szlig;erhalb der USA, 200.000 haben ihm in Berlin zugeh&ouml;rt, und wenn jeder ihm change gegeben hat, dann ist da ordentlich was zusammengekommen. Mehr jedenfalls, als ich den Kellnern im Chez Flottes und dem Kellner im Bistro Olympia dagelassen habe. Anyway, ich musste das noch loswerden, weil ja viele von Euch nach Paris fahren und wom&ouml;glich ja auch auf meinen gestrigen Brief hin und nicht, dass Ihr entt&auml;uscht seid. Der Guardian hat heute ein Foto von Obama gebracht, da sieht er aus wie ein Schauspieler, mit Ray Ban Sonnenbrille und das Foto f&auml;ngt den Moment ein, in dem er sich aus einem Hubschrauber schwingt, Typ Denzel Washington, so cool. Und der Guardian schreibt dazu, dass Obama in dem 21 Monaten Vor- und Wahlkampf graue Haare bekommen hat. Das ist wahr. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas </p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Paris Blues<br \><p>Paris - Berlin, 29. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>bin unterwegs Richtung Berlin. Erstmal ein dickes P.S. zu meinem Brief von gestern, wo ich doch Paris so gelobt habe. Abends habe ich dann in einer stinknormalen Brasserie, eigentlich war es nur ein ungem&uuml;tliches Bistro, es regnete pl&ouml;tzlich, es war nur ein Zwischenstopp, da jedenfalls einen stinknormalen Wein getrunken und f&uuml;r das Glas 18 Euro gezahlt. Noch einmal: Es regnete, ich stoppte in einem schlechten Bistro, ich habe f&uuml;r ein Glas, 0,25 Liter, durchschnittlichen Rotweins 18 Euro zahlen m&uuml;ssen. Achtzehn. Der Kellner war beleidigt, als ich ihm sagte, dass ich nicht w&uuml;tend sei, sondern das einfach nur zum Sch&auml;men l&auml;cherlich f&auml;nde. Ich meine, Sie erinnern sich vielleicht, in meinem Hotel haben zwei Amerikaner ihren Job verloren wegen der Finanzkrise und Bruce hatte nicht mal angerufen und die nehmen 18 Euro f&uuml;r ein Glas Rotwein. Nur weil Chanel in der N&auml;he ist. Und beim Mittagessen vorher in einer anderen Brasserie, in die ich eigentlich immer gerne gegangenen war, wenn in Paris, bestelle ich das Tagesmen&uuml;, ein Kalbsschnitzel und Dessert hinterher, und der Garcon erkl&auml;rt mir vorher, das kostet 23,50 Euro und am Ende soll ich 28 Euro bezahlen und das kommt so: Das Schnitzel des Tages kostet 19 Euro. Wenn ich es als Menu kombinieren will, zahle ich einen Grundaufschlag von 2 Euro daf&uuml;r, damit ich das erstmal &uuml;berhaupt darf, dann zahle ich f&uuml;r das Dessert einen weiteren Aufschlag von 2,50 Euro. Macht zusammen - seid Ihr noch bei mir? &ndash; 23,50 Euro. Voil&agrave;, der Preis des Menus. Aber jetzt, sagt der Garcon, soll ich die 2 Euro Kombinationserlaubnisgeb&uuml;hr und die 2,50 Dessertgeb&uuml;hren nicht auf die 19 Euro Schnitzelgrundgeb&uuml;hr zahlen, sondern auf die 23,50 Euro Men&uuml;gesamtgeb&uuml;hr. Gesamt-Gesamt also 28 Euro. Und zwar h&auml;nge das auch damit zusammen, dass ich mir das Dessert mit meiner Tischbegleitung geteilt habe. In dem Falle geh&ouml;re es also nicht mehr direkt in mein Men&uuml; und h&auml;tte extra &aacute; la carte bestellt werden m&uuml;ssen, was noch teurer gewesen w&auml;re, n&auml;mlich 10 Euro f&uuml;r das Dessert alleine, plus die 19 Euro f&uuml;r das Schnitzel, macht zusammen 29, da sei ich doch mit den 28 Euro gut weggekommen. Ich &uuml;bertreibe nicht, wir haben das vollkommen ausdiskutiert, es kamen noch mehrere Kellner dazu, die alle gegen mich waren, mich, den Gast, den K&ouml;nig, und ich habe am Ende nur deshalb kapituliert, weil auch die Dame des Hauses kam und die sah wirklich Furcht erregend aus und mein cooler Hinweis, sie h&auml;tten jetzt f&uuml;r immer einen Kunden verloren, wurde mit einem Achselzucken quittiert. Chez Flottes, hei&szlig;t das Gesch&auml;ft, Rue Cambon/Ecke Rue St. Honor&eacute;, nur falls Ihr mal da vorbeikommt. Erst heute, mit ein bisschen Abstand, ist mir klar, dass die Pariser vermutlich derart hart von der Finanzkrise getroffen sind, dass sie den Leuten jetzt auf Biegen und Brechen das Geld aus der Tasche ziehen m&uuml;ssen. Da ist Berlin anders, arm, aber sexy, wie der&nbsp; B&uuml;rgermeister mal sagte, weniger elegant, daf&uuml;r aber ehrlich. Und wo bitte ist Barack Obama denn aufgetreten, um seine gro&szlig;e Rede f&uuml;r change in der Welt zu halten, der gr&ouml;&szlig;te Auftritt au&szlig;erhalb der USA, 200.000 haben ihm in Berlin zugeh&ouml;rt, und wenn jeder ihm change gegeben hat, dann ist da ordentlich was zusammengekommen. Mehr jedenfalls, als ich den Kellnern im Chez Flottes und dem Kellner im Bistro Olympia dagelassen habe. Anyway, ich musste das noch loswerden, weil ja viele von Euch nach Paris fahren und wom&ouml;glich ja auch auf meinen gestrigen Brief hin und nicht, dass Ihr entt&auml;uscht seid. Der Guardian hat heute ein Foto von Obama gebracht, da sieht er aus wie ein Schauspieler, mit Ray Ban Sonnenbrille und das Foto f&auml;ngt den Moment ein, in dem er sich aus einem Hubschrauber schwingt, Typ Denzel Washington, so cool. Und der Guardian schreibt dazu, dass Obama in dem 21 Monaten Vor- und Wahlkampf graue Haare bekommen hat. Das ist wahr. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas </p> no Thomas Kausch Paris http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51873&blogName=uswahlen Tue, 28 Oct 2008 13:01:10 +0100 Paris<br \><div>Paris, 28. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>ich bin in Paris! Altes Europa pur! Wir senden heute auf Arte einen tollen Film von hier mit anschlie&szlig;ender Diskussionsrunde. Berlin mag ja aufregend sein, weil es sich st&auml;ndig wandelt, aber es geht doch nichts &uuml;ber Paris. Viele von Euch kommen ja auch hierher. W&auml;hrend ich diesen Brief in der Lobby meines Hotels schreibe, sitzen zum Beispiel zwei Amerikaner am Nachbartisch, offensichtlich Businessmen, sie reden &uuml;ber die Finanzkrise und &uuml;ber einen Headhunter namens Bruce, den sie jetzt engagieren wollen. Ich hab nicht rausgeh&ouml;rt, ob er Personal f&uuml;r sie suchen soll, oder ihnen einen neuen Job. Eine Mary ist offenbar auch in Trouble, weil sie nicht genug Gewinne generiert. Harte Zeiten. Es ist nat&uuml;rlich nicht meine Art, Tischnachbarn bei ihren Gespr&auml;chen zuzuh&ouml;ren, aber Ihr wisst ja wie ihr sein k&ouml;nnt: manchmal sehr laut. Anyway, Paris. Ich liebe einfach die Eleganz dieser Stadt. Keine Frau, die nicht versucht, so elegant wie m&ouml;glich zu erscheinen. Michelle Obama w&uuml;rde auch gut hierher passen. 90 Prozent der Franzosen w&uuml;rden &uuml;brigens ihren Mann w&auml;hlen, genauso wie die Deutschen. Mein Hotel ist in der kleinen Rue Cambon, direkt neben dem Chanel-Hauptsitz! Verlockend. In der Stra&szlig;e wimmelt es gerade von Polizisten. Das liegt daran, dass direkt gegen&uuml;ber vom Haupteingang meines kleinen Hotels der Hinterausgang des gro&szlig;en Hotels Ritz ist. Offensichtlich will da ein wichtiger Mensch nicht durch den Vorderausgang raus. Kennt man ja. Der Hintereingang des Ritz ist ber&uuml;hmt, weil Diana und Dody ihn benutzt haben, als sie auf ihre verh&auml;ngnisvolle letzte Autofahrt in Paris gingen. Ihr habt sicher die Bilder der &Uuml;berwachungskamera mal gesehen, die beiden verlassen das Hotel durch eine Dreht&uuml;r. Paris! Unberechenbar. Die beiden Amerikaner am Nachbartisch reden immer noch &uuml;ber Bruce. Wie gesagt, wir senden heute einen wirklich phantastischen Film. Wir haben ja viele gute Filme im Rahmen unseres Amerikaschwerpunktes gezeigt, aber der heute ist der einsame H&ouml;hepunkt. &bdquo;Being W&ldquo; hei&szlig;t er und der Titel ist Programm. Es handelt sich um die Autobiografie von George W. Bush. Die einzig wahre, denn sie ist nicht autorisiert. Die Autoren sind die Satiriker Karl Zero und Michel Royer. Diejenigen, die schon den mit einem Cesar gekr&ouml;nten Film der beiden &uuml;ber Jacques Chirac gesehen haben, ahnen vielleicht, was auf sie zukommt. F&uuml;r alle anderen sei gesagt: Lehnt Euch zur&uuml;ck und genie&szlig;t. Genie&szlig;t noch einmal die Absurdit&auml;t eines George W. Bush, bevor mit Barack Obama vielleicht die Vernunft wieder in Amerika einkehren wird. Genie&szlig;t wie Bush sich selbst erkl&auml;rt, wie er sich und wie er die Welt sieht. Ein innerer Monolog auf Bilder, die die Welt bewegten. Dem Pr&auml;sidenten in den Mund gelegt. Genie&szlig;t noch einmal haarstr&auml;ubende Bonmots, absurde Entscheidungen, peinliche Pannen und l&auml;cherliche Auftritte und denkt dabei immer daran: Dies war acht Jahre lang der m&auml;chtigste Mann auf dieser Erde. Jedenfalls wurde er daf&uuml;r gehalten und wer sich am meisten dar&uuml;ber gewundert hat, war wohl George W himself, jedenfalls wenn man diesen Film sieht. Es ist wirklich ein Vergn&uuml;gen, das zu sehen. Haben wir uns aber auch verdient, nach diesen acht Jahren. Die Amerikaner sitzen immer noch hier. Bruce ist nicht gekommen. Ich glaube jetzt, Sie suchen kein Personal, sie suchen selber einen Job. Sonst w&uuml;rden sie ja nicht die ganze Zeit hier sitzen. Jeder hat zwei Handys vor sich liegen. Keines hat geklingelt. Bruce hat nicht mal angerufen. Diese verdammte Finanzkrise. Und nebenan ist der Chanel-Store. </div> <div></div> <div>Best regards<br /> </div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Paris<br \><div>Paris, 28. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>ich bin in Paris! Altes Europa pur! Wir senden heute auf Arte einen tollen Film von hier mit anschlie&szlig;ender Diskussionsrunde. Berlin mag ja aufregend sein, weil es sich st&auml;ndig wandelt, aber es geht doch nichts &uuml;ber Paris. Viele von Euch kommen ja auch hierher. W&auml;hrend ich diesen Brief in der Lobby meines Hotels schreibe, sitzen zum Beispiel zwei Amerikaner am Nachbartisch, offensichtlich Businessmen, sie reden &uuml;ber die Finanzkrise und &uuml;ber einen Headhunter namens Bruce, den sie jetzt engagieren wollen. Ich hab nicht rausgeh&ouml;rt, ob er Personal f&uuml;r sie suchen soll, oder ihnen einen neuen Job. Eine Mary ist offenbar auch in Trouble, weil sie nicht genug Gewinne generiert. Harte Zeiten. Es ist nat&uuml;rlich nicht meine Art, Tischnachbarn bei ihren Gespr&auml;chen zuzuh&ouml;ren, aber Ihr wisst ja wie ihr sein k&ouml;nnt: manchmal sehr laut. Anyway, Paris. Ich liebe einfach die Eleganz dieser Stadt. Keine Frau, die nicht versucht, so elegant wie m&ouml;glich zu erscheinen. Michelle Obama w&uuml;rde auch gut hierher passen. 90 Prozent der Franzosen w&uuml;rden &uuml;brigens ihren Mann w&auml;hlen, genauso wie die Deutschen. Mein Hotel ist in der kleinen Rue Cambon, direkt neben dem Chanel-Hauptsitz! Verlockend. In der Stra&szlig;e wimmelt es gerade von Polizisten. Das liegt daran, dass direkt gegen&uuml;ber vom Haupteingang meines kleinen Hotels der Hinterausgang des gro&szlig;en Hotels Ritz ist. Offensichtlich will da ein wichtiger Mensch nicht durch den Vorderausgang raus. Kennt man ja. Der Hintereingang des Ritz ist ber&uuml;hmt, weil Diana und Dody ihn benutzt haben, als sie auf ihre verh&auml;ngnisvolle letzte Autofahrt in Paris gingen. Ihr habt sicher die Bilder der &Uuml;berwachungskamera mal gesehen, die beiden verlassen das Hotel durch eine Dreht&uuml;r. Paris! Unberechenbar. Die beiden Amerikaner am Nachbartisch reden immer noch &uuml;ber Bruce. Wie gesagt, wir senden heute einen wirklich phantastischen Film. Wir haben ja viele gute Filme im Rahmen unseres Amerikaschwerpunktes gezeigt, aber der heute ist der einsame H&ouml;hepunkt. &bdquo;Being W&ldquo; hei&szlig;t er und der Titel ist Programm. Es handelt sich um die Autobiografie von George W. Bush. Die einzig wahre, denn sie ist nicht autorisiert. Die Autoren sind die Satiriker Karl Zero und Michel Royer. Diejenigen, die schon den mit einem Cesar gekr&ouml;nten Film der beiden &uuml;ber Jacques Chirac gesehen haben, ahnen vielleicht, was auf sie zukommt. F&uuml;r alle anderen sei gesagt: Lehnt Euch zur&uuml;ck und genie&szlig;t. Genie&szlig;t noch einmal die Absurdit&auml;t eines George W. Bush, bevor mit Barack Obama vielleicht die Vernunft wieder in Amerika einkehren wird. Genie&szlig;t wie Bush sich selbst erkl&auml;rt, wie er sich und wie er die Welt sieht. Ein innerer Monolog auf Bilder, die die Welt bewegten. Dem Pr&auml;sidenten in den Mund gelegt. Genie&szlig;t noch einmal haarstr&auml;ubende Bonmots, absurde Entscheidungen, peinliche Pannen und l&auml;cherliche Auftritte und denkt dabei immer daran: Dies war acht Jahre lang der m&auml;chtigste Mann auf dieser Erde. Jedenfalls wurde er daf&uuml;r gehalten und wer sich am meisten dar&uuml;ber gewundert hat, war wohl George W himself, jedenfalls wenn man diesen Film sieht. Es ist wirklich ein Vergn&uuml;gen, das zu sehen. Haben wir uns aber auch verdient, nach diesen acht Jahren. Die Amerikaner sitzen immer noch hier. Bruce ist nicht gekommen. Ich glaube jetzt, Sie suchen kein Personal, sie suchen selber einen Job. Sonst w&uuml;rden sie ja nicht die ganze Zeit hier sitzen. Jeder hat zwei Handys vor sich liegen. Keines hat geklingelt. Bruce hat nicht mal angerufen. Diese verdammte Finanzkrise. Und nebenan ist der Chanel-Store. </div> <div></div> <div>Best regards<br /> </div> no Thomas Kausch Geschichte II http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51472&blogName=uswahlen Thu, 23 Oct 2008 14:38:28 +0200 Geschichte II<br \><div>Black Forest, 24. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>ich habe mein Headquarter in Berlin verlassen, wie Ihr ja aus meinen Briefen aus Strasbourg schon bemerkt habt, und befinde mich nun auf einer Reise durch Deutschland und Frankreich. Ich werde erst kurz vor der Wahl wieder zur&uuml;ck in meinem Headquarter sein, um dort in den entscheidenden Tagen wieder auf all meine technischen Tools zur&uuml;ckgreifen zu k&ouml;nnen. Massenprognosen, Einzelw&auml;hleranalysen, was man halt so hat. Einstweilen schreibe ich Euch auf meinem kleinen Reisecomputer von unterwegs. Momentan bin ich im Schwarzwald. Black Forest nennt Ihr den und das klingt dann gleich gar nicht mehr spie&szlig;ig, sondern ziemlich gef&auml;hrlich. Gerade sitze ich in so einer urigen Wirtshausstube, die ihr f&uuml;r typisch deutsch haltet. Ehrlich gesagt ist hier nicht so viel los, tolle Natur, klar, ich war auch schon drau&szlig;en, aber Internetanschluss kostet drei Euro die Stunde, K&auml;nnchen Kaffee und ein gro&szlig;es St&uuml;ck Pflaumenkuchen dazu, da ist man schnell bei 10 Euro und das auch nur, weil die Preise hier noch halbwegs ehrlich sind, aber auch 10 Euro sitzen in diesen Zeiten ja nicht mehr so locker. Gute Gelegenheit jedenfalls mal wieder in dem Buch &uuml;ber die Geschichte der amerikanischen Pr&auml;sidentschaftswahlen zu bl&auml;ttern, &bdquo;Duell ums Wei&szlig;e Haus&ldquo;. Barack Obama hat ja auch gerade Wahlkampfpause gemacht, um nach seiner kranken Oma zu sehen, was nat&uuml;rlich der beste Wahlkampfauftritt ist, aber da sieht man mal, wie versaut wir in unserem Denken schon sind nach diesen Abermonaten von Vorwahlkampf und Wahlkampf, dass wir ehrliche Gef&uuml;hle nicht mehr als solche w&uuml;rdigen k&ouml;nnen, selbst bei Barack Obama, der solch billige PR-Ma&szlig;nahmen nicht n&ouml;tig hat. Jedenfalls ist das also ein guter Moment, Obama bei der Oma, ich hier in der Schwarzwald-Stube, um zu schm&ouml;kern. Das letzte Mal hatte ich Euch ja von Washington und Lincoln aus dem Buch berichtet. Nahe liegender ist nat&uuml;rlich bei den Kapiteln zu John F. Kennedy nachzuschlagen. Jetzt, wo sich die Geschichte wiederholt. Aber tut sie das wirklich? </div> <div>Ist Obama ein neuer Kennedy? Zun&auml;chst einmal zehrte Kennedy von einem Heldenmythos, der eher an McCain erinnert. Im zweiten Weltkrieg rettete er als Kommandant eines Schnellbootes, das von Japanern zerst&ouml;rt worden war, den Gro&szlig;teil seiner Besatzung, indem er sie auf eine einsame Insel brachte und von dort aus immer wieder bis an die Grenze des k&ouml;rperlichen Zusammenbruchs zu anderen Inseln schwamm, um Hilfe zu holen. Dass das Boot vielleicht gar nicht h&auml;tte zerst&ouml;rt werden m&uuml;ssen, wenn die Besatzung und Ihr Kommandant Kennedy besser aufgepasst h&auml;tten, ging in dem wunderbaren Heldenepos unter. Die Geschichte wurde von Millionen Amerikanern im Reader&rsquo;s Digest gelesen und als Kennedy dann 1960 antrat, Pr&auml;sident zu werden, kannte das ganze Land den jungen Senator und Weltkriegshelden bereits. Er war dann, und hier sind wir wieder n&auml;her bei Obama, der erste Kandidat, der &uuml;ber unbegrenzte Geldmittel verf&uuml;gte und diese auch in nie gekannter Weise in den Wahlkampf steckte. Kennedy bekam den Gro&szlig;teil des Geldes aber von seinem Vater, der als Spekulant w&auml;hrend der Weltwirtschaftskrise und durch den Handel mit Spirituosen w&auml;hrend der Prohibition zu Reichtum gekommen war und deshalb im versnobten Washington als Neureicher nicht eben sonderlich anerkannt. So ein Donald Trump Typ, der sich die Anerkennung kaufen musste. Soviel nur mal zwischendurch zur glanzvollen Dynastie der Kennedys. Die begann in Wirklichkeit erst mit John F. Kennedy und seinem Charisma. Auch da sind wir nat&uuml;rlich wieder bei Obama. Auch was die Wahl des running mate, des Vizepr&auml;sidenten angeht &uuml;brigens. Kennedy war der erste, der dies mit Kalk&uuml;l machte, um seine eigenen Schw&auml;chen auszugleichen. So kam er auf das texanische Rauhbein Lyndon B. Johnson, der ihm den S&uuml;den sichern konnte und auch altersm&auml;&szlig;ig ein Ausgleich war. Aus Kalk&uuml;l hat sich auch Obama John Biden ins Boot geholt, obwohl er genau das Washingtoner Establishment ist, das er ja eigentlich aufmischen will. Lesen Sie mal, was Kennedy in seiner Acceptance Speech nach seiner Nominierung sagte: &bdquo;Heute gelten unsere Sorgen der Zukunft, denn die Welt &auml;ndert sich. Die alte Epoche endet, die alten L&ouml;sungen reichen nicht mehr aus ... Es ist Zeit f&uuml;r eine neue Generation, die F&uuml;hrung zu &uuml;bernehmen, f&uuml;r neue M&auml;nner, um mit neuen Problemen und neuen Chancen fertig zu werden&ldquo;. Oder? H&auml;tte ich behauptet, das hat Obama gesagt, h&auml;ttet Ihr es auch geglaubt. Tja, und bekannterma&szlig;en hat Kennedy in der ersten Fernsehdebatte der Geschichte einfach soviel besser ausgehen als Nixon, dass der schon deshalb keine Chance hatte. Sein Anzug sa&szlig; perfekt und die Farbe war schwarz. Sein Gesicht war braungebrannt. Nixon hatte sich einen grauen Anzug angezogen und versank damit vor dem grauen Hintergrund des Studios. Er litt unter starkem Bartwuchs und wirkte im Vergleich zu Kennedy wie ein Schurke. Das Puder, das er gegen den Bart verwendete machte ihn nur bleich.&nbsp; Und dann das gleiche Ph&auml;nomen wie bei Obama und McCain jetzt. Nixon schaute Kennedy nie an, auch nicht, wenn er zuh&ouml;rte, die Augen suchten Halt, er blinzelte st&auml;ndig, und sein Gesicht was wachswei&szlig;, genauso McCain bei der letzten Debatte. Kennedy dagegen schaut Nixon an, h&ouml;rt ihm zu, reagiert scheinbar spontan, l&auml;chelt, aber nicht arrogant. Genauso hat es Obama gemacht. Und auch Nixon versuchte &uuml;brigens immer wieder mit dem vermeintlichen Argument der Unerfahrenheit Kennedys Punkte zu machen. Genauso erfolglos wie McCain es gegen Obama versucht. Tja, da gibt es wirklich verbl&uuml;ffend viele Parallelit&auml;ten. Aber wisst Ihr, was mich am meisten verbl&uuml;fft hat, das hatte ich ganz vergessen. Obwohl alles nun wirklich klar schien, war die Wahl am 8. November 1960 eine der knappsten in Eurer Geschichte. Bei fast 69 Millionen abgegebenen Stimmen hatte Kennedy nur gut 100.000 Stimmen mehr als Nixon. Lesson from History: Es bleibt wirklich noch spannend.</div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas<br /> </div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Geschichte II<br \><div>Black Forest, 24. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>ich habe mein Headquarter in Berlin verlassen, wie Ihr ja aus meinen Briefen aus Strasbourg schon bemerkt habt, und befinde mich nun auf einer Reise durch Deutschland und Frankreich. Ich werde erst kurz vor der Wahl wieder zur&uuml;ck in meinem Headquarter sein, um dort in den entscheidenden Tagen wieder auf all meine technischen Tools zur&uuml;ckgreifen zu k&ouml;nnen. Massenprognosen, Einzelw&auml;hleranalysen, was man halt so hat. Einstweilen schreibe ich Euch auf meinem kleinen Reisecomputer von unterwegs. Momentan bin ich im Schwarzwald. Black Forest nennt Ihr den und das klingt dann gleich gar nicht mehr spie&szlig;ig, sondern ziemlich gef&auml;hrlich. Gerade sitze ich in so einer urigen Wirtshausstube, die ihr f&uuml;r typisch deutsch haltet. Ehrlich gesagt ist hier nicht so viel los, tolle Natur, klar, ich war auch schon drau&szlig;en, aber Internetanschluss kostet drei Euro die Stunde, K&auml;nnchen Kaffee und ein gro&szlig;es St&uuml;ck Pflaumenkuchen dazu, da ist man schnell bei 10 Euro und das auch nur, weil die Preise hier noch halbwegs ehrlich sind, aber auch 10 Euro sitzen in diesen Zeiten ja nicht mehr so locker. Gute Gelegenheit jedenfalls mal wieder in dem Buch &uuml;ber die Geschichte der amerikanischen Pr&auml;sidentschaftswahlen zu bl&auml;ttern, &bdquo;Duell ums Wei&szlig;e Haus&ldquo;. Barack Obama hat ja auch gerade Wahlkampfpause gemacht, um nach seiner kranken Oma zu sehen, was nat&uuml;rlich der beste Wahlkampfauftritt ist, aber da sieht man mal, wie versaut wir in unserem Denken schon sind nach diesen Abermonaten von Vorwahlkampf und Wahlkampf, dass wir ehrliche Gef&uuml;hle nicht mehr als solche w&uuml;rdigen k&ouml;nnen, selbst bei Barack Obama, der solch billige PR-Ma&szlig;nahmen nicht n&ouml;tig hat. Jedenfalls ist das also ein guter Moment, Obama bei der Oma, ich hier in der Schwarzwald-Stube, um zu schm&ouml;kern. Das letzte Mal hatte ich Euch ja von Washington und Lincoln aus dem Buch berichtet. Nahe liegender ist nat&uuml;rlich bei den Kapiteln zu John F. Kennedy nachzuschlagen. Jetzt, wo sich die Geschichte wiederholt. Aber tut sie das wirklich? </div> <div>Ist Obama ein neuer Kennedy? Zun&auml;chst einmal zehrte Kennedy von einem Heldenmythos, der eher an McCain erinnert. Im zweiten Weltkrieg rettete er als Kommandant eines Schnellbootes, das von Japanern zerst&ouml;rt worden war, den Gro&szlig;teil seiner Besatzung, indem er sie auf eine einsame Insel brachte und von dort aus immer wieder bis an die Grenze des k&ouml;rperlichen Zusammenbruchs zu anderen Inseln schwamm, um Hilfe zu holen. Dass das Boot vielleicht gar nicht h&auml;tte zerst&ouml;rt werden m&uuml;ssen, wenn die Besatzung und Ihr Kommandant Kennedy besser aufgepasst h&auml;tten, ging in dem wunderbaren Heldenepos unter. Die Geschichte wurde von Millionen Amerikanern im Reader&rsquo;s Digest gelesen und als Kennedy dann 1960 antrat, Pr&auml;sident zu werden, kannte das ganze Land den jungen Senator und Weltkriegshelden bereits. Er war dann, und hier sind wir wieder n&auml;her bei Obama, der erste Kandidat, der &uuml;ber unbegrenzte Geldmittel verf&uuml;gte und diese auch in nie gekannter Weise in den Wahlkampf steckte. Kennedy bekam den Gro&szlig;teil des Geldes aber von seinem Vater, der als Spekulant w&auml;hrend der Weltwirtschaftskrise und durch den Handel mit Spirituosen w&auml;hrend der Prohibition zu Reichtum gekommen war und deshalb im versnobten Washington als Neureicher nicht eben sonderlich anerkannt. So ein Donald Trump Typ, der sich die Anerkennung kaufen musste. Soviel nur mal zwischendurch zur glanzvollen Dynastie der Kennedys. Die begann in Wirklichkeit erst mit John F. Kennedy und seinem Charisma. Auch da sind wir nat&uuml;rlich wieder bei Obama. Auch was die Wahl des running mate, des Vizepr&auml;sidenten angeht &uuml;brigens. Kennedy war der erste, der dies mit Kalk&uuml;l machte, um seine eigenen Schw&auml;chen auszugleichen. So kam er auf das texanische Rauhbein Lyndon B. Johnson, der ihm den S&uuml;den sichern konnte und auch altersm&auml;&szlig;ig ein Ausgleich war. Aus Kalk&uuml;l hat sich auch Obama John Biden ins Boot geholt, obwohl er genau das Washingtoner Establishment ist, das er ja eigentlich aufmischen will. Lesen Sie mal, was Kennedy in seiner Acceptance Speech nach seiner Nominierung sagte: &bdquo;Heute gelten unsere Sorgen der Zukunft, denn die Welt &auml;ndert sich. Die alte Epoche endet, die alten L&ouml;sungen reichen nicht mehr aus ... Es ist Zeit f&uuml;r eine neue Generation, die F&uuml;hrung zu &uuml;bernehmen, f&uuml;r neue M&auml;nner, um mit neuen Problemen und neuen Chancen fertig zu werden&ldquo;. Oder? H&auml;tte ich behauptet, das hat Obama gesagt, h&auml;ttet Ihr es auch geglaubt. Tja, und bekannterma&szlig;en hat Kennedy in der ersten Fernsehdebatte der Geschichte einfach soviel besser ausgehen als Nixon, dass der schon deshalb keine Chance hatte. Sein Anzug sa&szlig; perfekt und die Farbe war schwarz. Sein Gesicht war braungebrannt. Nixon hatte sich einen grauen Anzug angezogen und versank damit vor dem grauen Hintergrund des Studios. Er litt unter starkem Bartwuchs und wirkte im Vergleich zu Kennedy wie ein Schurke. Das Puder, das er gegen den Bart verwendete machte ihn nur bleich.&nbsp; Und dann das gleiche Ph&auml;nomen wie bei Obama und McCain jetzt. Nixon schaute Kennedy nie an, auch nicht, wenn er zuh&ouml;rte, die Augen suchten Halt, er blinzelte st&auml;ndig, und sein Gesicht was wachswei&szlig;, genauso McCain bei der letzten Debatte. Kennedy dagegen schaut Nixon an, h&ouml;rt ihm zu, reagiert scheinbar spontan, l&auml;chelt, aber nicht arrogant. Genauso hat es Obama gemacht. Und auch Nixon versuchte &uuml;brigens immer wieder mit dem vermeintlichen Argument der Unerfahrenheit Kennedys Punkte zu machen. Genauso erfolglos wie McCain es gegen Obama versucht. Tja, da gibt es wirklich verbl&uuml;ffend viele Parallelit&auml;ten. Aber wisst Ihr, was mich am meisten verbl&uuml;fft hat, das hatte ich ganz vergessen. Obwohl alles nun wirklich klar schien, war die Wahl am 8. November 1960 eine der knappsten in Eurer Geschichte. Bei fast 69 Millionen abgegebenen Stimmen hatte Kennedy nur gut 100.000 Stimmen mehr als Nixon. Lesson from History: Es bleibt wirklich noch spannend.</div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas<br /> </div> no Thomas Kausch Weltwirtschaftskrise http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51470&blogName=uswahlen Thu, 23 Oct 2008 14:30:23 +0200 Weltwirtschaftskrise<br \><div>Strasbourg, 23. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>das ist nat&uuml;rlich eine ganz hinterlistige Attacke. Ich mein, ich bin ja der letzte, der Sarah Palin auch nur ansatzweise f&uuml;r das Amt der Vizepr&auml;sidentin mit Option auf Pr&auml;sidentin geeignet h&auml;lt, aber dass man ihr jetzt mit der Kleiderrechnung die Tour vermasselt, das ist wirklich &ndash; es ist brillant. Der Pitbull hat zuviel f&uuml;r Lippenstift ausgegeben, das ist einfach herrlich. Die Designer-Hockeymom. 125.000 Dollar f&uuml;r Kleider im September, 4700 Euro f&uuml;r Friseurbesuche und Make Up. Ein bisschen viel f&uuml;r die Gattin von Joe, dem Klempner. Das war ja eine ihrer Rollen. Ein bisschen &uuml;bertrieben auch f&uuml;r den sonnt&auml;glichen Kirchgang, Manolo-Blahniks in Alaska. Und vor allem, ein bisschen viel in Zeiten der Finanzkrise, wo viele Amerikaner ihre H&auml;user und Jobs verlieren. 150.000 Dollar insgesamt sollen f&uuml;r die &auml;u&szlig;erliche Entprovinzialisierung draufgegangen sein, Spendengelder, oh je. Nicht ihre peinlichen Interviews, nicht die vollkommene Abwesenheit geopolitischer Kenntnisse und Erfahrungen, nicht der Amtsmissbrauch und die Vetternwirtschaft haben ihr wirklich schaden k&ouml;nnen, es ist diese l&auml;cherliche Klamotte, die der wahre Todessto&szlig; f&uuml;r ihre politische Karriere sein wird. Das hat doch wirklich was. Wie Al Capone, der nicht wegen Mordes, sondern Steuerhinterziehung in den Knast ging. Anyway, das nur am Rande, mein Stichwort ist die Finanzkrise, die wir inzwischen leider auch Wirtschaftskrise nennen m&uuml;ssen. Denn inzwischen brechen die Kurse ja nicht mehr ein, weil sich die Banken nicht mehr vertrauen, sondern weil die Anleger der Wirtschaftskraft nicht mehr trauen. Und zwar leider wieder mal Eurer Wirtschaftskraft, liebe Freunde. Ihr habt uns da wirklich ein ziemliches Ei ins Nest gelegt. Wir hatten gerade wirklich mal gedacht, es geht uns wirklich richtig gut. Wir haben nur noch von Aufschwung geredet in Deutschland, jeden Monat wurde die Arbeitslosenzahl kleiner, der Finanzminister wollte schon in drei Jahren einen ausgeglichen Haushalt vorlegen, keine neuen Schulden machen. Mann, es ging uns richtig gut, und das ist alles erst ein paar Wochen her. Und jetzt geht&rsquo;s uns schlecht, der Abschwung beginnt, die Arbeitslosigkeit wird wachsen, keiner kauft sich einen neuen Mercedes, h&ouml;chstens Aktien von VW, warum versteht kein Mensch, und den Haushalt ohne Schulden k&ouml;nnen wir auch erstmal vergessen. </div> <div>Was machen wir denn jetzt? Gestern hatten wir ja auf Arte eine Doku zu dem Thema und anschlie&szlig;end eine Diskussion dazu. Da war unter anderem Susan George dabei, Globalisierungskritikerin von Attac. Die sagte dann so, das sei ja jetzt auch eine Chance, mal zur Besinnung zu kommen. Die finanzielle Krise werde uns in gar nicht allzu ferner Zeit l&auml;cherlich erscheinen, angesichts der Klimakatastrophe oder den Aufst&auml;nden in der Dritten Welt, wo Menschen wegen Spekulationen in der ersten Welt verhungern. Das war eine merkw&uuml;rdige Situation. Madame George ist eine richtige Lady, sie k&auml;mpft f&uuml;r ihre Ziele, und doch war man geneigt, das Richtige, was sie sagte, erstmal zu bel&auml;cheln, &Ouml;ko hin und Gewissen her, jetzt m&uuml;ssen die M&auml;nner doch erstmal sehen, dass der Rubel wieder rollt. Mag ja sein, erstmal stabilisieren jetzt, das verhedderte System, aber dann doch bitte nicht wieder zur Tagesordnung &uuml;bergehen. Dies ist der Moment, um mal inne zu halten und Ziele neu zu justieren. Global, aber bitte auch jenseits aller Entr&uuml;stungsromantik &uuml;ber &bdquo;die da oben&ldquo; und &bdquo;uns kleine Leute hier unten&ldquo;. Wer von uns ist denn bereit, Profite sausen zu lassen, nur weil es moralischer w&auml;re? Nicht viele. Wie viele Kleinanleger waren w&auml;hrend der New Economy genauso gierig wie die Manager, die wir heute so verdammen? Alle. Wie viele Kleinanleger achten aktiv darauf, dass in ihren Fonds keine Waffenfirmen, Umweltverschmutzer oder Drittweltausbeuter versteckt sind, solange der Kurs stimmt? Die wenigsten. Es ist schon bigott, Reichtum und Reiche sind uns suspekt, aber alle wollen im Lotto gewinnen. Da seid Ihr Amerikaner wenigstens ehrlich und habt mit Erfolg keine Probleme. Aber noch mal zu Madame George. Sie hat doch recht: Wenn sich am 15. November die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder in Washington zu einem in dieser Form nie da gewesenen Weltfinanzgipfel treffen, dann sollen sie verdammt noch mal die Chance in der Krise begreifen und &uuml;ber den Tellerrand schauen. Es geht nicht darum, die amerikanische oder die europ&auml;ische Autoindustrie zu subventionieren, es geht um die Zukunft dieses Planeten. Keine Angst vor echtem Pathos. &bdquo;War ich zu aggressiv?&ldquo;, hat mich Madame Georges nach der Debatte gefragt. &bdquo;Ich musste mich gegen die Pragmatiker behaupten.&ldquo; Nein, Madame, nicht aggressiv, sie waren charmant und unbeirrbar, und zweifellos&nbsp; im Recht. </div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas<br /> </div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Weltwirtschaftskrise<br \><div>Strasbourg, 23. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>das ist nat&uuml;rlich eine ganz hinterlistige Attacke. Ich mein, ich bin ja der letzte, der Sarah Palin auch nur ansatzweise f&uuml;r das Amt der Vizepr&auml;sidentin mit Option auf Pr&auml;sidentin geeignet h&auml;lt, aber dass man ihr jetzt mit der Kleiderrechnung die Tour vermasselt, das ist wirklich &ndash; es ist brillant. Der Pitbull hat zuviel f&uuml;r Lippenstift ausgegeben, das ist einfach herrlich. Die Designer-Hockeymom. 125.000 Dollar f&uuml;r Kleider im September, 4700 Euro f&uuml;r Friseurbesuche und Make Up. Ein bisschen viel f&uuml;r die Gattin von Joe, dem Klempner. Das war ja eine ihrer Rollen. Ein bisschen &uuml;bertrieben auch f&uuml;r den sonnt&auml;glichen Kirchgang, Manolo-Blahniks in Alaska. Und vor allem, ein bisschen viel in Zeiten der Finanzkrise, wo viele Amerikaner ihre H&auml;user und Jobs verlieren. 150.000 Dollar insgesamt sollen f&uuml;r die &auml;u&szlig;erliche Entprovinzialisierung draufgegangen sein, Spendengelder, oh je. Nicht ihre peinlichen Interviews, nicht die vollkommene Abwesenheit geopolitischer Kenntnisse und Erfahrungen, nicht der Amtsmissbrauch und die Vetternwirtschaft haben ihr wirklich schaden k&ouml;nnen, es ist diese l&auml;cherliche Klamotte, die der wahre Todessto&szlig; f&uuml;r ihre politische Karriere sein wird. Das hat doch wirklich was. Wie Al Capone, der nicht wegen Mordes, sondern Steuerhinterziehung in den Knast ging. Anyway, das nur am Rande, mein Stichwort ist die Finanzkrise, die wir inzwischen leider auch Wirtschaftskrise nennen m&uuml;ssen. Denn inzwischen brechen die Kurse ja nicht mehr ein, weil sich die Banken nicht mehr vertrauen, sondern weil die Anleger der Wirtschaftskraft nicht mehr trauen. Und zwar leider wieder mal Eurer Wirtschaftskraft, liebe Freunde. Ihr habt uns da wirklich ein ziemliches Ei ins Nest gelegt. Wir hatten gerade wirklich mal gedacht, es geht uns wirklich richtig gut. Wir haben nur noch von Aufschwung geredet in Deutschland, jeden Monat wurde die Arbeitslosenzahl kleiner, der Finanzminister wollte schon in drei Jahren einen ausgeglichen Haushalt vorlegen, keine neuen Schulden machen. Mann, es ging uns richtig gut, und das ist alles erst ein paar Wochen her. Und jetzt geht&rsquo;s uns schlecht, der Abschwung beginnt, die Arbeitslosigkeit wird wachsen, keiner kauft sich einen neuen Mercedes, h&ouml;chstens Aktien von VW, warum versteht kein Mensch, und den Haushalt ohne Schulden k&ouml;nnen wir auch erstmal vergessen. </div> <div>Was machen wir denn jetzt? Gestern hatten wir ja auf Arte eine Doku zu dem Thema und anschlie&szlig;end eine Diskussion dazu. Da war unter anderem Susan George dabei, Globalisierungskritikerin von Attac. Die sagte dann so, das sei ja jetzt auch eine Chance, mal zur Besinnung zu kommen. Die finanzielle Krise werde uns in gar nicht allzu ferner Zeit l&auml;cherlich erscheinen, angesichts der Klimakatastrophe oder den Aufst&auml;nden in der Dritten Welt, wo Menschen wegen Spekulationen in der ersten Welt verhungern. Das war eine merkw&uuml;rdige Situation. Madame George ist eine richtige Lady, sie k&auml;mpft f&uuml;r ihre Ziele, und doch war man geneigt, das Richtige, was sie sagte, erstmal zu bel&auml;cheln, &Ouml;ko hin und Gewissen her, jetzt m&uuml;ssen die M&auml;nner doch erstmal sehen, dass der Rubel wieder rollt. Mag ja sein, erstmal stabilisieren jetzt, das verhedderte System, aber dann doch bitte nicht wieder zur Tagesordnung &uuml;bergehen. Dies ist der Moment, um mal inne zu halten und Ziele neu zu justieren. Global, aber bitte auch jenseits aller Entr&uuml;stungsromantik &uuml;ber &bdquo;die da oben&ldquo; und &bdquo;uns kleine Leute hier unten&ldquo;. Wer von uns ist denn bereit, Profite sausen zu lassen, nur weil es moralischer w&auml;re? Nicht viele. Wie viele Kleinanleger waren w&auml;hrend der New Economy genauso gierig wie die Manager, die wir heute so verdammen? Alle. Wie viele Kleinanleger achten aktiv darauf, dass in ihren Fonds keine Waffenfirmen, Umweltverschmutzer oder Drittweltausbeuter versteckt sind, solange der Kurs stimmt? Die wenigsten. Es ist schon bigott, Reichtum und Reiche sind uns suspekt, aber alle wollen im Lotto gewinnen. Da seid Ihr Amerikaner wenigstens ehrlich und habt mit Erfolg keine Probleme. Aber noch mal zu Madame George. Sie hat doch recht: Wenn sich am 15. November die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder in Washington zu einem in dieser Form nie da gewesenen Weltfinanzgipfel treffen, dann sollen sie verdammt noch mal die Chance in der Krise begreifen und &uuml;ber den Tellerrand schauen. Es geht nicht darum, die amerikanische oder die europ&auml;ische Autoindustrie zu subventionieren, es geht um die Zukunft dieses Planeten. Keine Angst vor echtem Pathos. &bdquo;War ich zu aggressiv?&ldquo;, hat mich Madame Georges nach der Debatte gefragt. &bdquo;Ich musste mich gegen die Pragmatiker behaupten.&ldquo; Nein, Madame, nicht aggressiv, sie waren charmant und unbeirrbar, und zweifellos&nbsp; im Recht. </div> <div></div> <div>Best regards</div> <div>Thomas<br /> </div> no Thomas Kausch Wahlempfehlung http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51316&blogName=uswahlen Wed, 22 Oct 2008 13:33:27 +0200 Wahlempfehlung<br \><p>Strasbourg, 22. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>heute schreibe ich Euch nicht aus Berlin, sondern aus unserem Arte-Headquarter in Strasbourg in Frankeich. Heute Abend senden wir einen Themenabend zur gro&szlig;en Finanzkrise mit anschlie&szlig;ender Live-Diskussion, live aus unseren Studios im Arte-Headquarter. Live from Strasbourg in France, Arte poudly presents... Ihr kennt das ja aus Eurem Fernsehen, man macht da gerne ein bisschen Wind. Anyway, alle bedeutenden amerikanischen Tageszeitungen haben ja inzwischen Wahlempfehlungen ausgesprochen - soviel ich wei&szlig; alle f&uuml;r Obama, oder? - und da wir uns bei Arte nat&uuml;rlich in bescheidener, aber bestimmter Weise auch f&uuml;r bedeutend halten, m&uuml;ssen wir nat&uuml;rlich auch langsam mal eine Wahlempfehlung aussprechen. Ich habe also meine Anwesenheit im Headquarter heute genutzt, um zu &uuml;berpr&uuml;fen, in wie weit der Meinungsbildungsprozess unter den Artisten bereits abgeschlossen ist. Artisten nenne ich uns Arte-Mitarbeiter. Art (- e) isten. Ich lass einfach nur das e weg, verstehen Sie? Zum einen kann man uns dann nicht mit Atheisten verwechseln und zum anderen werden wir so sowohl zu K&uuml;nstlern im Sinne von zum Beispiel Schauspielern oder sagen wir besser Schriftstellern, um keine Vorlagen zu geben, als auch im Sinne von Zirkusartisten, als F&auml;nger am Trapez zum Beispiel, deren starken Armen sch&ouml;ne Frauen blindlings vertrauen und ihnen anmutig entgegen springen. Deutsche Kraft und franz&ouml;sische Eleganz vereinigen sich da im F&auml;nger am Trapez. Ihr habt den F&auml;nger im Roggen, wir haben den F&auml;nger am Trapez. Schon als ich klein war, habe ich &uuml;brigens &ouml;fter erz&auml;hlt, mein Gro&szlig;vater sei F&auml;nger am Trapez im Zirkus, das hat viel Eindruck gemacht, auch wenn es eine Notl&uuml;ge war, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. ADS, und so ging ich dann sp&auml;ter zum Fernsehen. Jedenfalls habe ich also den Artisten gesagt, wir m&uuml;ssen nat&uuml;rlich auch eine Wahlempfehlung abgeben. Gerade wenn sie aus dem alten Europa kommt, hat sie eine besondere Schwere in ihrer Bedeutung, die ist nicht so dahingesagt, und deshalb kann sie vielleicht einem schwankenden Amerikaner noch Halt geben und ihm bei der wichtigen Entscheidung helfen. Hier sind also ihre Empfehlungen:</p> <p>Claudia, Deutsche: Obama, weil da wenigstens die Hoffnung besteht, dass wir auf eine gerechtere Welt zugehen.<br /> Anne-Laure, Franz&ouml;sin: Obama, f&uuml;r ein neues Kapitel in der Geschichte.<br /> Beatrix, Deutsche: Obama, weil er f&uuml;r viele eine neue Hoffnung ist. <br /> Antoinette, Franz&ouml;sin: Obama, weil er endlich ein grossen Teil der amerikanischen Bev&ouml;lkerung besser repr&auml;sentiert, in seinem Denken und seinem Handeln.<br /> J&ouml;rg, Deutscher: Obama, weil Amerika und die Welt dringend eine Frischzellen-Kur ben&ouml;tigen. Au&szlig;erdem habe ich mehr Vertrauen zu Joe Biden als zu Sarah Palin. <br /> Nadine, Franz&ouml;sin: Obama, weil man ihm vertrauen kann..<br /> Yvette, Franz&ouml;sin: Obama, weil er j&uuml;nger ist als McCain. Ich finde ihn und seine Idee sympathisch. <br /> Oliver, Deutscher: Obama, weil ich es f&uuml;r eine herrliche Ironie halte, dass dann Amerikas Staatsfeind Nummer 1 und der amerikanische Pr&auml;sident nur einen Buchstaben auseinander liegen. Im Ernst, die Welt muss wieder an Amerika glauben k&ouml;nnen.<br /> Susanne, Deutsche: Obama, weil er der einzige ist, der das Land voranbringen kann.<br /> Pascale, Franz&ouml;sin: Obama. Ich zwar w&auml;hrend der Primaries skeptisch, da fand ich ihn zuerst oberfl&auml;chlich, aber nach und nach hat sich gezeigt, dass er Substanz hat und man sieht, dass er lernen kann. Er w&auml;hlt gute Mitarbeiter aus, dass ist ein wichtiges Talent und er kann auch zuh&ouml;ren. <br /> Lothaire, Franzose: Obama, weil er ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und f&uuml;r den Ausbau der B&uuml;rgerrechte ist. Die amerikanische Verfassung ist gut, aber die amerikanische Mentalit&auml;t h&auml;ngt manchmal noch hinterher. <br /> Philippe, Franzose: Obama, weil es wirklich historisch ist. Die Amerikaner werden es machen.</p> <p>Ein Dutzend Stimmen aus dem Headquarter. Es gibt nat&uuml;rlich noch viel mehr Artisten, aber nachdem ich in der ersten Stunde &uuml;berhaupt keinen gefunden habe, der McCain empfiehlt, glaube ich hier eine ziemlich repr&auml;sentative Prognose zu haben. Also: Nach Washington Post etc. sprechen auch die Artisten in aller gebotenen Neutralit&auml;t eine eindeutige Wahlempfehlung f&uuml;r Barack Obama aus. Er ist f&uuml;r uns der amerikanische&nbsp; F&auml;nger am Trapez. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Wahlempfehlung<br \><p>Strasbourg, 22. Oktober 2008</p> <p>Dear Americans,</p> <p>heute schreibe ich Euch nicht aus Berlin, sondern aus unserem Arte-Headquarter in Strasbourg in Frankeich. Heute Abend senden wir einen Themenabend zur gro&szlig;en Finanzkrise mit anschlie&szlig;ender Live-Diskussion, live aus unseren Studios im Arte-Headquarter. Live from Strasbourg in France, Arte poudly presents... Ihr kennt das ja aus Eurem Fernsehen, man macht da gerne ein bisschen Wind. Anyway, alle bedeutenden amerikanischen Tageszeitungen haben ja inzwischen Wahlempfehlungen ausgesprochen - soviel ich wei&szlig; alle f&uuml;r Obama, oder? - und da wir uns bei Arte nat&uuml;rlich in bescheidener, aber bestimmter Weise auch f&uuml;r bedeutend halten, m&uuml;ssen wir nat&uuml;rlich auch langsam mal eine Wahlempfehlung aussprechen. Ich habe also meine Anwesenheit im Headquarter heute genutzt, um zu &uuml;berpr&uuml;fen, in wie weit der Meinungsbildungsprozess unter den Artisten bereits abgeschlossen ist. Artisten nenne ich uns Arte-Mitarbeiter. Art (- e) isten. Ich lass einfach nur das e weg, verstehen Sie? Zum einen kann man uns dann nicht mit Atheisten verwechseln und zum anderen werden wir so sowohl zu K&uuml;nstlern im Sinne von zum Beispiel Schauspielern oder sagen wir besser Schriftstellern, um keine Vorlagen zu geben, als auch im Sinne von Zirkusartisten, als F&auml;nger am Trapez zum Beispiel, deren starken Armen sch&ouml;ne Frauen blindlings vertrauen und ihnen anmutig entgegen springen. Deutsche Kraft und franz&ouml;sische Eleganz vereinigen sich da im F&auml;nger am Trapez. Ihr habt den F&auml;nger im Roggen, wir haben den F&auml;nger am Trapez. Schon als ich klein war, habe ich &uuml;brigens &ouml;fter erz&auml;hlt, mein Gro&szlig;vater sei F&auml;nger am Trapez im Zirkus, das hat viel Eindruck gemacht, auch wenn es eine Notl&uuml;ge war, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. ADS, und so ging ich dann sp&auml;ter zum Fernsehen. Jedenfalls habe ich also den Artisten gesagt, wir m&uuml;ssen nat&uuml;rlich auch eine Wahlempfehlung abgeben. Gerade wenn sie aus dem alten Europa kommt, hat sie eine besondere Schwere in ihrer Bedeutung, die ist nicht so dahingesagt, und deshalb kann sie vielleicht einem schwankenden Amerikaner noch Halt geben und ihm bei der wichtigen Entscheidung helfen. Hier sind also ihre Empfehlungen:</p> <p>Claudia, Deutsche: Obama, weil da wenigstens die Hoffnung besteht, dass wir auf eine gerechtere Welt zugehen.<br /> Anne-Laure, Franz&ouml;sin: Obama, f&uuml;r ein neues Kapitel in der Geschichte.<br /> Beatrix, Deutsche: Obama, weil er f&uuml;r viele eine neue Hoffnung ist. <br /> Antoinette, Franz&ouml;sin: Obama, weil er endlich ein grossen Teil der amerikanischen Bev&ouml;lkerung besser repr&auml;sentiert, in seinem Denken und seinem Handeln.<br /> J&ouml;rg, Deutscher: Obama, weil Amerika und die Welt dringend eine Frischzellen-Kur ben&ouml;tigen. Au&szlig;erdem habe ich mehr Vertrauen zu Joe Biden als zu Sarah Palin. <br /> Nadine, Franz&ouml;sin: Obama, weil man ihm vertrauen kann..<br /> Yvette, Franz&ouml;sin: Obama, weil er j&uuml;nger ist als McCain. Ich finde ihn und seine Idee sympathisch. <br /> Oliver, Deutscher: Obama, weil ich es f&uuml;r eine herrliche Ironie halte, dass dann Amerikas Staatsfeind Nummer 1 und der amerikanische Pr&auml;sident nur einen Buchstaben auseinander liegen. Im Ernst, die Welt muss wieder an Amerika glauben k&ouml;nnen.<br /> Susanne, Deutsche: Obama, weil er der einzige ist, der das Land voranbringen kann.<br /> Pascale, Franz&ouml;sin: Obama. Ich zwar w&auml;hrend der Primaries skeptisch, da fand ich ihn zuerst oberfl&auml;chlich, aber nach und nach hat sich gezeigt, dass er Substanz hat und man sieht, dass er lernen kann. Er w&auml;hlt gute Mitarbeiter aus, dass ist ein wichtiges Talent und er kann auch zuh&ouml;ren. <br /> Lothaire, Franzose: Obama, weil er ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und f&uuml;r den Ausbau der B&uuml;rgerrechte ist. Die amerikanische Verfassung ist gut, aber die amerikanische Mentalit&auml;t h&auml;ngt manchmal noch hinterher. <br /> Philippe, Franzose: Obama, weil es wirklich historisch ist. Die Amerikaner werden es machen.</p> <p>Ein Dutzend Stimmen aus dem Headquarter. Es gibt nat&uuml;rlich noch viel mehr Artisten, aber nachdem ich in der ersten Stunde &uuml;berhaupt keinen gefunden habe, der McCain empfiehlt, glaube ich hier eine ziemlich repr&auml;sentative Prognose zu haben. Also: Nach Washington Post etc. sprechen auch die Artisten in aller gebotenen Neutralit&auml;t eine eindeutige Wahlempfehlung f&uuml;r Barack Obama aus. Er ist f&uuml;r uns der amerikanische&nbsp; F&auml;nger am Trapez. </p> <p>Best regards</p> <p>Thomas</p> no Thomas Kausch Intellektuelles http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51212&blogName=uswahlen Tue, 21 Oct 2008 11:34:30 +0200 Intellektuelles<br \><div>Berlin, 21. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>neulich habe ich den Executive Director der American Academy in Berlin getroffen. Gary Smith, Amerikaner, immer in Alarmbereitschaft, immer was zu tun. Der Auftrag der Acadamy ist es, die transatlantische Partnerschaft durch intellektuellen und kulturellen Austausch zu st&auml;rken. Dazu vergibt sie Stipendien an versierte Amerikaner, z.B. in den Bereichen Kunst, Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften. Die Akademie ist privat und unabh&auml;ngig und dazu noch wundersch&ouml;n, sie liegt direkt am Wannsee. Ich hab mich nat&uuml;rlich mit Gary auf einen Chat verabredet.</div> <div></div> <div>TK: Gary, sollen wir das auf Deutsch machen oder lieber auf Englisch? German or English, any preferences?<br /> GS: Ich k&ouml;nnte es auf Deutsch. Englisch ist mir nat&uuml;rlich lieber.<br /> TK: All right then, I am surprised, though. So many Americans speak German, although it's not exactly a world language!<br /> GS: But really it is up to you. Glad to speak German.<br /> TK: No, no, I meant it as a compliment. I am surprised that so many Americans speak our language.<br /> GS: Thanks, that is very kind.<br /> TK: Gary, your job at the Academy is to promote intellectual and cultural exchange between Europe and the U.S.&nbsp; Tough job during the last eight years, wasn't it? We Europeans didn't regard America under Bush as exceptionally intellectual. Do you think we are a little bit arrogant?<br /> GS: Well, I have lived in Germany for over two decades, so I am familiar with how focussed - obsessed would be perhaps too strong - the Germans are with the United States. There are the usual geopolitical reasons they share with others, Europeans and beyond, and of course the decisive historical reason: those twelve years in the middle of the last century. Some might say that Germany lost the moral high ground forever then; at the very least there is much here that can be explained by the attempt to regain the moral high ground: exaggerated critique and emotionality in the relationship with America etc.<br /> But to your question: the stark differences especially in the first Bush term gave voice to critics of America - and caricatures of America - that would have been hardly thinkable just a few years earlier. There was much emotionality and exaggeration, and it was difficult even for me, a moderate Democrat, in trying to convey a fair diagnosis of the thinking behind what was going on. Above all to remind people here that America is a land of intense debate and diversity, which one tends to forget. We are the country of Walt Whitman, who wrote once &quot;Do I contradict myself? Very well, then, I contradict myself. I am large, I contain multitudes!&quot; <br /> On the other hand, Germany is by far the most American of continental countries, in the best sense. And so whether we brought over an author like Arthur Miller or Jeffrey Eugenides, a policy expert like Dennis Ross or Tom Daschle, the Germans they met were incredibly knowledgeable, and the press treated them often like rock stars. We speak the same moral language even if we might disagree at any moment in time about conclusions.<br /> Last, of course, the last remaining superpower America is such a convenient scapegoat to distract from one's own mistakes and problems. I've gone on too long, but anyone who really believes that only the US is responsible for the present and imminent global financial and economic crisis is wearing ideological blinkers.<br /> TK: Well, obviously I have asked the right question here. I think some of our bold behaviour is based on the fact that we are children of America, the post war generations of Germans that is. As a state and as a society. Slowly we are growing up and you know how obnoxious adolescents can be. Here's another very intellectual question: Who do you think we find more attractive, Michelle Obama or Cindy McCain?<br /> GS: I love this kind of mischievous question. I don't think you really want to learn about what I find attractive in a woman, and certainly don't want your readers to mistake my romantic oddities for political predilections.&nbsp; Let's just say I like strong women, and both are certainly that. <br /> By this I don't mean maverick-ness, though. And I definitely did not marry a soccer mom.<br /> TK: Oh, I see. Well let's pretend the soccer mum, or isn&rsquo;t she a hockey mum?, will keep guarding Alaska, so the Russians can't invade it, and Mr. and Mrs. McCain will enjoy their simple lives as bodies of Joe the plumber and Mr. and Mrs. Obama will live and work in the White House. What will America look like four years from now?<br /> GS: The recession is going to be deeper and longer than most people imagine. In the US we are going to have to learn to live with less, and be far more disciplined. It is a little late to begin saving, but for many our mindset will change. This would never have been possible without a crisis of such profound dimensions.<br /> And believe it or not, we are going to be thinking and looking beyond our own borders. The Gordon Brown first solution and leadership is just a taste of how the US needs Europe and the world.<br /> TK: Alright, now let&rsquo;s try to even top that? How about in eight years from now, Obama has just finished his second term? <br /> GS: Whomever becomes President, they have a hell of a predicament to get out of. And even if the US political system has the benefit of great mobility between the governmental and private sectors, I don't see any Houdinis out there to save us.<br /> TK: But I was hoping for just that! A more optimistic outlook, Gary. Have you been living in Germany for too long? The glas half empty not half full, that&rsquo;s our attitude. Anyway, we are glad to have you here. Thanks and take care. </div> <div>Ende des Protokolls.</div> <div>P.S. Just in case... Auszug aus Wikipedia: Harry Houdini (* 24. M&auml;rz 1874 als Erich Weisz in Budapest; &dagger; 31. Oktober 1926 in Detroit) war ein amerikanischer Entfesselungs- und Zauberk&uuml;nstler &ouml;sterreichisch-ungarischer Herkunft. Er gab sich den K&uuml;nstlernamen Harry Houdini als Hommage an sein Vorbild, den franz&ouml;sischen Magier Jean Eug&egrave;ne Robert-Houdin.</div> <div></div> <div>All the best</div> <div>Thomas<br /> </div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Intellektuelles<br \><div>Berlin, 21. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div></div> <div>neulich habe ich den Executive Director der American Academy in Berlin getroffen. Gary Smith, Amerikaner, immer in Alarmbereitschaft, immer was zu tun. Der Auftrag der Acadamy ist es, die transatlantische Partnerschaft durch intellektuellen und kulturellen Austausch zu st&auml;rken. Dazu vergibt sie Stipendien an versierte Amerikaner, z.B. in den Bereichen Kunst, Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften. Die Akademie ist privat und unabh&auml;ngig und dazu noch wundersch&ouml;n, sie liegt direkt am Wannsee. Ich hab mich nat&uuml;rlich mit Gary auf einen Chat verabredet.</div> <div></div> <div>TK: Gary, sollen wir das auf Deutsch machen oder lieber auf Englisch? German or English, any preferences?<br /> GS: Ich k&ouml;nnte es auf Deutsch. Englisch ist mir nat&uuml;rlich lieber.<br /> TK: All right then, I am surprised, though. So many Americans speak German, although it's not exactly a world language!<br /> GS: But really it is up to you. Glad to speak German.<br /> TK: No, no, I meant it as a compliment. I am surprised that so many Americans speak our language.<br /> GS: Thanks, that is very kind.<br /> TK: Gary, your job at the Academy is to promote intellectual and cultural exchange between Europe and the U.S.&nbsp; Tough job during the last eight years, wasn't it? We Europeans didn't regard America under Bush as exceptionally intellectual. Do you think we are a little bit arrogant?<br /> GS: Well, I have lived in Germany for over two decades, so I am familiar with how focussed - obsessed would be perhaps too strong - the Germans are with the United States. There are the usual geopolitical reasons they share with others, Europeans and beyond, and of course the decisive historical reason: those twelve years in the middle of the last century. Some might say that Germany lost the moral high ground forever then; at the very least there is much here that can be explained by the attempt to regain the moral high ground: exaggerated critique and emotionality in the relationship with America etc.<br /> But to your question: the stark differences especially in the first Bush term gave voice to critics of America - and caricatures of America - that would have been hardly thinkable just a few years earlier. There was much emotionality and exaggeration, and it was difficult even for me, a moderate Democrat, in trying to convey a fair diagnosis of the thinking behind what was going on. Above all to remind people here that America is a land of intense debate and diversity, which one tends to forget. We are the country of Walt Whitman, who wrote once &quot;Do I contradict myself? Very well, then, I contradict myself. I am large, I contain multitudes!&quot; <br /> On the other hand, Germany is by far the most American of continental countries, in the best sense. And so whether we brought over an author like Arthur Miller or Jeffrey Eugenides, a policy expert like Dennis Ross or Tom Daschle, the Germans they met were incredibly knowledgeable, and the press treated them often like rock stars. We speak the same moral language even if we might disagree at any moment in time about conclusions.<br /> Last, of course, the last remaining superpower America is such a convenient scapegoat to distract from one's own mistakes and problems. I've gone on too long, but anyone who really believes that only the US is responsible for the present and imminent global financial and economic crisis is wearing ideological blinkers.<br /> TK: Well, obviously I have asked the right question here. I think some of our bold behaviour is based on the fact that we are children of America, the post war generations of Germans that is. As a state and as a society. Slowly we are growing up and you know how obnoxious adolescents can be. Here's another very intellectual question: Who do you think we find more attractive, Michelle Obama or Cindy McCain?<br /> GS: I love this kind of mischievous question. I don't think you really want to learn about what I find attractive in a woman, and certainly don't want your readers to mistake my romantic oddities for political predilections.&nbsp; Let's just say I like strong women, and both are certainly that. <br /> By this I don't mean maverick-ness, though. And I definitely did not marry a soccer mom.<br /> TK: Oh, I see. Well let's pretend the soccer mum, or isn&rsquo;t she a hockey mum?, will keep guarding Alaska, so the Russians can't invade it, and Mr. and Mrs. McCain will enjoy their simple lives as bodies of Joe the plumber and Mr. and Mrs. Obama will live and work in the White House. What will America look like four years from now?<br /> GS: The recession is going to be deeper and longer than most people imagine. In the US we are going to have to learn to live with less, and be far more disciplined. It is a little late to begin saving, but for many our mindset will change. This would never have been possible without a crisis of such profound dimensions.<br /> And believe it or not, we are going to be thinking and looking beyond our own borders. The Gordon Brown first solution and leadership is just a taste of how the US needs Europe and the world.<br /> TK: Alright, now let&rsquo;s try to even top that? How about in eight years from now, Obama has just finished his second term? <br /> GS: Whomever becomes President, they have a hell of a predicament to get out of. And even if the US political system has the benefit of great mobility between the governmental and private sectors, I don't see any Houdinis out there to save us.<br /> TK: But I was hoping for just that! A more optimistic outlook, Gary. Have you been living in Germany for too long? The glas half empty not half full, that&rsquo;s our attitude. Anyway, we are glad to have you here. Thanks and take care. </div> <div>Ende des Protokolls.</div> <div>P.S. Just in case... Auszug aus Wikipedia: Harry Houdini (* 24. M&auml;rz 1874 als Erich Weisz in Budapest; &dagger; 31. Oktober 1926 in Detroit) war ein amerikanischer Entfesselungs- und Zauberk&uuml;nstler &ouml;sterreichisch-ungarischer Herkunft. Er gab sich den K&uuml;nstlernamen Harry Houdini als Hommage an sein Vorbild, den franz&ouml;sischen Magier Jean Eug&egrave;ne Robert-Houdin.</div> <div></div> <div>All the best</div> <div>Thomas<br /> </div> no Thomas Kausch Französische Ansichten http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=51082&blogName=uswahlen Mon, 20 Oct 2008 09:28:11 +0200 Französische Ansichten<br \><p>Berlin, 20. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans, <br /> &nbsp;<br /> neulich habe ich eine ebenso charmante wie interessante Frau bei einem Dinner kennen gelernt. B&eacute;atrice Guillaume-Grabisch. Sie ist Franz&ouml;sin, mit einem Deutschen verheiratet, der in Argentinien geboren ist, und sie leitet in Berlin das Deutschland-Gesch&auml;ft des amerikanischen Konzerns The Coca-Cola Company. Das nenn ich mal eine Weltb&uuml;rgerin! Coca-Cola ist nat&uuml;rlich die amerikanische Marke schlechthin, ein St&uuml;ck des amerikanischen Traums, oder genauer ein Schluck davon. Ich war wirklich schon in abgelegenen Ecken dieser Welt, aber selbst im hintersten Winkel von Afrika war Coca-Cola schon vor mir da. F&uuml;r viele Menschen auf der Erde ist eine Coca-Cola Flasche die erste Begegnung mit Amerika. Wir k&ouml;nnen in diesem Sinne also ganz offen dar&uuml;ber reden, ohne dass das jetzt Werbung w&auml;re. Wir reden in Wirklichkeit ja &uuml;ber den amerikanischen Einfluss in der Welt, Einfluss der in Flaschen steckt. Es war jedenfalls ein unterhaltsamer Abend und wir haben uns f&uuml;r einen kleinen E-Mail Chat verabredet. <br /> &nbsp;<br /> TK: Bonjour, Madame Guillaume-Grabisch, seit wann sind Sie eigentlich bei Coca-Cola?<br /> BGG: Guten Tag, Monsieur Kausch, ich bin schon zweieinhalb Jahre bei Coca-Cola und habe dort gerade rechtzeitig zur Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft angefangen!<br /> TK: Und was haben Sie vorher gemacht?<br /> BGG: Die sch&ouml;ne Welt der Kosmetik in ihrer Gesamtheit kennen gelernt! Erst in Frankreich bei Colgate-Palmolive, dann in Deutschland in Hamburg bei Beiersdorf in der internationalen Abteilung, dann in D&uuml;sseldorf bei Johnson-&amp;Johnson Consumer Deutschland, dann weiter bei L'Or&eacute;al f&uuml;r Deutschland und danach f&uuml;r die Schweiz... Also ein Cocktail von L&auml;ndern und Unternehmenskulturen, der mich besonders begeistert und beeinflusst hat.<br /> TK: Oh, L&rsquo;Or&eacute;al &ndash; wenn Sie dort noch w&auml;ren, wen w&uuml;rden Sie als Model f&uuml;r eine L&rsquo;Or&eacute;al Werbekampagne nehmen, Michelle Obama oder Cindy McCain?<br /> BGG: Michelle Obama, weil sie eine besonders gute Balance zwischen Familienorientierung und -unterst&uuml;tzung auf der einen Seite und einer erfolgreichen und selbstbewussten beruflichen Karriere auf der anderen Seite geschafft hat.&nbsp; <br /> TK: Jetzt bin ich &uuml;berrascht, dass Sie keine Ausrede gesucht haben. Ich dachte, Sie m&uuml;ssten politisch korrekt sein. Als Coca-Cola Chefin im Ausland sind Sie ja quasi im diplomatischen Dienst. Eine amerikanische (Marken-) Botschafterin. Und Botschafter sagen leider nie Ihre Meinung. Jedenfalls nicht offiziell.<br /> BGG: Mir geht es nicht um eine Person oder um Politik als solche (und ich bin der Ansicht, man solle andere Meinungen stets respektieren), sondern um die M&ouml;glichkeit 'Ying und Yang'&nbsp; in der Frauenrolle in Einklang zu bringen (Familie und Beruf), was ich sehr positiv einsch&auml;tze. <br /> TK: Ja, da haben Sie Recht, es ist ja auch schwierig genug. Aber im Wei&szlig;en Haus wird es dann ja wieder leichter f&uuml;r Michelle Obama, die haben da bestimmt gute Babysitter. Glauben Sie, Barack Obama trinkt Coke, oder ist er mehr der Pepsi-Typ?<br /> BGG: Ehrlich gesagt, wei&szlig; ich nicht was die amerikanischen Pr&auml;sidentschafts-Kandidaten am liebsten trinken, aber wir freuen uns, dem Gewinner der kommenden Wahlen, wenn gew&uuml;nscht, unser komplettes Portfolio von Coca-Cola Getr&auml;nken zu schicken. Da ist sicherlich f&uuml;r jeden Geschmack etwas dabei!<br /> TK: Ha, Sie sind also doch Diplomatin! Ich glaub ja Obama trinkt Bionade...<br /> BGG: Freiheit ist eines der h&ouml;chsten G&uuml;ter des Menschen... Daf&uuml;r hat sich auch General Lafayette in Amerika Ende des 18. Jahrhunderts schon eingesetzt, und auch Spuren in dem Land hinterlassen. Viele St&auml;dte tragen dort seinen Namen. Wussten Sie schon, dass er 2002 zum Ehrenb&uuml;rger der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt wurde - und das als Franzose!?<br /> TK: Nein, das wusste ich nicht. Aber die Amerikaner haben den Franzosen ja sowieso alles zu verdanken, ihre Unabh&auml;ngigkeit n&auml;mlich, ohne die Hilfe der Franzosen, h&auml;tten sie die Engl&auml;nder niemals besiegt. Sind die Franzosen eigentlich genauso in Obama verliebt wie die Deutschen?<br /> BGG: Ob die Amerikaner den Franzosen alles zu verdanken haben, sei dahin gestellt... was vielleicht alle L&auml;nder gern haben, ist das, worin die Franzosen sich immer wieder selbst finden: Wein und K&auml;se... und Freiheit!<br /> TK: Vergessen wir die Pommes Frites hier nicht. Deren Freiheit war unter Bush ja auch schwer bedroht! Aber ich wollte ja wissen, ob die Franzosen auch solche Obama-Fans sind wie die Deutschen.<br /> BGG: Franzosen sch&auml;tzen charismatische F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten!<br /> TK: Verstehe! Und Argentinier? Was sagt Ihr Mann? <br /> BGG: Argentinier (und auch mein Mann) sind weltoffen. So lange sie Tango, Estancia und Asados genie&szlig;en d&uuml;rfen!<br /> TK: Voila, in diesem Sinne. Ein wunderbares Schlusswort. Sie sprechen &uuml;brigens ein phantastisches Deutsch! Meine Hochachtung. Merci et bonne journ&eacute;e! <br /> BGG: Vielen Dank auch meinerseits. C'etait un plaisir!<br /> &nbsp;<br /> Ende des Protokolls. Wie gesagt, sehr charmant.<br /> &nbsp;<br /> All the best<br /> &nbsp;<br /> Thomas</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Französische Ansichten<br \><p>Berlin, 20. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans, <br /> &nbsp;<br /> neulich habe ich eine ebenso charmante wie interessante Frau bei einem Dinner kennen gelernt. B&eacute;atrice Guillaume-Grabisch. Sie ist Franz&ouml;sin, mit einem Deutschen verheiratet, der in Argentinien geboren ist, und sie leitet in Berlin das Deutschland-Gesch&auml;ft des amerikanischen Konzerns The Coca-Cola Company. Das nenn ich mal eine Weltb&uuml;rgerin! Coca-Cola ist nat&uuml;rlich die amerikanische Marke schlechthin, ein St&uuml;ck des amerikanischen Traums, oder genauer ein Schluck davon. Ich war wirklich schon in abgelegenen Ecken dieser Welt, aber selbst im hintersten Winkel von Afrika war Coca-Cola schon vor mir da. F&uuml;r viele Menschen auf der Erde ist eine Coca-Cola Flasche die erste Begegnung mit Amerika. Wir k&ouml;nnen in diesem Sinne also ganz offen dar&uuml;ber reden, ohne dass das jetzt Werbung w&auml;re. Wir reden in Wirklichkeit ja &uuml;ber den amerikanischen Einfluss in der Welt, Einfluss der in Flaschen steckt. Es war jedenfalls ein unterhaltsamer Abend und wir haben uns f&uuml;r einen kleinen E-Mail Chat verabredet. <br /> &nbsp;<br /> TK: Bonjour, Madame Guillaume-Grabisch, seit wann sind Sie eigentlich bei Coca-Cola?<br /> BGG: Guten Tag, Monsieur Kausch, ich bin schon zweieinhalb Jahre bei Coca-Cola und habe dort gerade rechtzeitig zur Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft angefangen!<br /> TK: Und was haben Sie vorher gemacht?<br /> BGG: Die sch&ouml;ne Welt der Kosmetik in ihrer Gesamtheit kennen gelernt! Erst in Frankreich bei Colgate-Palmolive, dann in Deutschland in Hamburg bei Beiersdorf in der internationalen Abteilung, dann in D&uuml;sseldorf bei Johnson-&amp;Johnson Consumer Deutschland, dann weiter bei L'Or&eacute;al f&uuml;r Deutschland und danach f&uuml;r die Schweiz... Also ein Cocktail von L&auml;ndern und Unternehmenskulturen, der mich besonders begeistert und beeinflusst hat.<br /> TK: Oh, L&rsquo;Or&eacute;al &ndash; wenn Sie dort noch w&auml;ren, wen w&uuml;rden Sie als Model f&uuml;r eine L&rsquo;Or&eacute;al Werbekampagne nehmen, Michelle Obama oder Cindy McCain?<br /> BGG: Michelle Obama, weil sie eine besonders gute Balance zwischen Familienorientierung und -unterst&uuml;tzung auf der einen Seite und einer erfolgreichen und selbstbewussten beruflichen Karriere auf der anderen Seite geschafft hat.&nbsp; <br /> TK: Jetzt bin ich &uuml;berrascht, dass Sie keine Ausrede gesucht haben. Ich dachte, Sie m&uuml;ssten politisch korrekt sein. Als Coca-Cola Chefin im Ausland sind Sie ja quasi im diplomatischen Dienst. Eine amerikanische (Marken-) Botschafterin. Und Botschafter sagen leider nie Ihre Meinung. Jedenfalls nicht offiziell.<br /> BGG: Mir geht es nicht um eine Person oder um Politik als solche (und ich bin der Ansicht, man solle andere Meinungen stets respektieren), sondern um die M&ouml;glichkeit 'Ying und Yang'&nbsp; in der Frauenrolle in Einklang zu bringen (Familie und Beruf), was ich sehr positiv einsch&auml;tze. <br /> TK: Ja, da haben Sie Recht, es ist ja auch schwierig genug. Aber im Wei&szlig;en Haus wird es dann ja wieder leichter f&uuml;r Michelle Obama, die haben da bestimmt gute Babysitter. Glauben Sie, Barack Obama trinkt Coke, oder ist er mehr der Pepsi-Typ?<br /> BGG: Ehrlich gesagt, wei&szlig; ich nicht was die amerikanischen Pr&auml;sidentschafts-Kandidaten am liebsten trinken, aber wir freuen uns, dem Gewinner der kommenden Wahlen, wenn gew&uuml;nscht, unser komplettes Portfolio von Coca-Cola Getr&auml;nken zu schicken. Da ist sicherlich f&uuml;r jeden Geschmack etwas dabei!<br /> TK: Ha, Sie sind also doch Diplomatin! Ich glaub ja Obama trinkt Bionade...<br /> BGG: Freiheit ist eines der h&ouml;chsten G&uuml;ter des Menschen... Daf&uuml;r hat sich auch General Lafayette in Amerika Ende des 18. Jahrhunderts schon eingesetzt, und auch Spuren in dem Land hinterlassen. Viele St&auml;dte tragen dort seinen Namen. Wussten Sie schon, dass er 2002 zum Ehrenb&uuml;rger der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt wurde - und das als Franzose!?<br /> TK: Nein, das wusste ich nicht. Aber die Amerikaner haben den Franzosen ja sowieso alles zu verdanken, ihre Unabh&auml;ngigkeit n&auml;mlich, ohne die Hilfe der Franzosen, h&auml;tten sie die Engl&auml;nder niemals besiegt. Sind die Franzosen eigentlich genauso in Obama verliebt wie die Deutschen?<br /> BGG: Ob die Amerikaner den Franzosen alles zu verdanken haben, sei dahin gestellt... was vielleicht alle L&auml;nder gern haben, ist das, worin die Franzosen sich immer wieder selbst finden: Wein und K&auml;se... und Freiheit!<br /> TK: Vergessen wir die Pommes Frites hier nicht. Deren Freiheit war unter Bush ja auch schwer bedroht! Aber ich wollte ja wissen, ob die Franzosen auch solche Obama-Fans sind wie die Deutschen.<br /> BGG: Franzosen sch&auml;tzen charismatische F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten!<br /> TK: Verstehe! Und Argentinier? Was sagt Ihr Mann? <br /> BGG: Argentinier (und auch mein Mann) sind weltoffen. So lange sie Tango, Estancia und Asados genie&szlig;en d&uuml;rfen!<br /> TK: Voila, in diesem Sinne. Ein wunderbares Schlusswort. Sie sprechen &uuml;brigens ein phantastisches Deutsch! Meine Hochachtung. Merci et bonne journ&eacute;e! <br /> BGG: Vielen Dank auch meinerseits. C'etait un plaisir!<br /> &nbsp;<br /> Ende des Protokolls. Wie gesagt, sehr charmant.<br /> &nbsp;<br /> All the best<br /> &nbsp;<br /> Thomas</p> no Thomas Kausch Transatlantic Partnership http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50932&blogName=uswahlen Fri, 17 Oct 2008 13:24:14 +0200 Transatlantic Partnership<br \><div>Berlin, 17. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div>jedes Jahr vergibt die Amerikanische Handelskammer in Deutschland den &bdquo;Transatlantic Partnership Award&ldquo;. Damit wird ein besonderer Einsatz f&uuml;r die deutsch-amerikanischen Beziehungen gew&uuml;rdigt. K&uuml;rzlich war es wieder einmal so weit. Leider habe ich den Preis nicht gewonnen &ndash; noch nicht! &ndash; aber ich hatte die gro&szlig;e Ehre, zu der Preisverleihung eingeladen zu sein. Bekommen hat ihn &uuml;brigens J&uuml;rgen Weber, und nat&uuml;rlich zu Recht, der Aufsichtsratschef der Lufthansa, der gr&ouml;&szlig;ten deutschen Airline. Wenn die nicht transatlantisch ist. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland, kurz AmCham Germany f&uuml;r American Chambers of Commerce in Germany, feiert &uuml;brigens in diesem Jahr schon ihren 105. Geburtstag. Ihr Pr&auml;sident ist Fred B. Irwin. Der ist nat&uuml;rlich nicht so alt, aber schon viele Jahre in Deutschland. Ein Amerikaner, wie er im Buche steht: H&ouml;flich, freundlich, optimistisch und nat&uuml;rlich trotzdem smart. Ich erz&auml;hlte ihm von meinem t&auml;glichen Brief an Euch und wir verabredeten uns f&uuml;r einen kleinen E-Mail Chat. </div> <div></div> <div>TK: Fred, for how many years have you been living in Germany now?<br /> FI: It is almost 40 years.<br /> TK: Jesus, you are a German than, not an American!<br /> FI: As an American citizen living in Germany, I pay full German taxes and, by US tax law, I am required to file and pay US taxes annually. I love both countries, but I would prefer paying taxes only in one country.<br /> TK: You are a generous man. But, you know, in these times of financial crisis, we need your Dollars as well as your Euros. <br /> FI: I don't think anyone is generous by paying taxes.<br /> TK: Why not?<br /> FI: German taxes on individuals are, in comparison to other EU countries, too high. The result is that there are 15,000 German in the financial industry in London, where the taxes are lower. If the personal taxes are not reduced, we will lose more of our bright, young future business leaders. In the USA, the personal taxes are lower, but, it is the only country in the world, which taxes its citizens regardless where they live and, which I feel is even worse, foreigners with a green card, who are no longer living in the USA. Both countries need a major adjustment in the way they tax their citizens. Taxes should be paid for services rendered, not otherwise.<br /> TK: I perfectly agree. Speaking of money, do you think, once this financial crisis is over, that powers will have been shifted? The Europeans have learned the hard way now that they cannot depend on the strength of the American economy alone, but have to act themselves. Well, and once you have learned to handle things by yourself, sooner or later you usually start to like it that way.<br /> FI: We don't have a financial crisis - it is a credit and confidence crisis.&nbsp; This crisis will last another 12-24 months. Once confidence is shaken, it is difficult to recover, but the steps taken by the governments are all in the right direction. The center of the financial markets will continue to be in New York, London and Tokyo. There will be no changes here. Europe needs the USA and the USA needs Europe. But, saying this, both must coordinate their actions but act in their own self interest. Europe should act as a single unit, but, on many issues, especially difficult ones, does not. There is still a great degree of national interest in play.<br /> TK: Having all this in mind, does it effect the transatlantic relationship, whether Obama or McCain will be the next president?<br /> FI: Basically, we will maintain an excellent economic and political relationship between Germany/EU and the USA regardless who is elected the next president. Both Messrs. McCain and Obama have confirmed this in many statements.<br /> TK: Isn&rsquo;t it strange that the Germans are so interested in the US-elections? I mean, it would never be like that the other way round? Not that intensive.<br /> FI: Germans are not the only nation fascinated with the USA, most other nations are as well - and it is not only the present US elections. I believe the reason for this has to do with the American Way of Life - a country with endless possibilities for individual growth. In 1950 there were 150 million Americans; today there are over 300 million. Much of this growth comes through immigration. These individuals are quickly assimilated into the American society, which is one of the major social advantages.&nbsp; <br /> They love their native language and heritage, but begin acting and thinking in their new environment and become very patriotic. No other culture has this and this is what fascinates so many non-Americans. But, unfortunately, much of the foreign media focuses on the negative aspects in the USA. It should be more balanced. Because of its size and culture, the USA is rarely focused on other countries. This is unfortunate, because sometimes the ideas and culture of other countries is not fully understood.<br /> TK: And that's why, as you know, we do not hesitate to criticize the Americans, sometimes we even mock them. Now it&rsquo;s your turn: What do you find most peculiar here? <br /> FI: The most criticism of the US comes from Americans themselves.&nbsp; This is the only way a country grows and develops. Mocking someone can be humorous, evening enjoyable. But one should always respect another culture, regardless if it is different. Since I have lived in Germany most of my adult life, the only peculiar thing I find in Germany is that Germans don't speak more favorable about their own country. When I raise this issue, I would hear that it has to do with Germany's history. Americans look forward, not backward. We have to look more forward in Germany and then we will see that we are living in a wonderful country. I was so pleased to see the German flag during the World Cup several years ago and many young people singing the national anthem. We need more of this.<br /> TK: Well, you got us there. We are lacking a bit of self-confidence, some for good reason, and then we use arrogance to compensate for it. Simple psychology. Well, we are working on it. After all, we still have to win this damned World Cup! Thank you for this little chat, Fred, and giving us some insights. I believe, you are heading for the States soon. Give the Americans my kindest regards, please. P.S. Who do you find more attractive, Michelle Obama or Cindy McCain?<br /> FI: Dear Thomas, I enjoyed the e-mail chat with you. I will be flying to the USA on Saturday for two weeks to get a flavor of the pre-election excitement. When you ask me who is more attractive, I always vote for my 94-year-old mother. All the best. Fred</div> <div></div> <div>Ende des Protokolls. So antwortet ein Gentleman.</div> <div></div> <div>Beste Gr&uuml;&szlig;e</div> <div>Thomas</div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Transatlantic Partnership<br \><div>Berlin, 17. Oktober 2008</div> <div></div> <div>Dear Americans,</div> <div>jedes Jahr vergibt die Amerikanische Handelskammer in Deutschland den &bdquo;Transatlantic Partnership Award&ldquo;. Damit wird ein besonderer Einsatz f&uuml;r die deutsch-amerikanischen Beziehungen gew&uuml;rdigt. K&uuml;rzlich war es wieder einmal so weit. Leider habe ich den Preis nicht gewonnen &ndash; noch nicht! &ndash; aber ich hatte die gro&szlig;e Ehre, zu der Preisverleihung eingeladen zu sein. Bekommen hat ihn &uuml;brigens J&uuml;rgen Weber, und nat&uuml;rlich zu Recht, der Aufsichtsratschef der Lufthansa, der gr&ouml;&szlig;ten deutschen Airline. Wenn die nicht transatlantisch ist. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland, kurz AmCham Germany f&uuml;r American Chambers of Commerce in Germany, feiert &uuml;brigens in diesem Jahr schon ihren 105. Geburtstag. Ihr Pr&auml;sident ist Fred B. Irwin. Der ist nat&uuml;rlich nicht so alt, aber schon viele Jahre in Deutschland. Ein Amerikaner, wie er im Buche steht: H&ouml;flich, freundlich, optimistisch und nat&uuml;rlich trotzdem smart. Ich erz&auml;hlte ihm von meinem t&auml;glichen Brief an Euch und wir verabredeten uns f&uuml;r einen kleinen E-Mail Chat. </div> <div></div> <div>TK: Fred, for how many years have you been living in Germany now?<br /> FI: It is almost 40 years.<br /> TK: Jesus, you are a German than, not an American!<br /> FI: As an American citizen living in Germany, I pay full German taxes and, by US tax law, I am required to file and pay US taxes annually. I love both countries, but I would prefer paying taxes only in one country.<br /> TK: You are a generous man. But, you know, in these times of financial crisis, we need your Dollars as well as your Euros. <br /> FI: I don't think anyone is generous by paying taxes.<br /> TK: Why not?<br /> FI: German taxes on individuals are, in comparison to other EU countries, too high. The result is that there are 15,000 German in the financial industry in London, where the taxes are lower. If the personal taxes are not reduced, we will lose more of our bright, young future business leaders. In the USA, the personal taxes are lower, but, it is the only country in the world, which taxes its citizens regardless where they live and, which I feel is even worse, foreigners with a green card, who are no longer living in the USA. Both countries need a major adjustment in the way they tax their citizens. Taxes should be paid for services rendered, not otherwise.<br /> TK: I perfectly agree. Speaking of money, do you think, once this financial crisis is over, that powers will have been shifted? The Europeans have learned the hard way now that they cannot depend on the strength of the American economy alone, but have to act themselves. Well, and once you have learned to handle things by yourself, sooner or later you usually start to like it that way.<br /> FI: We don't have a financial crisis - it is a credit and confidence crisis.&nbsp; This crisis will last another 12-24 months. Once confidence is shaken, it is difficult to recover, but the steps taken by the governments are all in the right direction. The center of the financial markets will continue to be in New York, London and Tokyo. There will be no changes here. Europe needs the USA and the USA needs Europe. But, saying this, both must coordinate their actions but act in their own self interest. Europe should act as a single unit, but, on many issues, especially difficult ones, does not. There is still a great degree of national interest in play.<br /> TK: Having all this in mind, does it effect the transatlantic relationship, whether Obama or McCain will be the next president?<br /> FI: Basically, we will maintain an excellent economic and political relationship between Germany/EU and the USA regardless who is elected the next president. Both Messrs. McCain and Obama have confirmed this in many statements.<br /> TK: Isn&rsquo;t it strange that the Germans are so interested in the US-elections? I mean, it would never be like that the other way round? Not that intensive.<br /> FI: Germans are not the only nation fascinated with the USA, most other nations are as well - and it is not only the present US elections. I believe the reason for this has to do with the American Way of Life - a country with endless possibilities for individual growth. In 1950 there were 150 million Americans; today there are over 300 million. Much of this growth comes through immigration. These individuals are quickly assimilated into the American society, which is one of the major social advantages.&nbsp; <br /> They love their native language and heritage, but begin acting and thinking in their new environment and become very patriotic. No other culture has this and this is what fascinates so many non-Americans. But, unfortunately, much of the foreign media focuses on the negative aspects in the USA. It should be more balanced. Because of its size and culture, the USA is rarely focused on other countries. This is unfortunate, because sometimes the ideas and culture of other countries is not fully understood.<br /> TK: And that's why, as you know, we do not hesitate to criticize the Americans, sometimes we even mock them. Now it&rsquo;s your turn: What do you find most peculiar here? <br /> FI: The most criticism of the US comes from Americans themselves.&nbsp; This is the only way a country grows and develops. Mocking someone can be humorous, evening enjoyable. But one should always respect another culture, regardless if it is different. Since I have lived in Germany most of my adult life, the only peculiar thing I find in Germany is that Germans don't speak more favorable about their own country. When I raise this issue, I would hear that it has to do with Germany's history. Americans look forward, not backward. We have to look more forward in Germany and then we will see that we are living in a wonderful country. I was so pleased to see the German flag during the World Cup several years ago and many young people singing the national anthem. We need more of this.<br /> TK: Well, you got us there. We are lacking a bit of self-confidence, some for good reason, and then we use arrogance to compensate for it. Simple psychology. Well, we are working on it. After all, we still have to win this damned World Cup! Thank you for this little chat, Fred, and giving us some insights. I believe, you are heading for the States soon. Give the Americans my kindest regards, please. P.S. Who do you find more attractive, Michelle Obama or Cindy McCain?<br /> FI: Dear Thomas, I enjoyed the e-mail chat with you. I will be flying to the USA on Saturday for two weeks to get a flavor of the pre-election excitement. When you ask me who is more attractive, I always vote for my 94-year-old mother. All the best. Fred</div> <div></div> <div>Ende des Protokolls. So antwortet ein Gentleman.</div> <div></div> <div>Beste Gr&uuml;&szlig;e</div> <div>Thomas</div> no Thomas Kausch Das letzte Duell http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50862&blogName=uswahlen Thu, 16 Oct 2008 13:45:16 +0200 Das letzte Duell<br \><p>Berlin, 16. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> ich bin etwas m&uuml;de heute. Das liegt daran, dass ich mir die Nacht um die Ohren geschlagen habe, um das letzte TV-Duell zwischen Obama und McCain live zu sehen. Wegen des Zeitunterschieds war das bei uns um 3 Uhr in der Nacht. Hat mich ein bisschen an meine Kindheit erinnert. Da hat mein Vater mich nachts geweckt, wenn Mohammed Ali geboxt hat. Mann, war das aufregend. Allein schon dadurch, dass man mitten in der Nacht aufsteht. Da wei&szlig;t Du, das muss was Besonderes sein. Und das war es auch. Auch gestern Nacht. Ich bin nicht entt&auml;uscht worden. Also, ich beschreibe Euch jetzt meine Eindr&uuml;cke, ohne dass ich irgendeinen Kommentar, eine Einsch&auml;tzung, eine Analyse, eine Umfrage oder sonst irgendetwas von dem medialen Hokuspokus zur Kenntnis genommen habe. Nur die beiden Kandidaten, der Moderator und ich, mitten in der Nacht. Das nimmt &uuml;brigens l&auml;cherliche Z&uuml;ge an inzwischen. Bevor ich schnell abschalten konnte, habe ich noch gesehen, wie bei CNN mindestens zehn Experten im Studio sa&szlig;en, die alle ihre brillante Sofort-Analyse abgeben sollten. Republikaner und Demokraten darunter, die objektiv ja wohl kaum sein k&ouml;nnen. Der Zuschauer hat &uuml;berhaupt keine Chance, sich in Ruhe eine eigene Meinung zu bilden. Herrliche Ironie aber auch, dass solche Experten meistens wunderbar daneben liegen in ihrer Einsch&auml;tzung, wer den besseren Eindruck auf die Menschen gemacht hat. War bei den TV-Duellen in Deutschland auch so. Zuf&auml;lligerweise war ich einer der Moderatoren beim letzten TV-Duell zwischen Kanzler Schr&ouml;der und seiner Herausforderin Merkel. Da glaubten alle Experten, Frau Merkel habe gewonnen, aber die Zuschauer fanden Schr&ouml;der besser. Also, hier jetzt mein Eindruck als einfacher Zuschauer, als der einfache Joe Plumber, Joe der Klempner. So nannte McCain gestern Nacht die Zuschauer. Er sollte mit seinem Kontrahenten diskutieren, ihm endlich mal ins Gesicht sehen, aber stattdessen: Hey Joe, da drau&szlig;en, h&ouml;r mir zu, bist Du reich?, rief er stattdessen in die gro&szlig;e Welt der kleinen Leute, dann kannst Du ja Obama w&auml;hlen, der will die Steuern weiter erh&ouml;hen, der will Dir Dein Verm&ouml;gen wegnehmen und aus dem Fenster werfen, aber Joe, wenn Du vielleicht nicht reich bist, dann w&auml;hle besser mich. Ich werde die Steuern f&uuml;r Dich senken! Wow, das war er also, der unglaublich geniale Einfall der McCain-Strategen, die letzte Debatte, die letzte Chance f&uuml;r McCain, heute oder nie mehr, sie mussten sich etwas einfallen lassen. Und siehe da: Ihr Mann ist pl&ouml;tzlich ein Mann des Volkes, der ist ja gar nicht abgehoben, der spricht sogar direkt mit den Leuten, er wei&szlig; sogar wie sie hei&szlig;en, sie hei&szlig;en alle Joe Plumber, und sie sind alle seine Kumpels: My old body Joe, Joe the Plumber, das hat der wirklich so gesagt! Das war so unglaublich platt, so derma&szlig;en widerlich anbiedernd, so durchsichtig verlogen, es war eine Schande. Tausende von Kilometern entfernt, &uuml;ber einen Ozean hinweg, mitten in der Nacht, im Schlafanzug vor dem Fernseher sitzend, habe ich mich noch fremdgesch&auml;mt f&uuml;r diesen Kandidaten, der die gr&ouml;&szlig;te Nation der Welt f&uuml;hren will. Und doch hat er es damit erstmal geschafft, Obama zun&auml;chst zu verunsichern. Er wirkte am Anfang defensiv. Und daf&uuml;r werden ihm die Ringrichter bestimmt ein paar Punkte abziehen. Aber aus tausenden Kilometern Entfernung betrachtet wirkte ganz genau das sympathisch. Man konnte richtig mitf&uuml;hlen, wie da einer mit sich ringt und beim Reden &uuml;berlegt, wie er auf diesen geballten, aber gef&auml;hrlichen Schwachsinn nun reagieren soll. McCain ist ein Demagoge, er scheut sich jedenfalls nicht, ihn zu spielen. Er sagt und wird dabei nicht rot, sein Gesicht bleibt immer w&auml;chsern wei&szlig;, er sagt, seine Kampagne habe Obama niemals mit Schmutz beworfen. Um ihn im gleichen Atemzug wieder mit Terroristen in Verbindung zu bringen. Obama widerlegt diese unversch&auml;mten Absurdit&auml;ten klar und ruhig und sachlich. Und McCain behauptet sie einfach weiter, vor Millionen Zuschauern, ohne zus&auml;tzliche Argumente, einfach die gleiche L&uuml;ge immer und immer wiederholen, irgendwas wird schon h&auml;ngen bleiben. Shame on you, Mr. McCain! Was kann er Konkretes bieten bei Wirtschaft, Bildung und Gesundheit? Nichts an diesem Abend. We can do it, das ist alles, aber Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Was ist mit Frau Palin und ihren wirren Aussagen? Eine tolle Frau, bringt frischen Wind, aber Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Dieser Mann verkauft Euch f&uuml;r dumm, und Gott sei Dank macht er das so verzweifelt, dass es jeder merken kann. Nicht zwei Sekunden kann er den Blick halten, ohne wieder zu blinzeln. Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Und Du Joe, my old body, Du musst gar nichts machen, Hauptsache nicht Obama w&auml;hlen. Daf&uuml;r versprech ich Dir Alles, Joe, you name it, you got it, my old body. Dieser Mann will den Job nur f&uuml;r sich. Ich hab keine Weisheit des Alters gesehen. In dieser entscheidenden Stunde traut sich Barack Obama dagegen, auch unbequem zu sein. Es wird wieder bessere Zeiten geben, aber das wird dauern und es wird schwer und Ihr m&uuml;sst dabei helfen. Das f&auml;ngt schon bei der Bildung an. Eltern m&uuml;ssen Verantwortung zeigen. Schaltet die Videospiele ab und besch&auml;ftigt Euch mit Euren Kindern. Das sagt Obama, um gew&auml;hlt zu werden. Und was sagt John McCain zum Schluss? Er erinnert Joe, seinen alten Kumpel, noch mal in dieser Stunde daran, dass er, McCain, ein Kriegsheld war. Ein trauriger Held ist das, der am Ende nichts zu bieten hat, als eine Tat vor 40 Jahren. Mit dem letzten Satz in dieser Debatte blickt er zur&uuml;ck und nicht nach vorn. Quo Vadis also, Amerika? <br /> &nbsp;<br /> All the best<br /> &nbsp;<br /> Joe Kausch</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Das letzte Duell<br \><p>Berlin, 16. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> ich bin etwas m&uuml;de heute. Das liegt daran, dass ich mir die Nacht um die Ohren geschlagen habe, um das letzte TV-Duell zwischen Obama und McCain live zu sehen. Wegen des Zeitunterschieds war das bei uns um 3 Uhr in der Nacht. Hat mich ein bisschen an meine Kindheit erinnert. Da hat mein Vater mich nachts geweckt, wenn Mohammed Ali geboxt hat. Mann, war das aufregend. Allein schon dadurch, dass man mitten in der Nacht aufsteht. Da wei&szlig;t Du, das muss was Besonderes sein. Und das war es auch. Auch gestern Nacht. Ich bin nicht entt&auml;uscht worden. Also, ich beschreibe Euch jetzt meine Eindr&uuml;cke, ohne dass ich irgendeinen Kommentar, eine Einsch&auml;tzung, eine Analyse, eine Umfrage oder sonst irgendetwas von dem medialen Hokuspokus zur Kenntnis genommen habe. Nur die beiden Kandidaten, der Moderator und ich, mitten in der Nacht. Das nimmt &uuml;brigens l&auml;cherliche Z&uuml;ge an inzwischen. Bevor ich schnell abschalten konnte, habe ich noch gesehen, wie bei CNN mindestens zehn Experten im Studio sa&szlig;en, die alle ihre brillante Sofort-Analyse abgeben sollten. Republikaner und Demokraten darunter, die objektiv ja wohl kaum sein k&ouml;nnen. Der Zuschauer hat &uuml;berhaupt keine Chance, sich in Ruhe eine eigene Meinung zu bilden. Herrliche Ironie aber auch, dass solche Experten meistens wunderbar daneben liegen in ihrer Einsch&auml;tzung, wer den besseren Eindruck auf die Menschen gemacht hat. War bei den TV-Duellen in Deutschland auch so. Zuf&auml;lligerweise war ich einer der Moderatoren beim letzten TV-Duell zwischen Kanzler Schr&ouml;der und seiner Herausforderin Merkel. Da glaubten alle Experten, Frau Merkel habe gewonnen, aber die Zuschauer fanden Schr&ouml;der besser. Also, hier jetzt mein Eindruck als einfacher Zuschauer, als der einfache Joe Plumber, Joe der Klempner. So nannte McCain gestern Nacht die Zuschauer. Er sollte mit seinem Kontrahenten diskutieren, ihm endlich mal ins Gesicht sehen, aber stattdessen: Hey Joe, da drau&szlig;en, h&ouml;r mir zu, bist Du reich?, rief er stattdessen in die gro&szlig;e Welt der kleinen Leute, dann kannst Du ja Obama w&auml;hlen, der will die Steuern weiter erh&ouml;hen, der will Dir Dein Verm&ouml;gen wegnehmen und aus dem Fenster werfen, aber Joe, wenn Du vielleicht nicht reich bist, dann w&auml;hle besser mich. Ich werde die Steuern f&uuml;r Dich senken! Wow, das war er also, der unglaublich geniale Einfall der McCain-Strategen, die letzte Debatte, die letzte Chance f&uuml;r McCain, heute oder nie mehr, sie mussten sich etwas einfallen lassen. Und siehe da: Ihr Mann ist pl&ouml;tzlich ein Mann des Volkes, der ist ja gar nicht abgehoben, der spricht sogar direkt mit den Leuten, er wei&szlig; sogar wie sie hei&szlig;en, sie hei&szlig;en alle Joe Plumber, und sie sind alle seine Kumpels: My old body Joe, Joe the Plumber, das hat der wirklich so gesagt! Das war so unglaublich platt, so derma&szlig;en widerlich anbiedernd, so durchsichtig verlogen, es war eine Schande. Tausende von Kilometern entfernt, &uuml;ber einen Ozean hinweg, mitten in der Nacht, im Schlafanzug vor dem Fernseher sitzend, habe ich mich noch fremdgesch&auml;mt f&uuml;r diesen Kandidaten, der die gr&ouml;&szlig;te Nation der Welt f&uuml;hren will. Und doch hat er es damit erstmal geschafft, Obama zun&auml;chst zu verunsichern. Er wirkte am Anfang defensiv. Und daf&uuml;r werden ihm die Ringrichter bestimmt ein paar Punkte abziehen. Aber aus tausenden Kilometern Entfernung betrachtet wirkte ganz genau das sympathisch. Man konnte richtig mitf&uuml;hlen, wie da einer mit sich ringt und beim Reden &uuml;berlegt, wie er auf diesen geballten, aber gef&auml;hrlichen Schwachsinn nun reagieren soll. McCain ist ein Demagoge, er scheut sich jedenfalls nicht, ihn zu spielen. Er sagt und wird dabei nicht rot, sein Gesicht bleibt immer w&auml;chsern wei&szlig;, er sagt, seine Kampagne habe Obama niemals mit Schmutz beworfen. Um ihn im gleichen Atemzug wieder mit Terroristen in Verbindung zu bringen. Obama widerlegt diese unversch&auml;mten Absurdit&auml;ten klar und ruhig und sachlich. Und McCain behauptet sie einfach weiter, vor Millionen Zuschauern, ohne zus&auml;tzliche Argumente, einfach die gleiche L&uuml;ge immer und immer wiederholen, irgendwas wird schon h&auml;ngen bleiben. Shame on you, Mr. McCain! Was kann er Konkretes bieten bei Wirtschaft, Bildung und Gesundheit? Nichts an diesem Abend. We can do it, das ist alles, aber Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Was ist mit Frau Palin und ihren wirren Aussagen? Eine tolle Frau, bringt frischen Wind, aber Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Dieser Mann verkauft Euch f&uuml;r dumm, und Gott sei Dank macht er das so verzweifelt, dass es jeder merken kann. Nicht zwei Sekunden kann er den Blick halten, ohne wieder zu blinzeln. Obama will Eure Steuern erh&ouml;hen. Und Du Joe, my old body, Du musst gar nichts machen, Hauptsache nicht Obama w&auml;hlen. Daf&uuml;r versprech ich Dir Alles, Joe, you name it, you got it, my old body. Dieser Mann will den Job nur f&uuml;r sich. Ich hab keine Weisheit des Alters gesehen. In dieser entscheidenden Stunde traut sich Barack Obama dagegen, auch unbequem zu sein. Es wird wieder bessere Zeiten geben, aber das wird dauern und es wird schwer und Ihr m&uuml;sst dabei helfen. Das f&auml;ngt schon bei der Bildung an. Eltern m&uuml;ssen Verantwortung zeigen. Schaltet die Videospiele ab und besch&auml;ftigt Euch mit Euren Kindern. Das sagt Obama, um gew&auml;hlt zu werden. Und was sagt John McCain zum Schluss? Er erinnert Joe, seinen alten Kumpel, noch mal in dieser Stunde daran, dass er, McCain, ein Kriegsheld war. Ein trauriger Held ist das, der am Ende nichts zu bieten hat, als eine Tat vor 40 Jahren. Mit dem letzten Satz in dieser Debatte blickt er zur&uuml;ck und nicht nach vorn. Quo Vadis also, Amerika? <br /> &nbsp;<br /> All the best<br /> &nbsp;<br /> Joe Kausch</p> no Thomas Kausch Flurfunk http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50765&blogName=uswahlen Wed, 15 Oct 2008 13:54:57 +0200 Flurfunk<br \><div>Berlin, 15. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> gestern Abend hatten wir eine wirklich interessante Diskussionsrunde auf Arte. Ausgangspunkt war der Film, den wir vorher gezeigt haben &bdquo;W&auml;hlt Jesus! Amerika in Gottes Hand&ldquo;. Ich habe Euch ja schon geschrieben, was ich von dem gro&szlig;en Einfluss der christlichen Fundamentalisten bei Euch halte: Gar nichts. Politik und Religion m&uuml;ssen klar getrennt sein, ein Gottesstaat reicht doch nun wirklich. Wenn ich bedenke, wo das erste TV-Duell zwischen Obama und McCain stattfand: In einer dieser evangelikalen Megakirchen. Das w&auml;re so, als w&uuml;rden Frau Merkel und Herr Steinmeier ihr TV-Duell um die Kanzlerschaft im n&auml;chsten Jahr bei uns im K&ouml;lner Dom austragen. Und der Erzbischof, Kardinal Meisner, w&auml;re der Moderator. Das muss man sich vor Augen halten, um den Wahnsinn bei Euch nachzuvollziehen. Anyway, ich will mich da nicht wieder reinsteigern. <br /> Einer meiner G&auml;ste gestern Abend war ein Amerikaner, der hei&szlig;t John Hulsman, so Anfang 40 sch&auml;tze ich, und von Hause aus Republikaner. Trotzdem war er es, der gesagt hat: Amerika hat soviel &uuml;berstanden, wir werden auch George W. Bush &uuml;berstehen. Interessant ist ja &uuml;brigens immer, was die G&auml;ste vor und nach der Show sagen. Vor allem danach &ndash; da k&ouml;nnte man als Moderator manchmal verzweifeln: Junge, warum hast Du das denn nicht on air so gesagt! Nach der Sendung sind alle ja meistens noch ein bisschen aufgedreht und bauen bei einem Glas Wein das Restadrenalin ab. Gleichzeitig f&uuml;llt der Alkohol die Euphoriespeicher kurzfristig noch mal auf und in diesem Moment l&ouml;st sich die Zunge. Ein unbestechlicher Augenblick, nur kurz, bevor endg&uuml;ltig der Schleier f&auml;llt. Jedenfalls hatte ich in der Sendung gefragt, ob Obama mit seinen erst 47 Jahren und der vergleichsweise geringen weltpolitischen Erfahrung die enormen Aufgaben, die vor ihm liegen, &uuml;berhaupt schultern kann. Wenn er denn gewinnt. Fr&uuml;her war 47 ja ein reifes Alter, irgendwann muss man ja auch erwachsen werden, aber heute f&uuml;hlt man sich mit Mitte 40 ja noch wie mit Mitte 20. Wir sind ja ewiger Nachwuchs. Jedenfalls w&uuml;rde ich mir mit meinen 45 Jahren in die Hose machen, m&uuml;sste ich diesen Job &uuml;bernehmen. Gestern hat Madeleine Albright, Eure ehemalige Au&szlig;enministerin mit dem lustigen Gang, der ihre kleine Resolutheit aber nur noch unterstrich, in einer deutschen Zeitung einen offenen Brief an die beiden Kandidaten geschrieben. Da hat sie mal schlankerhand zusammengefasst, was der n&auml;chste Pr&auml;sident vom ersten Tag an im Oval Office anpacken muss. Und zwar alles zugleich: Wiederherstellung &ouml;konomischer Stabilit&auml;t, Beginn des Abzugs aus Irak, Auf- und Ausbau eigener afghanischer Streitkr&auml;fte, Konfrontationsabbau mit der muslimischen Welt, Friedensplan f&uuml;r den Nahen Osten entwickeln, aber dar&uuml;ber nicht l&auml;nger Lateinamerika und Afrika vergessen, Vorreiter im Klimaschutz werden und Massenkonsum durch Nachhaltigkeit ersetzen. F&uuml;r jeden dieser Punkte m&uuml;sse gleichzeitig und sofort eine Strategie entwickelt werden, damit die&nbsp; traditionellen Quellen des Respekts f&uuml;r Amerika in der Welt wieder sprudeln: Unverw&uuml;stlichkeit, Optimismus, Unterst&uuml;tzung der Gerechtigkeit, Verpflichtung zur Freiheit und der Wunsch nach Frieden. Wow, was f&uuml;r eine Aufgabe f&uuml;r einen 47j&auml;hrigen. Und auch wenn er ein Team hat, aber das ist ja genauso jung. <br /> In der Diskussion sagte John Hulsman also, ja, ja, so sei die Frau Albright halt, die wolle sich auch selber ein bisschen wichtig machen. Nachher erz&auml;hlte er dann von seinen Gespr&auml;chen in Washington. Er ist ja in einem &auml;hnlichen Alter und auch wenn er Republikaner ist, kennt er die Jungs von den Demokraten, kommen ja alle von den gleichen Unis. Er sagt, zu meiner Ehrenrettung, die haben die Hosen genauso voll. Denn langsam beginnen sie zu begreifen, dass das alles kein Spiel ist. Dass sie in wenigen Wochen mit all dem anfangen m&uuml;ssen, was Albright aufgelistet hat. Hey, hat er zu ihnen gesagt, wie wollt Ihr die Verhandlungen im Nahen Osten in Bezug auf die besondere Rolle der Europ&auml;er dort gestalten, vor allem auch was Frankreich und Deutschland betrifft, mit ihren traditionellen Verpflichtungen dort. Wie, was meinst Du, h&auml;tten sie gesagt, was f&uuml;r Verpflichtungen, wieso Europ&auml;er? Langsam w&uuml;rden sie panisch werden. Ja, ich h&auml;tte richtig gelegen mit meiner Frage nach dem jungen Alter, die seien alle wirklich noch Kids. Aber, keine Sorge, kein Grund f&uuml;r uns jetzt panisch zu werden, das seien smarte kids, voller Energie und Enthusiasmus, wie die Kennedy-Truppe damals. Die w&uuml;rden lernen und rasend schnell. Sie w&uuml;rden Fehler machen, bestimmt auch schwere Fehler, aber sie w&uuml;rden daraus lernen, sie w&uuml;rden es auch zugeben und dann beim n&auml;chsten Mal besser machen. Na ja, das beruhigt mich jetzt nur bedingt, da gibt&rsquo;s ja immerhin ein paar Kn&ouml;pfe, da kann man nur einmal draufdr&uuml;cken, und dann gibt&rsquo;s nicht mehr besser zu machen. Trotzdem, hey, ich meine, Hulsman ist ein Republikaner und so spricht er &uuml;ber die Demokraten. Da scheint sich was Neues zu entwickeln. So eine Art Vernunft. Da war nichts mehr von Feindschaft zu sp&uuml;ren, vom regelrechten Hass, der Republikaner und Demokraten unter Bush entzweite. Da war nur Konkurrenz zu sp&uuml;ren, ein Wettkampf um die besten Ideen, rein an der Sache orientiert. Wie bei den smarten Uni-Kids halt. Das l&auml;sst doch schon mal hoffen. Diese jungen Republikaner wollen die Bush-Zeit hinter sich lassen, den ganzen Filz der alten Truppe, es wird &uuml;brigens auch Abrechnungen geben innerhalb der Partei, hab ich dann noch auf dem Flur erfahren, als das Rotlicht aus war. Das k&ouml;nne richtig ugly werden. Aber wie das nach Gewittern so ist, die Luft ist frisch, man kann wieder atmen, und schau mal, wie herrlich die Sonne scheint. <br /> &nbsp;<br /> Best regards<br /> &nbsp;<br /> Thomas </div> <div>&nbsp;</div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Flurfunk<br \><div>Berlin, 15. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> gestern Abend hatten wir eine wirklich interessante Diskussionsrunde auf Arte. Ausgangspunkt war der Film, den wir vorher gezeigt haben &bdquo;W&auml;hlt Jesus! Amerika in Gottes Hand&ldquo;. Ich habe Euch ja schon geschrieben, was ich von dem gro&szlig;en Einfluss der christlichen Fundamentalisten bei Euch halte: Gar nichts. Politik und Religion m&uuml;ssen klar getrennt sein, ein Gottesstaat reicht doch nun wirklich. Wenn ich bedenke, wo das erste TV-Duell zwischen Obama und McCain stattfand: In einer dieser evangelikalen Megakirchen. Das w&auml;re so, als w&uuml;rden Frau Merkel und Herr Steinmeier ihr TV-Duell um die Kanzlerschaft im n&auml;chsten Jahr bei uns im K&ouml;lner Dom austragen. Und der Erzbischof, Kardinal Meisner, w&auml;re der Moderator. Das muss man sich vor Augen halten, um den Wahnsinn bei Euch nachzuvollziehen. Anyway, ich will mich da nicht wieder reinsteigern. <br /> Einer meiner G&auml;ste gestern Abend war ein Amerikaner, der hei&szlig;t John Hulsman, so Anfang 40 sch&auml;tze ich, und von Hause aus Republikaner. Trotzdem war er es, der gesagt hat: Amerika hat soviel &uuml;berstanden, wir werden auch George W. Bush &uuml;berstehen. Interessant ist ja &uuml;brigens immer, was die G&auml;ste vor und nach der Show sagen. Vor allem danach &ndash; da k&ouml;nnte man als Moderator manchmal verzweifeln: Junge, warum hast Du das denn nicht on air so gesagt! Nach der Sendung sind alle ja meistens noch ein bisschen aufgedreht und bauen bei einem Glas Wein das Restadrenalin ab. Gleichzeitig f&uuml;llt der Alkohol die Euphoriespeicher kurzfristig noch mal auf und in diesem Moment l&ouml;st sich die Zunge. Ein unbestechlicher Augenblick, nur kurz, bevor endg&uuml;ltig der Schleier f&auml;llt. Jedenfalls hatte ich in der Sendung gefragt, ob Obama mit seinen erst 47 Jahren und der vergleichsweise geringen weltpolitischen Erfahrung die enormen Aufgaben, die vor ihm liegen, &uuml;berhaupt schultern kann. Wenn er denn gewinnt. Fr&uuml;her war 47 ja ein reifes Alter, irgendwann muss man ja auch erwachsen werden, aber heute f&uuml;hlt man sich mit Mitte 40 ja noch wie mit Mitte 20. Wir sind ja ewiger Nachwuchs. Jedenfalls w&uuml;rde ich mir mit meinen 45 Jahren in die Hose machen, m&uuml;sste ich diesen Job &uuml;bernehmen. Gestern hat Madeleine Albright, Eure ehemalige Au&szlig;enministerin mit dem lustigen Gang, der ihre kleine Resolutheit aber nur noch unterstrich, in einer deutschen Zeitung einen offenen Brief an die beiden Kandidaten geschrieben. Da hat sie mal schlankerhand zusammengefasst, was der n&auml;chste Pr&auml;sident vom ersten Tag an im Oval Office anpacken muss. Und zwar alles zugleich: Wiederherstellung &ouml;konomischer Stabilit&auml;t, Beginn des Abzugs aus Irak, Auf- und Ausbau eigener afghanischer Streitkr&auml;fte, Konfrontationsabbau mit der muslimischen Welt, Friedensplan f&uuml;r den Nahen Osten entwickeln, aber dar&uuml;ber nicht l&auml;nger Lateinamerika und Afrika vergessen, Vorreiter im Klimaschutz werden und Massenkonsum durch Nachhaltigkeit ersetzen. F&uuml;r jeden dieser Punkte m&uuml;sse gleichzeitig und sofort eine Strategie entwickelt werden, damit die&nbsp; traditionellen Quellen des Respekts f&uuml;r Amerika in der Welt wieder sprudeln: Unverw&uuml;stlichkeit, Optimismus, Unterst&uuml;tzung der Gerechtigkeit, Verpflichtung zur Freiheit und der Wunsch nach Frieden. Wow, was f&uuml;r eine Aufgabe f&uuml;r einen 47j&auml;hrigen. Und auch wenn er ein Team hat, aber das ist ja genauso jung. <br /> In der Diskussion sagte John Hulsman also, ja, ja, so sei die Frau Albright halt, die wolle sich auch selber ein bisschen wichtig machen. Nachher erz&auml;hlte er dann von seinen Gespr&auml;chen in Washington. Er ist ja in einem &auml;hnlichen Alter und auch wenn er Republikaner ist, kennt er die Jungs von den Demokraten, kommen ja alle von den gleichen Unis. Er sagt, zu meiner Ehrenrettung, die haben die Hosen genauso voll. Denn langsam beginnen sie zu begreifen, dass das alles kein Spiel ist. Dass sie in wenigen Wochen mit all dem anfangen m&uuml;ssen, was Albright aufgelistet hat. Hey, hat er zu ihnen gesagt, wie wollt Ihr die Verhandlungen im Nahen Osten in Bezug auf die besondere Rolle der Europ&auml;er dort gestalten, vor allem auch was Frankreich und Deutschland betrifft, mit ihren traditionellen Verpflichtungen dort. Wie, was meinst Du, h&auml;tten sie gesagt, was f&uuml;r Verpflichtungen, wieso Europ&auml;er? Langsam w&uuml;rden sie panisch werden. Ja, ich h&auml;tte richtig gelegen mit meiner Frage nach dem jungen Alter, die seien alle wirklich noch Kids. Aber, keine Sorge, kein Grund f&uuml;r uns jetzt panisch zu werden, das seien smarte kids, voller Energie und Enthusiasmus, wie die Kennedy-Truppe damals. Die w&uuml;rden lernen und rasend schnell. Sie w&uuml;rden Fehler machen, bestimmt auch schwere Fehler, aber sie w&uuml;rden daraus lernen, sie w&uuml;rden es auch zugeben und dann beim n&auml;chsten Mal besser machen. Na ja, das beruhigt mich jetzt nur bedingt, da gibt&rsquo;s ja immerhin ein paar Kn&ouml;pfe, da kann man nur einmal draufdr&uuml;cken, und dann gibt&rsquo;s nicht mehr besser zu machen. Trotzdem, hey, ich meine, Hulsman ist ein Republikaner und so spricht er &uuml;ber die Demokraten. Da scheint sich was Neues zu entwickeln. So eine Art Vernunft. Da war nichts mehr von Feindschaft zu sp&uuml;ren, vom regelrechten Hass, der Republikaner und Demokraten unter Bush entzweite. Da war nur Konkurrenz zu sp&uuml;ren, ein Wettkampf um die besten Ideen, rein an der Sache orientiert. Wie bei den smarten Uni-Kids halt. Das l&auml;sst doch schon mal hoffen. Diese jungen Republikaner wollen die Bush-Zeit hinter sich lassen, den ganzen Filz der alten Truppe, es wird &uuml;brigens auch Abrechnungen geben innerhalb der Partei, hab ich dann noch auf dem Flur erfahren, als das Rotlicht aus war. Das k&ouml;nne richtig ugly werden. Aber wie das nach Gewittern so ist, die Luft ist frisch, man kann wieder atmen, und schau mal, wie herrlich die Sonne scheint. <br /> &nbsp;<br /> Best regards<br /> &nbsp;<br /> Thomas </div> <div>&nbsp;</div> no Thomas Kausch Bildung http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50564&blogName=uswahlen Tue, 14 Oct 2008 10:32:38 +0200 Bildung<br \><p>Berlin, 14. Oktober 2008 <br /> &nbsp; <br /> Dear Americans, <br /> &nbsp; <br /> alle reden nur noch von der Finanzkrise, dann kann ich ja &uuml;ber was anderes reden. Auch wenn nat&uuml;rlich in diesen Tagen alles mit den Geldn&ouml;ten zusammenh&auml;ngt. Wer auch immer Euer neuer Pr&auml;sident wird, von seinen Wahlversprechungen wird er erst mal nicht soviel umsetzen k&ouml;nnen. Bei der Bildung zum Beispiel, obwohl Obama und McCain in dem Bereich ja ohnehin nicht viel versprechen. Das finde ich &uuml;brigens sehr verst&ouml;rend. Ihr seid ja ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt f&uuml;r Euer ohnhin nicht sonderlich gro&szlig;es Allgemeinwissen, jedenfalls in der breiten Masse. Gerade habe ich wieder gelesen, dass nicht einmal jeder zweite amerikanische Teenager wei&szlig;, wann der US-B&uuml;rgerkrieg stattgefunden hat. Ich mein, dass ist eines der wichtigsten und pr&auml;gendsten Ereignisse Eurer Geschichte! Ein Viertel h&auml;lt Adolf Hitler f&uuml;r einen deutschen Kaiser, einen &ouml;sterreichischen Regierungschef oder einen Waffenfabrikanten. Na gut, da sollte man nicht so streng sein, in gewisser Weise und sinngem&auml;&szlig; trifft ein bisschen was von allem ja durchaus zu. <br /> Trotzdem: Fast ein Drittel der Sch&uuml;ler verl&auml;sst die High-Scholl ohne Abschluss, mehr als ein Drittel der Studenten bricht das Studium ab. Das kann doch so nicht weitergehen. Aber was zeigen wir mit dem Finger auf Euch. Fr&uuml;her haben wir Euch ja sogar ausgelacht, weil Ihr so wenig Ahnung von der Welt habt. Heute bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Bei der Pisa-Studie zum BIldungsstand sind wir zwar noch direkt vor Euch, allerdings gemeinsam ziemlich weit hinten. Auch wir in Deutschland haben 80.000 Schulabbrecher jedes Jahr und 60 Prozent unserer Hauptsch&uuml;ler werden Hartz-4-Empf&auml;nger, so hei&szlig;en bei uns die Sozialleistungen, Hartz 4. &Uuml;brigens auch was zum Lachen f&uuml;r Euch: Diese Sozialrefomgesetze, die 4 steht nur f&uuml;r das vierte davon, die sind nach einem VW-Manager benannt - VW, das Auto - der sp&auml;ter wegen einer Korruptionsaff&auml;re inklusive Sexausfl&uuml;gen und Lustreisen gehen musste. Die hatten es da richtig krachen lassen bei VW und jetzt sagt man, wenn jemand Sozialleistungen bekommt, der bekommt Hartz 4. Ha! Allerdings so g&auml;nzlich ohne Lustreisen! Schon ein schlechter Witz. <br /> Wie gesagt also, wir sollten uns jeden Hochmut sparen. Neulich bin ich mit einem Taxifahrer durch Leipzig gefahren. F&uuml;r die Teenager bei Euch: Das ist eine Stadt in Ostdeutschland, fr&uuml;her mal DDR, Deutschland war mal geteilt, nach einem Weltkrieg, den hatte der deutsche Kaiser bzw. &ouml;sterreichische Regierungschef bzw. Waffenfabrikant Adolf Hitler angezettelt. Sorry, Entschuldigung, blo&szlig; kein Hochmut. Jedenfalls gibt es in Leipzig sehr viele Hartz-4-Empf&auml;nger, weil so eine Wiedervereinigung gar nicht so leicht ist. Aber der Taxifahrer, so Mitte 60, war ein fr&ouml;hlicher Mann und ist den Amerikanern sehr dankbar, f&uuml;r das was sie f&uuml;r die deutsche Einheit getan haben. Auch wenn manche Ex-DDR-B&uuml;rger jetzt glauben, fr&uuml;her sei es ihnen besser gegangen. Klar, so eine gem&uuml;tliche Diktatur, da muss man halt nicht selber denken und Verantwortung &uuml;bernehmen. Der Taxifahrer hat &uuml;brigens auch eine Tante und einen Onkel in Amerika. Die sind 1955 zu Euch ausgwandert, nach L.A., waren fruchtbar und haben sich vermehrt und deshalb hat er jetzt auch ganz viele Cousinen und Cousins in Amerika. Deshalb versteht er auch, dass es zu der Immobilienkrise bei Euch gekommen ist. Die Cousinen und Cousins haben n&auml;mlich auch schon wieder viele Kinder und er sagte, dass gehe ja auch gar nicht anders bei Euch, da brauche eben jeder ein Haus, ob er es nun bezahlen kann oder nicht. Ihr habt halt so gro&szlig;e Familien. Die Stimmung in seiner amerikanischen Verwandschaft sei &uuml;brigens geteilt, die H&auml;lfte der Sippe f&uuml;r Obama, die andere H&auml;lfte f&uuml;r McCain. Obamas Hautfarbe spiele schon eine gro&szlig;e Rolle. Was er erstaunlich finde, zum erstenmal ein Afroamerikaner als Pr&auml;sident, na und, wir haben auch zum ersten Mal eine Frau zur Bundeskanzlerin gew&auml;hlt. Au&szlig;erdem sei McCain doch viel zu alt. Die Alten, die sollen doch mal den Jungen Platz machen. Entweder haben sie Alzheimer oder sie sind in der Regierung. Also, das war nat&uuml;rlich etwas zugespitzt gemeint und ich h&auml;tte es hier auch nicht wiederholt, wenn der Taxifahrer nicht selber schon &auml;lter gewesen w&auml;re. Aber so hat er's gesagt, eine Stimme aus Ostdeutschland, ehemals DDR, also im Grunde aus dem &quot;neuen Europa&quot;. Und das soll hier ja auch mal zu Wort kommen. <br /> &nbsp; <br /> Best regards <br /> &nbsp; <br /> Thomas <br /> &nbsp; <br /> P.S. H&auml;tte ich fast vergessen: heute abend senden wir auf Arte einen schwer beeindruckenden Film &uuml;ber den Einfluss der Religion in der amerikanischen Politik und anschlie&szlig;end diskutiere ich mit interessanten G&auml;sten noch dar&uuml;ber. Ich werd Euch davon berichten. </p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Bildung<br \><p>Berlin, 14. Oktober 2008 <br /> &nbsp; <br /> Dear Americans, <br /> &nbsp; <br /> alle reden nur noch von der Finanzkrise, dann kann ich ja &uuml;ber was anderes reden. Auch wenn nat&uuml;rlich in diesen Tagen alles mit den Geldn&ouml;ten zusammenh&auml;ngt. Wer auch immer Euer neuer Pr&auml;sident wird, von seinen Wahlversprechungen wird er erst mal nicht soviel umsetzen k&ouml;nnen. Bei der Bildung zum Beispiel, obwohl Obama und McCain in dem Bereich ja ohnehin nicht viel versprechen. Das finde ich &uuml;brigens sehr verst&ouml;rend. Ihr seid ja ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt f&uuml;r Euer ohnhin nicht sonderlich gro&szlig;es Allgemeinwissen, jedenfalls in der breiten Masse. Gerade habe ich wieder gelesen, dass nicht einmal jeder zweite amerikanische Teenager wei&szlig;, wann der US-B&uuml;rgerkrieg stattgefunden hat. Ich mein, dass ist eines der wichtigsten und pr&auml;gendsten Ereignisse Eurer Geschichte! Ein Viertel h&auml;lt Adolf Hitler f&uuml;r einen deutschen Kaiser, einen &ouml;sterreichischen Regierungschef oder einen Waffenfabrikanten. Na gut, da sollte man nicht so streng sein, in gewisser Weise und sinngem&auml;&szlig; trifft ein bisschen was von allem ja durchaus zu. <br /> Trotzdem: Fast ein Drittel der Sch&uuml;ler verl&auml;sst die High-Scholl ohne Abschluss, mehr als ein Drittel der Studenten bricht das Studium ab. Das kann doch so nicht weitergehen. Aber was zeigen wir mit dem Finger auf Euch. Fr&uuml;her haben wir Euch ja sogar ausgelacht, weil Ihr so wenig Ahnung von der Welt habt. Heute bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Bei der Pisa-Studie zum BIldungsstand sind wir zwar noch direkt vor Euch, allerdings gemeinsam ziemlich weit hinten. Auch wir in Deutschland haben 80.000 Schulabbrecher jedes Jahr und 60 Prozent unserer Hauptsch&uuml;ler werden Hartz-4-Empf&auml;nger, so hei&szlig;en bei uns die Sozialleistungen, Hartz 4. &Uuml;brigens auch was zum Lachen f&uuml;r Euch: Diese Sozialrefomgesetze, die 4 steht nur f&uuml;r das vierte davon, die sind nach einem VW-Manager benannt - VW, das Auto - der sp&auml;ter wegen einer Korruptionsaff&auml;re inklusive Sexausfl&uuml;gen und Lustreisen gehen musste. Die hatten es da richtig krachen lassen bei VW und jetzt sagt man, wenn jemand Sozialleistungen bekommt, der bekommt Hartz 4. Ha! Allerdings so g&auml;nzlich ohne Lustreisen! Schon ein schlechter Witz. <br /> Wie gesagt also, wir sollten uns jeden Hochmut sparen. Neulich bin ich mit einem Taxifahrer durch Leipzig gefahren. F&uuml;r die Teenager bei Euch: Das ist eine Stadt in Ostdeutschland, fr&uuml;her mal DDR, Deutschland war mal geteilt, nach einem Weltkrieg, den hatte der deutsche Kaiser bzw. &ouml;sterreichische Regierungschef bzw. Waffenfabrikant Adolf Hitler angezettelt. Sorry, Entschuldigung, blo&szlig; kein Hochmut. Jedenfalls gibt es in Leipzig sehr viele Hartz-4-Empf&auml;nger, weil so eine Wiedervereinigung gar nicht so leicht ist. Aber der Taxifahrer, so Mitte 60, war ein fr&ouml;hlicher Mann und ist den Amerikanern sehr dankbar, f&uuml;r das was sie f&uuml;r die deutsche Einheit getan haben. Auch wenn manche Ex-DDR-B&uuml;rger jetzt glauben, fr&uuml;her sei es ihnen besser gegangen. Klar, so eine gem&uuml;tliche Diktatur, da muss man halt nicht selber denken und Verantwortung &uuml;bernehmen. Der Taxifahrer hat &uuml;brigens auch eine Tante und einen Onkel in Amerika. Die sind 1955 zu Euch ausgwandert, nach L.A., waren fruchtbar und haben sich vermehrt und deshalb hat er jetzt auch ganz viele Cousinen und Cousins in Amerika. Deshalb versteht er auch, dass es zu der Immobilienkrise bei Euch gekommen ist. Die Cousinen und Cousins haben n&auml;mlich auch schon wieder viele Kinder und er sagte, dass gehe ja auch gar nicht anders bei Euch, da brauche eben jeder ein Haus, ob er es nun bezahlen kann oder nicht. Ihr habt halt so gro&szlig;e Familien. Die Stimmung in seiner amerikanischen Verwandschaft sei &uuml;brigens geteilt, die H&auml;lfte der Sippe f&uuml;r Obama, die andere H&auml;lfte f&uuml;r McCain. Obamas Hautfarbe spiele schon eine gro&szlig;e Rolle. Was er erstaunlich finde, zum erstenmal ein Afroamerikaner als Pr&auml;sident, na und, wir haben auch zum ersten Mal eine Frau zur Bundeskanzlerin gew&auml;hlt. Au&szlig;erdem sei McCain doch viel zu alt. Die Alten, die sollen doch mal den Jungen Platz machen. Entweder haben sie Alzheimer oder sie sind in der Regierung. Also, das war nat&uuml;rlich etwas zugespitzt gemeint und ich h&auml;tte es hier auch nicht wiederholt, wenn der Taxifahrer nicht selber schon &auml;lter gewesen w&auml;re. Aber so hat er's gesagt, eine Stimme aus Ostdeutschland, ehemals DDR, also im Grunde aus dem &quot;neuen Europa&quot;. Und das soll hier ja auch mal zu Wort kommen. <br /> &nbsp; <br /> Best regards <br /> &nbsp; <br /> Thomas <br /> &nbsp; <br /> P.S. H&auml;tte ich fast vergessen: heute abend senden wir auf Arte einen schwer beeindruckenden Film &uuml;ber den Einfluss der Religion in der amerikanischen Politik und anschlie&szlig;end diskutiere ich mit interessanten G&auml;sten noch dar&uuml;ber. Ich werd Euch davon berichten. </p> no Thomas Kausch Reisefieber http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50457&blogName=uswahlen Mon, 13 Oct 2008 09:26:29 +0200 Reisefieber<br \><div>Berlin, 13. Oktober 2008</div> <div>&nbsp;</div> <div>Dear Americans,</div> <div>&nbsp;</div> <div>ich hoffe, Ihr hattet ein sch&ouml;nes Wochenende. In Berlin war es wunderbar. Blauer Himmel, Sonnenschein, und die B&auml;ume leuchteten in allen Farben. Ich musste viel an Euch denken. Als ich New Yorker war &ndash; das war man nach einem Jahr und ich kann Euch sagen, wie ich die Tage gez&auml;hlt habe, bis ich endlich dieses erste Jahr voll hatte, das war noch mal so, wie 18 zu werden &ndash; jedenfalls habe ich die Herbstzeit bei Euch immer besonders geliebt. Der Indian Summer ist einfach unvergleichlich. Bei uns leuchten die B&auml;ume, aber bei Euch da gl&uuml;hen Sie. Es war phantastisch, am Wochenende rauf nach New England, was bei uns gelb ist, ist bei Euch golden. Das streichelt die Seele, ja, das dr&uuml;ckt es am besten aus, es streichelt einfach die Seele. Einfach schnell ein Auto geliehen, Connecticut, Massachusetts, New Hampshire, Vermont, immer Richtung Kanada. Einmal sind wir nach einer durchgemachten Nacht durch den Morgennebel immer den Hudson entlang hoch nach Upstate New York gefahren. Das reichte schon. Bl&auml;tter an den B&auml;umen so golden wie der Whiskey in der Nacht im Glas und die Tropfen des Wassers der Eisw&uuml;rfel hingen pl&ouml;tzlich als Morgentau in den gewaltigen B&auml;umen. Ich bin nat&uuml;rlich nicht selbst gefahren. Anyway &ndash; Reisen in Amerika ist eine Erfahrung f&uuml;r&rsquo;s Leben, mehr noch, es ist wie das Leben an sich. Immer weiter, immer weiter, ohne jemals anzukommen und der Weg ist das Ziel und man kann nicht vor sich fliehen, denn im Gegenteil, kommt man sich immer n&auml;her in dieser unendlichen Weite, klein und allein und manchmal passiert es, und man findet zu sich selbst. W&auml;hrend ich also in goldener Sentimentalit&auml;t dahin schmolz am Wochenende, habe ich meinen alten Freund Bobby Dekeyser angemailt. Der war k&uuml;rzlich bei Euch und hat eine gro&szlig;e Reise durch die Staaten gemacht. Zusammen mit Yannick, seinem Sohn, der gerade mit der Schule fertig geworden ist. Father and Son, so ein richtiges M&auml;nnerding, um noch mal eine neue Verschworenheit herzustellen, bevor der Junge alleine in die weite Welt hinauszieht. Bobby reist beruflich selber st&auml;ndig um den Globus. Fr&uuml;her war er mal Fu&szlig;balltorwart, sogar bei Bayern M&uuml;nchen, als Vertreter von Jean-Marie Pfaff. </div> <div>&nbsp;</div> <div>TK: Hey Bobby, erz&auml;hl mal, wo wart Ihr &uuml;berall? </div> <div>BD: Au&szlig;er der Anreise nach San Francisco war nix fest f&uuml;r die bevorstehenden drei Wochen geplant. Abgemacht war nur, dass wir 60% unserer Zeit in der Natur und 40% in der Stadt verbringen. Nach acht Stunden San Francisco-Entdecken mit dem Fahrrad, sind wir weiterged&uuml;st ins Napa Valley, wo schon ein Ballon auf uns wartete. Von oben haben wir dann die wundersch&ouml;ne Weingegend bestaunt. Anschlie&szlig;end zum Lake Tahoe, wo wir den See auf einem gecharterten Sportboot f&uuml;r uns alleine hatten. Weiter ging&rsquo;s in einer zehnst&uuml;ndigen W&uuml;stenfahrt nach Las Vegas, wo wir rechtzeitig zu Yannicks 17. Geburtstag ankamen. Endlose Shows, Helikopterfl&uuml;ge im Grand Canyon und nach drei Tagen schnell wieder weiter Richtung San Diego &ndash; was f&uuml;r eine tolle Stadt &ndash; und endlich kamen wir zum Surfen. Danach ging&rsquo;s der K&uuml;ste entlang bis Santa Barbara, wo wir die letzten 6 Tage der Reise chillten, wie Yannick es ausdr&uuml;cken w&uuml;rde. Insgesamt eine wundersch&ouml;ne Reise mit tollen Landschaftseindr&uuml;cken, mannigfaltigen Begegnungen und tollen Gespr&auml;chen mit meinem Sohn.</div> <div>TK: Jesus, jetzt wollen alle S&ouml;hne der Welt so einen Vater haben wie Dich! Gut, dass ich eine Tochter habe. Die freut sich auch &uuml;ber Paris. Erz&auml;hl mal von den mannigfaltigen Begegnungen.</div> <div>BD: Die wichtigste Begegnung war nat&uuml;rlich das st&auml;ndige Zusammensein mit Yannick. Sein gr&ouml;&szlig;ter Traum vor unserer Reise war es, mal als Musiker in die USA auszuwandern.&nbsp;Bei aller Faszination w&auml;hrend unserer Reise durch Kalifornien, meinte Yannick aber nach einer Weile, dass er sich schwer vorstellen k&ouml;nnte, in Amerika echte Freunde zu finden. Beide fanden wir es faszinierend, dass der American Dream bei allen Leuten &ndash; egal ob K&uuml;nstler, Hotelangestellte, Restaurantbesitzer oder Bedienungen - so fest verankert ist und sie sich dadurch immer wieder positiv motivieren k&ouml;nnen, auch wenn die jetzige Zeit mit der Finanzkrise nicht einfach ist f&uuml;r viele Menschen. Nichtsdestotrotz kam mir ihre gef&uuml;hlte Freiheit ziemlich genormt vor. Toll fanden wir aber, dass&nbsp;man das Gef&uuml;hl hatte, dass jeder jedem mit Achtung begegnet, egal ob Anwalt oder Landstreicher.&nbsp;Das st&auml;ndige Networking und sich selbst pr&auml;sentieren w&auml;re mir pers&ouml;nlich allerdings zu anstrengend &ndash; ich bin eben doch ein altbackener Europ&auml;er.</div> <div>TK: Ist ja keine Schande, au&szlig;er in Donald Rumsfeld&rsquo;s verkniffenen Augen. Habt Ihr auch was vom Wahlkampf mitbekommen? Obama for President - das ist ja auch der American Dream.&nbsp;&nbsp;</div> <div>BD: Klar, der Wahlkampf ist omnipr&auml;sent. Allerdings kamen wir wenig mit Inhalten, sondern viel mit Emotionen und Stimmungsmache in Ber&uuml;hrung. Den Wahlkampf im Fernsehen haben wir nach f&uuml;nf Minuten ausgemacht &ndash; es war wirklich zu aggressiv.&nbsp;In Kalifornien schien es mir schon so, als ob Obama das Rennen machen wird &ndash; aber man wei&szlig; ja nie, was an Banalit&auml;ten noch ausgegraben wird. Ich f&auml;nde es toll, wenn Obama gew&auml;hlt wird. Ich hab das Gef&uuml;hl, dass er der Welt offen entgegentritt &ndash; der Aspekt, den ich den sch&ouml;nsten am American Dream finde. Aber egal wer gewinnt &ndash; nach der Bush-Regierung kann man doch eigentlich eh nur gewinnen, oder? &nbsp;&nbsp;</div> <div>TK: Na ja, stell Dir vor McCain gewinnt, wird krank und Sarah Palin muss &uuml;bernehmen! Das ist immerhin schon neun Mal passiert in der amerikanischen Geschichte. Bei bislang 43 Pr&auml;sidenten eine ganz sch&ouml;n hohe Prozentzahl! Eigentlich sind&rsquo;s &uuml;brigens nur 42, weil Grover Cleveland sowohl der 22. als auch der 24. Pr&auml;sident war, der einzige, der aus dem Amt ausschied und dann sp&auml;ter noch mal gew&auml;hlt wurde, Ende des 19. Jahrhunderts. Anyway, Erbsenz&auml;hlerei. Das Palin-Risiko ist jedenfalls schon statistisch gesehen verdammt hoch. </div> <div>BD: Na, dann k&ouml;nnen wir froh sein, dass die armen Russen und nicht wir an Alaska grenzen&hellip;an die wird sie erwiesenerma&szlig;en zuerst denken.</div> <div>TK: Palin und Putin - zwei, die aus der K&auml;lte kamen. Sag mal, wenn findest Du attraktiver, Michelle Obama oder Cindy McCain?</div> <div>BD: Na, die nat&uuml;rliche Michelle nat&uuml;rlich!</div> <div>TK: Ha! Sagen alle, die ich frage. Boris Becker bestimmt auch. Bin mal gespannt, ob ich noch auf einen Cindy McCain-Fan treffe. Glaubst Du eigentlich, so eine M&auml;nnerreise h&auml;ttest Du auch in einem anderen Land machen k&ouml;nnen?</div> <div>BD: Na klar &ndash; in einer Woche geht es auf ins n&auml;chste Abenteuer auf die Philippinen, wo Yannick ein zweimonatiges Praktikum in unserer Manufaktur macht und seine erste CD mit Lokalmusikern aufnimmt.</div> <div>TK: Ich dachte f&uuml;r so eine M&auml;nnerreise da braucht man Cowboyromantik, in den Sonnenuntergang reiten, mit Blechtasse am Lagerfeuer und notfalls aus der H&uuml;fte schie&szlig;en?!&nbsp;</div> <div>BD: Stimmt, aber heutzutage erzeugen bei der Jugend Karaoke und Sushi das gleiche Gef&uuml;hl.</div> <div>TK: Karaoke statt Cowboy, Sushi statt Steak!? Also Good Bye America? Schluss mit HipHop und Gangsta Rap, in Amerika geht die Sonne unter, in Asien geht sie auf? </div> <div>BD: Der Finanzsektor und auch Machtzentren verschieben sich sicherlich in den Nahen und fernen Osten, aber ich glaube was Europa und Amerika ausmacht &ndash; die so genannten alten kulturellen Werte werden auch weiterhin f&uuml;r viele Menschen auf der ganzen Welt eine starke Anziehungskraft haben. Und f&uuml;r Yannick gilt: ob Amerikanerin oder Asiatin - er ist f&uuml;r alles offen...</div> <div>TK: Das glaub ich glatt. Na denn in diesem Sinne, noch viele weitere Abenteuer! Ich geb das alles mal so weiter. Take care!</div> <div>&nbsp;</div> <div>Ende des Protokolls. Gr&uuml;&szlig;e aus dem &bdquo;alten Europa&ldquo; ins &bdquo;alte Amerika&ldquo;!!!</div> <div>&nbsp;</div> <div>All the best</div> <div>&nbsp;</div> <div>Thomas</div> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Reisefieber<br \><div>Berlin, 13. Oktober 2008</div> <div>&nbsp;</div> <div>Dear Americans,</div> <div>&nbsp;</div> <div>ich hoffe, Ihr hattet ein sch&ouml;nes Wochenende. In Berlin war es wunderbar. Blauer Himmel, Sonnenschein, und die B&auml;ume leuchteten in allen Farben. Ich musste viel an Euch denken. Als ich New Yorker war &ndash; das war man nach einem Jahr und ich kann Euch sagen, wie ich die Tage gez&auml;hlt habe, bis ich endlich dieses erste Jahr voll hatte, das war noch mal so, wie 18 zu werden &ndash; jedenfalls habe ich die Herbstzeit bei Euch immer besonders geliebt. Der Indian Summer ist einfach unvergleichlich. Bei uns leuchten die B&auml;ume, aber bei Euch da gl&uuml;hen Sie. Es war phantastisch, am Wochenende rauf nach New England, was bei uns gelb ist, ist bei Euch golden. Das streichelt die Seele, ja, das dr&uuml;ckt es am besten aus, es streichelt einfach die Seele. Einfach schnell ein Auto geliehen, Connecticut, Massachusetts, New Hampshire, Vermont, immer Richtung Kanada. Einmal sind wir nach einer durchgemachten Nacht durch den Morgennebel immer den Hudson entlang hoch nach Upstate New York gefahren. Das reichte schon. Bl&auml;tter an den B&auml;umen so golden wie der Whiskey in der Nacht im Glas und die Tropfen des Wassers der Eisw&uuml;rfel hingen pl&ouml;tzlich als Morgentau in den gewaltigen B&auml;umen. Ich bin nat&uuml;rlich nicht selbst gefahren. Anyway &ndash; Reisen in Amerika ist eine Erfahrung f&uuml;r&rsquo;s Leben, mehr noch, es ist wie das Leben an sich. Immer weiter, immer weiter, ohne jemals anzukommen und der Weg ist das Ziel und man kann nicht vor sich fliehen, denn im Gegenteil, kommt man sich immer n&auml;her in dieser unendlichen Weite, klein und allein und manchmal passiert es, und man findet zu sich selbst. W&auml;hrend ich also in goldener Sentimentalit&auml;t dahin schmolz am Wochenende, habe ich meinen alten Freund Bobby Dekeyser angemailt. Der war k&uuml;rzlich bei Euch und hat eine gro&szlig;e Reise durch die Staaten gemacht. Zusammen mit Yannick, seinem Sohn, der gerade mit der Schule fertig geworden ist. Father and Son, so ein richtiges M&auml;nnerding, um noch mal eine neue Verschworenheit herzustellen, bevor der Junge alleine in die weite Welt hinauszieht. Bobby reist beruflich selber st&auml;ndig um den Globus. Fr&uuml;her war er mal Fu&szlig;balltorwart, sogar bei Bayern M&uuml;nchen, als Vertreter von Jean-Marie Pfaff. </div> <div>&nbsp;</div> <div>TK: Hey Bobby, erz&auml;hl mal, wo wart Ihr &uuml;berall? </div> <div>BD: Au&szlig;er der Anreise nach San Francisco war nix fest f&uuml;r die bevorstehenden drei Wochen geplant. Abgemacht war nur, dass wir 60% unserer Zeit in der Natur und 40% in der Stadt verbringen. Nach acht Stunden San Francisco-Entdecken mit dem Fahrrad, sind wir weiterged&uuml;st ins Napa Valley, wo schon ein Ballon auf uns wartete. Von oben haben wir dann die wundersch&ouml;ne Weingegend bestaunt. Anschlie&szlig;end zum Lake Tahoe, wo wir den See auf einem gecharterten Sportboot f&uuml;r uns alleine hatten. Weiter ging&rsquo;s in einer zehnst&uuml;ndigen W&uuml;stenfahrt nach Las Vegas, wo wir rechtzeitig zu Yannicks 17. Geburtstag ankamen. Endlose Shows, Helikopterfl&uuml;ge im Grand Canyon und nach drei Tagen schnell wieder weiter Richtung San Diego &ndash; was f&uuml;r eine tolle Stadt &ndash; und endlich kamen wir zum Surfen. Danach ging&rsquo;s der K&uuml;ste entlang bis Santa Barbara, wo wir die letzten 6 Tage der Reise chillten, wie Yannick es ausdr&uuml;cken w&uuml;rde. Insgesamt eine wundersch&ouml;ne Reise mit tollen Landschaftseindr&uuml;cken, mannigfaltigen Begegnungen und tollen Gespr&auml;chen mit meinem Sohn.</div> <div>TK: Jesus, jetzt wollen alle S&ouml;hne der Welt so einen Vater haben wie Dich! Gut, dass ich eine Tochter habe. Die freut sich auch &uuml;ber Paris. Erz&auml;hl mal von den mannigfaltigen Begegnungen.</div> <div>BD: Die wichtigste Begegnung war nat&uuml;rlich das st&auml;ndige Zusammensein mit Yannick. Sein gr&ouml;&szlig;ter Traum vor unserer Reise war es, mal als Musiker in die USA auszuwandern.&nbsp;Bei aller Faszination w&auml;hrend unserer Reise durch Kalifornien, meinte Yannick aber nach einer Weile, dass er sich schwer vorstellen k&ouml;nnte, in Amerika echte Freunde zu finden. Beide fanden wir es faszinierend, dass der American Dream bei allen Leuten &ndash; egal ob K&uuml;nstler, Hotelangestellte, Restaurantbesitzer oder Bedienungen - so fest verankert ist und sie sich dadurch immer wieder positiv motivieren k&ouml;nnen, auch wenn die jetzige Zeit mit der Finanzkrise nicht einfach ist f&uuml;r viele Menschen. Nichtsdestotrotz kam mir ihre gef&uuml;hlte Freiheit ziemlich genormt vor. Toll fanden wir aber, dass&nbsp;man das Gef&uuml;hl hatte, dass jeder jedem mit Achtung begegnet, egal ob Anwalt oder Landstreicher.&nbsp;Das st&auml;ndige Networking und sich selbst pr&auml;sentieren w&auml;re mir pers&ouml;nlich allerdings zu anstrengend &ndash; ich bin eben doch ein altbackener Europ&auml;er.</div> <div>TK: Ist ja keine Schande, au&szlig;er in Donald Rumsfeld&rsquo;s verkniffenen Augen. Habt Ihr auch was vom Wahlkampf mitbekommen? Obama for President - das ist ja auch der American Dream.&nbsp;&nbsp;</div> <div>BD: Klar, der Wahlkampf ist omnipr&auml;sent. Allerdings kamen wir wenig mit Inhalten, sondern viel mit Emotionen und Stimmungsmache in Ber&uuml;hrung. Den Wahlkampf im Fernsehen haben wir nach f&uuml;nf Minuten ausgemacht &ndash; es war wirklich zu aggressiv.&nbsp;In Kalifornien schien es mir schon so, als ob Obama das Rennen machen wird &ndash; aber man wei&szlig; ja nie, was an Banalit&auml;ten noch ausgegraben wird. Ich f&auml;nde es toll, wenn Obama gew&auml;hlt wird. Ich hab das Gef&uuml;hl, dass er der Welt offen entgegentritt &ndash; der Aspekt, den ich den sch&ouml;nsten am American Dream finde. Aber egal wer gewinnt &ndash; nach der Bush-Regierung kann man doch eigentlich eh nur gewinnen, oder? &nbsp;&nbsp;</div> <div>TK: Na ja, stell Dir vor McCain gewinnt, wird krank und Sarah Palin muss &uuml;bernehmen! Das ist immerhin schon neun Mal passiert in der amerikanischen Geschichte. Bei bislang 43 Pr&auml;sidenten eine ganz sch&ouml;n hohe Prozentzahl! Eigentlich sind&rsquo;s &uuml;brigens nur 42, weil Grover Cleveland sowohl der 22. als auch der 24. Pr&auml;sident war, der einzige, der aus dem Amt ausschied und dann sp&auml;ter noch mal gew&auml;hlt wurde, Ende des 19. Jahrhunderts. Anyway, Erbsenz&auml;hlerei. Das Palin-Risiko ist jedenfalls schon statistisch gesehen verdammt hoch. </div> <div>BD: Na, dann k&ouml;nnen wir froh sein, dass die armen Russen und nicht wir an Alaska grenzen&hellip;an die wird sie erwiesenerma&szlig;en zuerst denken.</div> <div>TK: Palin und Putin - zwei, die aus der K&auml;lte kamen. Sag mal, wenn findest Du attraktiver, Michelle Obama oder Cindy McCain?</div> <div>BD: Na, die nat&uuml;rliche Michelle nat&uuml;rlich!</div> <div>TK: Ha! Sagen alle, die ich frage. Boris Becker bestimmt auch. Bin mal gespannt, ob ich noch auf einen Cindy McCain-Fan treffe. Glaubst Du eigentlich, so eine M&auml;nnerreise h&auml;ttest Du auch in einem anderen Land machen k&ouml;nnen?</div> <div>BD: Na klar &ndash; in einer Woche geht es auf ins n&auml;chste Abenteuer auf die Philippinen, wo Yannick ein zweimonatiges Praktikum in unserer Manufaktur macht und seine erste CD mit Lokalmusikern aufnimmt.</div> <div>TK: Ich dachte f&uuml;r so eine M&auml;nnerreise da braucht man Cowboyromantik, in den Sonnenuntergang reiten, mit Blechtasse am Lagerfeuer und notfalls aus der H&uuml;fte schie&szlig;en?!&nbsp;</div> <div>BD: Stimmt, aber heutzutage erzeugen bei der Jugend Karaoke und Sushi das gleiche Gef&uuml;hl.</div> <div>TK: Karaoke statt Cowboy, Sushi statt Steak!? Also Good Bye America? Schluss mit HipHop und Gangsta Rap, in Amerika geht die Sonne unter, in Asien geht sie auf? </div> <div>BD: Der Finanzsektor und auch Machtzentren verschieben sich sicherlich in den Nahen und fernen Osten, aber ich glaube was Europa und Amerika ausmacht &ndash; die so genannten alten kulturellen Werte werden auch weiterhin f&uuml;r viele Menschen auf der ganzen Welt eine starke Anziehungskraft haben. Und f&uuml;r Yannick gilt: ob Amerikanerin oder Asiatin - er ist f&uuml;r alles offen...</div> <div>TK: Das glaub ich glatt. Na denn in diesem Sinne, noch viele weitere Abenteuer! Ich geb das alles mal so weiter. Take care!</div> <div>&nbsp;</div> <div>Ende des Protokolls. Gr&uuml;&szlig;e aus dem &bdquo;alten Europa&ldquo; ins &bdquo;alte Amerika&ldquo;!!!</div> <div>&nbsp;</div> <div>All the best</div> <div>&nbsp;</div> <div>Thomas</div> no Thomas Kausch Geschichte http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50139&blogName=uswahlen Fri, 10 Oct 2008 09:44:47 +0200 Geschichte<br \><p>Berlin, 10. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> ich lese gerade ein spannendes Buch &uuml;ber die Geschichte der amerikanischen Pr&auml;sidentschaftswahlk&auml;mpfe. Komplett von Washington bis Obama/McCain. Es hei&szlig;t &bdquo;Duell ums Weisse Haus&ldquo; und ist von Ronald D. Gerste. Ein Deutscher, der in Washington lebt. Hat Medizin und Geschichte studiert und war fr&uuml;her auch mal Augenarzt. Der schaut ganz genau hin! Das Buch ist bei Euch noch nicht erschienen, macht Euch keine Vorw&uuml;rfe, wenn Ihr es nicht kennt. Ich zitiere mal einen Brief daraus und Ihr k&ouml;nnt ja mal raten, an wen der wohl adressiert ist: &bdquo;Ich bin daher der &Uuml;berzeugung, dass die Gegenwart ein kritischer Moment f&uuml;r Amerika ist, ohne die mindesten Zweifel dazu veranlasst zu denken, dass Sie, Great Sir, nicht nur die geeignetste Person, sondern, so f&uuml;rchte ich, auch die einzige Person auf der Erde sind, die zusammen mit der Neigung auch die F&auml;higkeiten besitzt, die Sie in den Stand setzen, den drohenden Ruin abzuwenden.&ldquo; Na? Nein, das ist kein Brief von Sarah Palin an John McCain im Zeichen der gro&szlig;en Finanzkrise. Es ist der Brief eines anonymen Verehrers, der im Juli 1784 bei George Washington eintraf. Aber tats&auml;chlich ist die Gegenwart ja auch jetzt wieder &quot;ein kritischer Moment&quot; und der&quot; drohende Ruin&quot; muss dringend abgewendet werden. Alles wie gehabt! Am 5. Mai 1789, f&uuml;nf Tage nach seinem Amtseid, schrieb Washington in einem privaten Brief an einen Bekannten: &bdquo;So viel wird erwartet, so viele unvorhersehbare Umst&auml;nde m&ouml;gen intervenieren, dass ich un&uuml;berwindbare M&auml;ngel in meinen F&auml;higkeiten f&uuml;r die Aus&uuml;bung dieses schweren Amtes empfinde.&ldquo; Klingt das nicht unglaublich aktuell? Die riesigen Erwartungen, die unvorhersehbaren Umst&auml;nde? Gut, die Selbstzweifel h&ouml;rt man so nicht. Jedenfalls schwer vorstellbar, dass McCain irgendwelche M&auml;ngel in seinen F&auml;higkeiten sieht. Bei Obama kann man sich das schon eher vorstellen, so eine washingtonsche Demut vor dem Amt klingt manchmal durch, selbst in all dem Wahlkampfget&ouml;se. &Uuml;brigens kam, so viel ich wei&szlig;, noch nie ein amerikanischer Pr&auml;sident aus McCains Staat Arizona, aus Obamas Home State Illinois zwei. Einer davon ist der, den Ihr am meisten bewundert: Abraham Lincoln, zwar Republikaner, aber der Befreier der Sklaven, wof&uuml;r er &uuml;brigens im Wahlkampf um seine zweite Amtszeit von seinen demokratischen (!) Gegnern als &bdquo;Abraham Africanus the First&ldquo; bezeichnet wurde. Und jetzt wird vielleicht ein Afroamerikaner der dritte Pr&auml;sident, der aus Illinois kommt! Geschichte ist so herrlich logisch, fr&uuml;her oder sp&auml;ter. Barack Hussein Obama, wie die Republikaner ihn gerne mal nennen. Ja, ja, auch die Schmutzkampagnen, war alles schon mal da. Und Hollywood lie&szlig; auch schon gr&uuml;&szlig;en &ndash; Lincolns M&ouml;rder war ein ber&uuml;hmter Schauspieler, der die Tat nat&uuml;rlich vor gro&szlig;em Publikum im Theater beging. Nach dem Attentat st&uuml;rzte er sogar noch versehentlich aus der Loge des sterbenden Pr&auml;sidenten mitten auf die B&uuml;hne, genoss noch mal kurz die Aufmerksamkeit und floh dann mit gebrochenem Bein! Was f&uuml;r ein Stoff, kein Wunder dass mehr als 150 Filme und Dokus dar&uuml;ber gemacht wurden. <br /> Ach ja, der andere Pr&auml;sident aus Illinois war &uuml;brigens Ulysses S. Grant, unter Lincoln als Oberbefehlshaber der siegreichen Unionstruppen im B&uuml;rgerkrieg noch ein Held. Unter Historikern dann aber wegen Korruptheit, Trunksucht und Unverm&ouml;gen einer der schlechtesten US-Pr&auml;sidenten aller Zeiten. Allerdings macht George W. Bush ihm diese Rolle ja jetzt streitig. <br /> Aber was erz&auml;hl ich Euch da. Das wisst Ihr ja alles. Aber vielleicht liest ja auch der ein oder andere Nicht-Amerikaner mit. Eigentlich will ich auch nur meine Bewunderung daf&uuml;r ausdr&uuml;cken, welch wirklich gro&szlig;e Pr&auml;sidenten Euer Land hervorgebracht hat. Und wie Ihr die Kleinen auch &uuml;berlebt habt. Fr&uuml;her so wie heute. Wie oft Ihr an Zeitenwenden standet, fr&uuml;her so wie heute, und nie die Demokratie preisgabt. Die &auml;lteste der Welt. Auch wenn Ihr manchmal wohl ein kleines bisschen geschummelt habt. Und auch wenn die Schweizer das gerne w&auml;ren, die &auml;lteste Demokratie der Welt, aber die haben&rsquo;s halt versemmelt und nicht rechtzeitig schriftlich gemacht, mit Verfassung so wie Ihr. Daf&uuml;r haben sie immerhin die Kr&auml;uterbonbons erfunden. Das kann Ihnen keiner mehr nehmen. Also, ich werd noch ein bisschen weiter in diesem spannenden Buch st&ouml;bern und bestimmt noch mal drauf zur&uuml;ckkommen. Have a nice weekend<br /> &nbsp;<br /> Best regards<br /> &nbsp;<br /> Thomas<br /> &nbsp; <br /> P.S. Falls Ihr selber bl&auml;ttern wollt: Ronald D. Gerste, Duell ums Weisse Haus, Amerikanische Pr&auml;sidentschaftswahlen von George Washington bis 2008, frisch erschienen im Verlag Ferdinand Sch&ouml;ningh.</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Geschichte<br \><p>Berlin, 10. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> ich lese gerade ein spannendes Buch &uuml;ber die Geschichte der amerikanischen Pr&auml;sidentschaftswahlk&auml;mpfe. Komplett von Washington bis Obama/McCain. Es hei&szlig;t &bdquo;Duell ums Weisse Haus&ldquo; und ist von Ronald D. Gerste. Ein Deutscher, der in Washington lebt. Hat Medizin und Geschichte studiert und war fr&uuml;her auch mal Augenarzt. Der schaut ganz genau hin! Das Buch ist bei Euch noch nicht erschienen, macht Euch keine Vorw&uuml;rfe, wenn Ihr es nicht kennt. Ich zitiere mal einen Brief daraus und Ihr k&ouml;nnt ja mal raten, an wen der wohl adressiert ist: &bdquo;Ich bin daher der &Uuml;berzeugung, dass die Gegenwart ein kritischer Moment f&uuml;r Amerika ist, ohne die mindesten Zweifel dazu veranlasst zu denken, dass Sie, Great Sir, nicht nur die geeignetste Person, sondern, so f&uuml;rchte ich, auch die einzige Person auf der Erde sind, die zusammen mit der Neigung auch die F&auml;higkeiten besitzt, die Sie in den Stand setzen, den drohenden Ruin abzuwenden.&ldquo; Na? Nein, das ist kein Brief von Sarah Palin an John McCain im Zeichen der gro&szlig;en Finanzkrise. Es ist der Brief eines anonymen Verehrers, der im Juli 1784 bei George Washington eintraf. Aber tats&auml;chlich ist die Gegenwart ja auch jetzt wieder &quot;ein kritischer Moment&quot; und der&quot; drohende Ruin&quot; muss dringend abgewendet werden. Alles wie gehabt! Am 5. Mai 1789, f&uuml;nf Tage nach seinem Amtseid, schrieb Washington in einem privaten Brief an einen Bekannten: &bdquo;So viel wird erwartet, so viele unvorhersehbare Umst&auml;nde m&ouml;gen intervenieren, dass ich un&uuml;berwindbare M&auml;ngel in meinen F&auml;higkeiten f&uuml;r die Aus&uuml;bung dieses schweren Amtes empfinde.&ldquo; Klingt das nicht unglaublich aktuell? Die riesigen Erwartungen, die unvorhersehbaren Umst&auml;nde? Gut, die Selbstzweifel h&ouml;rt man so nicht. Jedenfalls schwer vorstellbar, dass McCain irgendwelche M&auml;ngel in seinen F&auml;higkeiten sieht. Bei Obama kann man sich das schon eher vorstellen, so eine washingtonsche Demut vor dem Amt klingt manchmal durch, selbst in all dem Wahlkampfget&ouml;se. &Uuml;brigens kam, so viel ich wei&szlig;, noch nie ein amerikanischer Pr&auml;sident aus McCains Staat Arizona, aus Obamas Home State Illinois zwei. Einer davon ist der, den Ihr am meisten bewundert: Abraham Lincoln, zwar Republikaner, aber der Befreier der Sklaven, wof&uuml;r er &uuml;brigens im Wahlkampf um seine zweite Amtszeit von seinen demokratischen (!) Gegnern als &bdquo;Abraham Africanus the First&ldquo; bezeichnet wurde. Und jetzt wird vielleicht ein Afroamerikaner der dritte Pr&auml;sident, der aus Illinois kommt! Geschichte ist so herrlich logisch, fr&uuml;her oder sp&auml;ter. Barack Hussein Obama, wie die Republikaner ihn gerne mal nennen. Ja, ja, auch die Schmutzkampagnen, war alles schon mal da. Und Hollywood lie&szlig; auch schon gr&uuml;&szlig;en &ndash; Lincolns M&ouml;rder war ein ber&uuml;hmter Schauspieler, der die Tat nat&uuml;rlich vor gro&szlig;em Publikum im Theater beging. Nach dem Attentat st&uuml;rzte er sogar noch versehentlich aus der Loge des sterbenden Pr&auml;sidenten mitten auf die B&uuml;hne, genoss noch mal kurz die Aufmerksamkeit und floh dann mit gebrochenem Bein! Was f&uuml;r ein Stoff, kein Wunder dass mehr als 150 Filme und Dokus dar&uuml;ber gemacht wurden. <br /> Ach ja, der andere Pr&auml;sident aus Illinois war &uuml;brigens Ulysses S. Grant, unter Lincoln als Oberbefehlshaber der siegreichen Unionstruppen im B&uuml;rgerkrieg noch ein Held. Unter Historikern dann aber wegen Korruptheit, Trunksucht und Unverm&ouml;gen einer der schlechtesten US-Pr&auml;sidenten aller Zeiten. Allerdings macht George W. Bush ihm diese Rolle ja jetzt streitig. <br /> Aber was erz&auml;hl ich Euch da. Das wisst Ihr ja alles. Aber vielleicht liest ja auch der ein oder andere Nicht-Amerikaner mit. Eigentlich will ich auch nur meine Bewunderung daf&uuml;r ausdr&uuml;cken, welch wirklich gro&szlig;e Pr&auml;sidenten Euer Land hervorgebracht hat. Und wie Ihr die Kleinen auch &uuml;berlebt habt. Fr&uuml;her so wie heute. Wie oft Ihr an Zeitenwenden standet, fr&uuml;her so wie heute, und nie die Demokratie preisgabt. Die &auml;lteste der Welt. Auch wenn Ihr manchmal wohl ein kleines bisschen geschummelt habt. Und auch wenn die Schweizer das gerne w&auml;ren, die &auml;lteste Demokratie der Welt, aber die haben&rsquo;s halt versemmelt und nicht rechtzeitig schriftlich gemacht, mit Verfassung so wie Ihr. Daf&uuml;r haben sie immerhin die Kr&auml;uterbonbons erfunden. Das kann Ihnen keiner mehr nehmen. Also, ich werd noch ein bisschen weiter in diesem spannenden Buch st&ouml;bern und bestimmt noch mal drauf zur&uuml;ckkommen. Have a nice weekend<br /> &nbsp;<br /> Best regards<br /> &nbsp;<br /> Thomas<br /> &nbsp; <br /> P.S. Falls Ihr selber bl&auml;ttern wollt: Ronald D. Gerste, Duell ums Weisse Haus, Amerikanische Pr&auml;sidentschaftswahlen von George Washington bis 2008, frisch erschienen im Verlag Ferdinand Sch&ouml;ningh.</p> no Thomas Kausch Sabotage http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=50040&blogName=uswahlen Thu, 9 Oct 2008 12:42:14 +0200 Sabotage<br \><p>Berlin, 9. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> jetzt ist mir doch tats&auml;chlich die Festplatte meines (amerikanischen!) Computers kaputt gegangen, w&auml;hrend ich auf einer amerikanischen (!) Website war, um dort f&uuml;r meinen heutigen Brief an die Amerikaner zu recherchieren! Bin ich Euch etwa zu nahe getreten? Ich hab doch bei allen kleinen kritischen Anmerkungen mehrfach und glaubhaft versichert, wie sehr ich Amerika liebe! Das einzige Resultat dieses Sabotageaktes ist, dass ich Euch diesen Brief nun auf einem japanischen Ersatz-Computer schreibe! Ich habe &uuml;brigens nur in Euren Internetforen gest&ouml;bert, um mal zu schauen, wie da die Reaktionen auf das zweite Fernsehduell zwischen Obama und McCain waren. Und ehrlich gesagt, ich war m&auml;chtig entt&auml;uscht. Sowohl von den Reaktionen, als auch vom Duell. Aber auch null neue Erkenntnisse. Wirtschaft, Au&szlig;enpolitik, alles wie gehabt. Die beiden achten nur noch darauf, blo&szlig; keine Fehler zu machen, weil Ihr nur noch darauf achtet, ob sie Fehler machen und wer beim Blo&szlig;-Keine-Fehler-Machen-Bem&uuml;ht-Sein am wenigstens so aussieht, als bem&uuml;he er sich, blo&szlig; keine Fehler zu machen, der hat dann den besten Eindruck gemacht. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Wir befinden uns nach allem was man h&ouml;rt in der gr&ouml;&szlig;ten Weltwirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise und Ihr analysiert haarscharf, dass Obama in der Sendung auf die Zuschauer zugeht und dann beim Sprechen stehen bleibt (bedeutet: sch&ouml;n beweglich, aber mit Haltung), w&auml;hrend McCain mit dem Mikro auf und ab geht, ohne stehen zu bleiben (bedeutet: viel zu beweglich, kein klares Ziel). Und was ist, wenn auch Obama mal gestresst ist und &uuml;ber die Teppichkante stolpert? Wird McCain dann Pr&auml;sident? Ist Euch eigentlich klar, welche Verantwortung Ihr habt? Ihr w&auml;hlt den m&auml;chtigsten Mann der Welt. Eure Entscheidung betrifft die Welt. Es geht nicht nur um Eure H&auml;user und Eure &bdquo;hohen&ldquo; Spritpreise. Wenn McCain zum Spa&szlig; singt &bdquo;Bomb Iran&ldquo; und in Putins Augen nur &bdquo;KGB&ldquo; sieht, dann kann das auch mal uns betreffen. Wenn McCain mal krank wird und Sarah Palin &hellip; das ist doch gar nicht auszudenken! Und die w&auml;re dann nur im Amt, weil sie mal ein Wahltrick war, um die Stimmen der christlichen Fundis im Bible Belt f&uuml;r McCain zu holen. Allein schon f&uuml;r diese Bigotterie m&uuml;sste er disqualifiziert werden. Ja, ich wei&szlig;, Obama l&auml;sst sich da auch mitrei&szlig;en, und kniet vor diesen Christen nieder, weil sie Bush damals den Sieg brachten. Traurig genug. Wollt Ihr das wirklich? Dass religi&ouml;se Fundamentalisten auch bei Euch die Politik derart bestimmen? Amerika, ein Gottesstaat, welche Ironie! Eure Glaubenskrieger sind keine Terroristen, aber sie terrorisieren Euch. Hey, das geht uns alle was an, acht Jahre Bush im Auftrag des Herrn waren auch acht Jahre Bush weltweit. Wisst Ihr was? Eigentlich m&uuml;sste die ganze Welt den amerikanischen Pr&auml;sidenten w&auml;hlen! Aber schickt uns nicht diese Lochkarten, wie damals in Florida. Das gibt Chaos. Wir machen das per Internet. Schickt uns Festplatten!<br /> Best regards<br /> Thomas <br /> &nbsp;</p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Sabotage<br \><p>Berlin, 9. Oktober 2008<br /> &nbsp;<br /> Dear Americans,<br /> &nbsp;<br /> jetzt ist mir doch tats&auml;chlich die Festplatte meines (amerikanischen!) Computers kaputt gegangen, w&auml;hrend ich auf einer amerikanischen (!) Website war, um dort f&uuml;r meinen heutigen Brief an die Amerikaner zu recherchieren! Bin ich Euch etwa zu nahe getreten? Ich hab doch bei allen kleinen kritischen Anmerkungen mehrfach und glaubhaft versichert, wie sehr ich Amerika liebe! Das einzige Resultat dieses Sabotageaktes ist, dass ich Euch diesen Brief nun auf einem japanischen Ersatz-Computer schreibe! Ich habe &uuml;brigens nur in Euren Internetforen gest&ouml;bert, um mal zu schauen, wie da die Reaktionen auf das zweite Fernsehduell zwischen Obama und McCain waren. Und ehrlich gesagt, ich war m&auml;chtig entt&auml;uscht. Sowohl von den Reaktionen, als auch vom Duell. Aber auch null neue Erkenntnisse. Wirtschaft, Au&szlig;enpolitik, alles wie gehabt. Die beiden achten nur noch darauf, blo&szlig; keine Fehler zu machen, weil Ihr nur noch darauf achtet, ob sie Fehler machen und wer beim Blo&szlig;-Keine-Fehler-Machen-Bem&uuml;ht-Sein am wenigstens so aussieht, als bem&uuml;he er sich, blo&szlig; keine Fehler zu machen, der hat dann den besten Eindruck gemacht. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Wir befinden uns nach allem was man h&ouml;rt in der gr&ouml;&szlig;ten Weltwirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise und Ihr analysiert haarscharf, dass Obama in der Sendung auf die Zuschauer zugeht und dann beim Sprechen stehen bleibt (bedeutet: sch&ouml;n beweglich, aber mit Haltung), w&auml;hrend McCain mit dem Mikro auf und ab geht, ohne stehen zu bleiben (bedeutet: viel zu beweglich, kein klares Ziel). Und was ist, wenn auch Obama mal gestresst ist und &uuml;ber die Teppichkante stolpert? Wird McCain dann Pr&auml;sident? Ist Euch eigentlich klar, welche Verantwortung Ihr habt? Ihr w&auml;hlt den m&auml;chtigsten Mann der Welt. Eure Entscheidung betrifft die Welt. Es geht nicht nur um Eure H&auml;user und Eure &bdquo;hohen&ldquo; Spritpreise. Wenn McCain zum Spa&szlig; singt &bdquo;Bomb Iran&ldquo; und in Putins Augen nur &bdquo;KGB&ldquo; sieht, dann kann das auch mal uns betreffen. Wenn McCain mal krank wird und Sarah Palin &hellip; das ist doch gar nicht auszudenken! Und die w&auml;re dann nur im Amt, weil sie mal ein Wahltrick war, um die Stimmen der christlichen Fundis im Bible Belt f&uuml;r McCain zu holen. Allein schon f&uuml;r diese Bigotterie m&uuml;sste er disqualifiziert werden. Ja, ich wei&szlig;, Obama l&auml;sst sich da auch mitrei&szlig;en, und kniet vor diesen Christen nieder, weil sie Bush damals den Sieg brachten. Traurig genug. Wollt Ihr das wirklich? Dass religi&ouml;se Fundamentalisten auch bei Euch die Politik derart bestimmen? Amerika, ein Gottesstaat, welche Ironie! Eure Glaubenskrieger sind keine Terroristen, aber sie terrorisieren Euch. Hey, das geht uns alle was an, acht Jahre Bush im Auftrag des Herrn waren auch acht Jahre Bush weltweit. Wisst Ihr was? Eigentlich m&uuml;sste die ganze Welt den amerikanischen Pr&auml;sidenten w&auml;hlen! Aber schickt uns nicht diese Lochkarten, wie damals in Florida. Das gibt Chaos. Wir machen das per Internet. Schickt uns Festplatten!<br /> Best regards<br /> Thomas <br /> &nbsp;</p> no Thomas Kausch Erinnerungen http://blogs.arte.tv/uswahlen/frontUser.do?method=getPost&postId=49869&blogName=uswahlen Wed, 8 Oct 2008 09:28:47 +0200 Erinnerungen<br \><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"> <p>Berlin, 8. Oktober 2008</p> </blockquote></blockquote></blockquote></blockquote> <p><br /> Dear Americans,<br /> ich habe ja schon in meinem ersten Brief kurz angesprochen, dass ich ein paar Jahre bei Euch dr&uuml;ben in New York City gelebt habe. Anfang der 90er war das. Die ersten Jahre habe ich als Redakteur bei der New Yorker Staatszeitung gearbeitet. F&uuml;r nur 1000 Dollars im Monat! K&ouml;nnt Ihr Euch das vorstellen? In New York! 1000 Dollars! Hallo Gordon Gekko? Das geht, man lebt von Pizza Slices und wohnt im Village in einer WG. Wird jetzt f&uuml;r manchen Investmentbanker eine ganz neue Erfahrung. Aber die Stadt ist trotzdem sexy, die Stadt geh&ouml;rte mir! New York ist eine Hure, hei&szlig;t es, Du kannst alles von ihr haben - wenn Du sie bezahlen kannst. So gesehen hat sie&rsquo;s f&uuml;r mich dann nahezu umsonst gemacht. Eine Handvoll Dollars, ein Glas voll Whiskey und eine alte Schreibmaschine &ndash; ich f&uuml;hlte mich wie Hemingway. If you can make it there, you can make it anywhere! Okay, das war Sinatra und fr&uuml;her oder sp&auml;ter ging mir auch der Whiskey aus und ich musste mir was dazuverdienen. Als Reporter f&uuml;r deutsche Radios und schlie&szlig;lich als Producer im ZDF-Studio New York, German Television. Der Korrespondent war damals Joachim Holtz und ich also sein Assistent. Ja, ja, ich wei&szlig;, Hemingway h&auml;tte nie und nimmer als Assistent gearbeitet. Aber daf&uuml;r hab ich mich auch nicht erschossen. Joachim Holtz hat mir vorgelebt, wie man anst&auml;ndiges Fernsehen macht. Und wer lernt so was heute schon noch? Fernsehen machen, und anst&auml;ndig. Sp&auml;ter ging Joachim als ZDF-Korrespondent f&uuml;r fast ein Jahrzehnt nach China und ich als Reporter und Moderator zur&uuml;ck ins alte Europa. Aber das hier nur zur Vorgeschichte, denn w&auml;hrend ich Euch schreibe, erinnere ich mich nat&uuml;rlich an vieles. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Ihr leicht geknickt hinter einem Bush hervorkommt. Damals, 92, war es&nbsp; George Bush Senior. Und auch damals 92 kam der Herausforderer aus dem Nichts, jedenfalls aus Arkansas, und versprach erstmal nur hope und change. Wer zum Teufel ist Bill Clinton, dachte man auch damals erst, so wie zu Anfang bei Obama. Zusammen mit Joachim hab ich die Wahl 92 gecovert. Und jetzt wollte ich nat&uuml;rlich wissen, wie er sich so daran erinnert und ob er Parallelen sieht zu heute und dem Obama-Yes-We-Can-Gef&uuml;hl. Also haben wir gechattet. Hier schick ich Euch das Protokoll:</p> <p>&nbsp;</p> <p>TK: Hi Joachim, Yes we can! Was war noch mal Bill Clinton&rsquo;s Slogan? <br /> JH: Ha, Thomas, alles mag man vergessen von Clinton, sogar seine Aff&auml;ren, einen Satz niemals: &bdquo;It's the economy, stupid!&quot; Ja, &bdquo;auf die Wirtschaft kommt es an, Du Bl&ouml;dmann!&quot;&nbsp; Das haben wir sofort &uuml;bernommen. Der Satz wurde zum t&auml;glichen Gru&szlig;. Ich habe noch die Telefonkarte von der Convention der Demokratischen Partei. Darauf sind noch die Zwillingst&uuml;rme abgebildet, das World Trade Center. Ach ja.<br /> Thomas, Bro, und der alte Bush war sein Gegenkandidat. Der wirkte etwas ungl&uuml;cklich, oder? Erinnerst Du Dich daran, wer Vize-Pr&auml;sident werden sollte? <br /> TK: Nat&uuml;rlich! Es wirkte ja irgendwie falsch rum. Al Gore war viel pr&auml;sidialer und Clinton hatte allenfalls das Zeug zum Vize. Aber er konnte halt Saxophon spielen. &bdquo;It's the economy, stupid!&quot; Sag noch einer, Geschichte wiederholt sich nicht. Da f&auml;llt mir noch ein anderer Clinton-Spruch von damals ein: &bdquo;Buy one, get two&quot; - Hillary bekamen die W&auml;hler umsonst dazu im Doppelpack. Tja, sie wollten sie damals nicht geschenkt und heute nicht w&auml;hlen. Wie findest Du &uuml;brigens Michelle Obama... <br /> JH: Hillary war verhasst, aber ich konnte mich nicht satt sehen an diesem alten Bild, Hillary Rodham und Bill als Studenten, 68er Aussehen, wie Marsmenschen. Bill Clinton hat uns traumhafte Spr&uuml;che hinterlassen, George W. leider nicht. Erinnerst Du Dich an Clintons flauen Satz &uuml;ber den Marihuana-Konsum?&nbsp;&nbsp; <br /> TK: Glaubst Du Obama ist ehrlicher, weil er zugibt, inhaliert zu haben?<br /> JH: Es ist Wahlkampf... Wir haben ja Clinton nicht weniger gemocht,<br /> auch wenn er Slalom fuhr um die Wahrheit herum. Wenn er beim H&auml;ndesch&uuml;tteln ein altes M&uuml;tterchen anschaute, mit diesen von vermeintlichem Mitgef&uuml;hl feucht gl&auml;nzenden Augen, dann verga&szlig; man<br /> die Prinzipien...<br /> TK: Mich hat er auch mal so angeschaut, als wir mit dem Kamerateam an der Public Library hinter ihm her waren. Pl&ouml;tzlich dreht er sich um, ist direkt vor mir, und gibt mir diesen Blick - bis er feststellt, dass ich kein altes M&uuml;tterchen bin... Glaubst Du, die Stimmung heute kann man mit der von damals vergleichen?<br /> JH: Nein, das war wohl eine mildere Zeit, damals. Die Bush-&Auml;ra ist viel aggressiver, denke ich. 9/11 und Cheney. <br /> TK: Aber glaubst Du, es herrscht jetzt die gleiche Aufbruchstimmung?<br /> JH: Ich bin mir da nicht so sicher... &bdquo;Change&quot; war wirklich ein wichtiges Wort im Clinton-Wahlkampf und jeder sp&uuml;rte in Amerika, dass sich viel &auml;ndern m&uuml;sste, nach den Reagan-Jahren und nach dem alten Bush, der kam doch daher wie ein r&ouml;mischer Senator.<br /> TK: Immerhin. Der kleine Bush kommt daher wie ein r&ouml;mischer Legion&auml;r bei Asterix!<br /> JH: Top Gun auf dem Flugzeugtr&auml;ger, die Gallier h&auml;tten ihn<br /> verhauen. Ich hoffe &uuml;brigens, dass der n&auml;chste US-Pr&auml;sident mal die Regel durchbricht, nach der jeder Oberbefehlshaber mindestens einen Krieg f&uuml;hrt.<br /> TK: Und dann verk&uuml;ndet: &bdquo;Mission accomplished!&ldquo; In Kampfmontur auf dem Flugzeugtr&auml;ger, der vermeintlich im Golf an der Front liegt, in Wirklichkeit aber vor der kalifornischen K&uuml;ste. Alles f&uuml;r die Kameras. Ha! Kein Held, dieser Bush, ein Bruchpilot. <br /> JH: Wei&szlig;t Du, ich bewundere die Amerikaner, dass sie Bush<br /> jahrelang nicht mit aller Brutalit&auml;t kritisiert haben, aus Respekt vor dem Amt des Pr&auml;sidenten.<br /> TK: Daf&uuml;r wird jetzt abgerechnet. Die Mehrzahl der amerikanischen Historiker urteilt: Der schlechteste US-Pr&auml;sident aller Zeiten! Apropos mission accomplished, wir m&uuml;ssen Schluss machen, was ist jetzt mit Michelle Obama? Oder findest Du diese blonde Ex-Cheerleaderin Cindy McCain etwa attraktiver?!<br /> JH: Michelle ist das neue Amerika, chic und weiblich, Cindy McCain ist altes Geld und eine Generalrenovierung.<br /> TK: Oh oh, werd ich so weitergeben. Ich meld mich wieder. Take Care. <br /> </p> <p>Ende des Protokolls. Hatten leider keine Zeit mehr, um &uuml;ber Sarah Palin zu sprechen.<br /> </p> <p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br /> Thomas<br /> </p> Thomas Kausch Post aus dem alten Europa Erinnerungen<br \><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"><blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px"> <p>Berlin, 8. Oktober 2008</p> </blockquote></blockquote></blockquote></blockquote> <p><br /> Dear Americans,<br /> ich habe ja schon in meinem ersten Brief kurz angesprochen, dass ich ein paar Jahre bei Euch dr&uuml;ben in New York City gelebt habe. Anfang der 90er war das. Die ersten Jahre habe ich als Redakteur bei der New Yorker Staatszeitung gearbeitet. F&uuml;r nur 1000 Dollars im Monat! K&ouml;nnt Ihr Euch das vorstellen? In New York! 1000 Dollars! Hallo Gordon Gekko? Das geht, man lebt von Pizza Slices und wohnt im Village in einer WG. Wird jetzt f&uuml;r manchen Investmentbanker eine ganz neue Erfahrung. Aber die Stadt ist trotzdem sexy, die Stadt geh&ouml;rte mir! New York ist eine Hure, hei&szlig;t es, Du kannst alles von ihr haben - wenn Du sie bezahlen kannst. So gesehen hat sie&rsquo;s f&uuml;r mich dann nahezu umsonst gemacht. Eine Handvoll Dollars, ein Glas voll Whiskey und eine alte Schreibmaschine &ndash; ich f&uuml;hlte mich wie Hemingway. If you can make it there, you can make it anywhere! Okay, das war Sinatra und fr&uuml;her oder sp&auml;ter ging mir auch der Whiskey aus und ich musste mir was dazuverdienen. Als Reporter f&uuml;r deutsche Radios und schlie&szlig;lich als Producer im ZDF-Studio New York, German Television. Der Korrespondent war damals Joachim Holtz und ich also sein Assistent. Ja, ja, ich wei&szlig;, Hemingway h&auml;tte nie und nimmer als Assistent gearbeitet. Aber daf&uuml;r hab ich mich auch nicht erschossen. Joachim Holtz hat mir vorgelebt, wie man anst&auml;ndiges Fernsehen macht. Und wer lernt so was heute schon noch? Fernsehen machen, und anst&auml;ndig. Sp&auml;ter ging Joachim als ZDF-Korrespondent f&uuml;r fast ein Jahrzehnt nach China und ich als Reporter und Moderator zur&uuml;ck ins alte Europa. Aber das hier nur zur Vorgeschichte, denn w&auml;hrend ich Euch schreibe, erinnere ich mich nat&uuml;rlich an vieles. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Ihr leicht geknickt hinter einem Bush hervorkommt. Damals, 92, war es&nbsp; George Bush Senior. Und auch damals 92 kam der Herausforderer aus dem Nichts, jedenfalls aus Arkansas, und versprach erstmal nur hope und change. Wer zum Teufel ist Bill Clinton, dachte man auch damals erst, so wie zu Anfang bei Obama. Zusammen mit Joachim hab ich die Wahl 92 gecovert. Und jetzt wollte ich nat&uuml;rlich wissen, wie er sich so daran erinnert und ob er Parallelen sieht zu heute und dem Obama-Yes-We-Can-Gef&uuml;hl. Also haben wir gechattet. Hier schick ich Euch das Protokoll:</p> <p>&nbsp;</p> <p>TK: Hi Joachim, Yes we can! Was war noch mal Bill Clinton&rsquo;s Slogan? <br /> JH: Ha, Thomas, alles mag man vergessen von Clinton, sogar seine Aff&auml;ren, einen Satz niemals: &bdquo;It's the economy, stupid!&quot; Ja, &bdquo;auf die Wirtschaft kommt es an, Du Bl&ouml;dmann!&quot;&nbsp; Das haben wir sofort &uuml;bernommen. Der Satz wurde zum t&auml;glichen Gru&szlig;. Ich habe noch die Telefonkarte von der Convention der Demokratischen Partei. Darauf sind noch die Zwillingst&uuml;rme abgebildet, das World Trade Center. Ach ja.<br /> Thomas, Bro, und der alte Bush war sein Gegenkandidat. Der wirkte etwas ungl&uuml;cklich, oder? Erinnerst Du Dich daran, wer Vize-Pr&auml;sident werden sollte? <br /> TK: Nat&uuml;rlich! Es wirkte ja irgendwie falsch rum. Al Gore war viel pr&auml;sidialer und Clinton hatte allenfalls das Zeug zum Vize. Aber er konnte halt Saxophon spielen. &bdquo;It's the economy, stupid!&quot; Sag noch einer, Geschichte wiederholt sich nicht. Da f&auml;llt mir noch ein anderer Clinton-Spruch von damals ein: &bdquo;Buy one, get two&quot; - Hillary bekamen die W&auml;hler umsonst dazu im Doppelpack. Tja, sie wollten sie damals nicht geschenkt und heute nicht w&auml;hlen. Wie findest Du &uuml;brigens Michelle Obama... <br /> JH: Hillary war verhasst, aber ich konnte mich nicht satt sehen an diesem alten Bild, Hillary Rodham und Bill als Studenten, 68er Aussehen, wie Marsmenschen. Bill Clinton hat uns traumhafte Spr&uuml;che hinterlassen, George W. leider nicht. Erinnerst Du Dich an Clintons flauen Satz &uuml;ber den Marihuana-Konsum?&nbsp;&nbsp; <br /> TK: Glaubst Du Obama ist ehrlicher, weil er zugibt, inhaliert zu haben?<br /> JH: Es ist Wahlkampf... Wir haben ja Clinton nicht weniger gemocht,<br /> auch wenn er Slalom fuhr um die Wahrheit herum. Wenn er beim H&auml;ndesch&uuml;tteln ein altes M&uuml;tterchen anschaute, mit diesen von vermeintlichem Mitgef&uuml;hl feucht gl&auml;nzenden Augen, dann verga&szlig; man<br /> die Prinzipien...<br /> TK: Mich hat er auch mal so angeschaut, als wir mit dem Kamerateam an der Public Library hinter ihm her waren. Pl&ouml;tzlich dreht er sich um, ist direkt vor mir, und gibt mir diesen Blick - bis er feststellt, dass ich kein altes M&uuml;tterchen bin... Glaubst Du, die Stimmung heute kann man mit der von damals vergleichen?<br /> JH: Nein, das war wohl eine mildere Zeit, damals. Die Bush-&Auml;ra ist viel aggressiver, denke ich. 9/11 und Cheney. <br /> TK: Aber glaubst Du, es herrscht jetzt die gleiche Aufbruchstimmung?<br /> JH: Ich bin mir da nicht so sicher... &bdquo;Change&quot; war wirklich ein wichtiges Wort im Clinton-Wahlkampf und jeder sp&uuml;rte in Amerika, dass sich viel &auml;ndern m&uuml;sste, nach den Reagan-Jahren und nach dem alten Bush, der kam doch daher wie ein r&ouml;mischer Senator.<br /> TK: Immerhin. Der kleine Bush kommt daher wie ein r&ouml;mischer Legion&auml;r bei Asterix!<br /> JH: Top Gun auf dem Flugzeugtr&auml;ger, die Gallier h&auml;tten ihn<br /> verhauen. Ich hoffe &uuml;brigens, dass der n&auml;chste US-Pr&auml;sident mal die Regel durchbricht, nach der jeder Oberbefehlshaber mindestens einen Krieg f&uuml;hrt.<br /> TK: Und dann verk&uuml;ndet: &bdquo;Mission accomplished!&ldquo; In Kampfmontur auf dem Flugzeugtr&auml;ger, der vermeintlich im Golf an der Front liegt, in Wirklichkeit aber vor der kalifornischen K&uuml;ste. Alles f&uuml;r die Kameras. Ha! Kein Held, dieser Bush, ein Bruchpilot. <br /> JH: Wei&szlig;t Du, ich bewundere die Amerikaner, dass sie Bush<br /> jahrelang nicht mit aller Brutalit&auml;t kritisiert haben, aus Respekt vor dem Amt des Pr&auml;sidenten.<br /> TK: Daf&uuml;r wird jetzt abgerechnet. Die Mehrzahl der amerikanischen Historiker urteilt: Der schlechteste US-Pr&auml;sident aller Zeiten! Apropos mission accomplished, wir m&uuml;ssen Schluss machen, was ist jetzt mit Michelle Obama? Oder findest Du diese blonde Ex-Cheerleaderin Cindy McCain etwa attraktiver?!<br /> JH: Michelle ist das neue Amerika, chic und weiblich, Cindy McCain ist altes Geld und eine Generalrenovierung.<br /> TK: Oh oh, werd ich so weitergeben. Ich meld mich wieder. Take Care. <br /> </p> <p>Ende des Protokolls. Hatten leider keine Zeit mehr, um &uuml;ber Sarah Palin zu sprechen.<br /> </p> <p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br /> Thomas<br /> </p> no Thomas Kausch